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Sebastien Loeb holte den Sieg, hatte aber kein einfaches Wochenende © xpb.cc

Die Stimmen der Top 4: Sieger Sebastien Loeb lobt sein Auto, WM-Leader Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala strahlen und Petter Solberg hatte Spaß

Die Rallye Mexiko war nichts für schwache Nerven. Am Ende siegte mit Sebastien Loeb zwar der Topfavorit, aber leicht hatte er es nicht auf den Schotterpisten. Der Weltmeister fand in seinem Teamkollegen Sebastien Ogier einen hartnäckigen Gegner, der die Rallye sogar die meiste Zeit über anführte. Erst als Ogier heute Morgen nach einem Unfall ausschied, war für Loeb der Weg zu seinem 63. WRC-Sieg frei.

"Es war ein sehr hartes Wochenende", bilanziert der Citroen-Star. "Es war ein schrecklich enger Fight mit Ogier - bis heute Morgen. Er hat wirklich sehr, sehr gepusht." Obwohl Teamkollegen, schenkten sich die beiden Sebs nichts. "Natürlich sind wir Teamkollegen, aber, wir sind auch Rivalen um den Titel", begründet Loeb.

Citroen hat den ersten Auftritt der neuen WRC-Boliden auf Schotter dominiert. Loeb, Ogier und Petter Solberg holten mit ihren DS3 WRC 19 der 22 zu vergebenden Bestzeiten. Und Loeb selbst hätte sich die Weichen zum Sieg schon früher stellen können, wenn ihn nicht gestern sein Getriebeproblem zurückgeworfen hätte. "Wir hatten ein fast perfektes Wochenende", lautet sein Fazit. "Zwar gab es ein paar Probleme, aber nicht allzu viele für ein nagelneues Auto. Darüber freue ich mich, und über die Performance unseres Autos. Es ist sehr schnell. Ich bin wirklich happy, jetzt hier zu sein."

In der Fahrer-Weltmeisterschaft hat sich Loeb durch den Sieg und zwei Extrapunkte in der Power Stage vom sechsten auf den zweiten Platz verbessert. WM-Spitzenreiter bleibt aber Ford-Pilot Mikko Hirvonen mit neun Punkten Vorsprung auf Loeb. Nach seinem Sieg in Schweden blieb er mit dem zweiten Platz in Mexiko in der Erfolgsspur. Dabei profitierte er davon, dass er der Einzige Fahrer ohne technische Probleme oder Fehler blieb.

"Es war ein großartiger Auftakt. Auf eine gewisse Weise war es eine lustige Rallye. Die gute alte Konstanz hat gezählt", erklärt Hirvonen. "Ich habe irgendwann realisiert, dass ich den Speed der Citroens nicht mitgehen kann, also bin ich es ruhiger angegangen. Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis." Zusätzlich zu den 18 Punkten für den zweiten Platz kassierte er auch noch die drei Extrazähler für den Sieg in der Power Stage. "Diese Punkte können am Ende der Saison sehr wertvoll sein", weiß der Finne.

Sein Teamkollege Latvala hat ebenfalls allen Grund zur Freude. Wie schon in Schweden schaffte er am Ende doch noch den Sprung auf das Podium, obwohl er selbst nicht mehr daran geglaubt hatte. Denn nach seinem Reifenschaden am Freitag war der junge Finne scheinbar aussichtslos auf den zehnten Platz zurückgefallen. Doch er kam immer besser in Schwung, holte auf und profitierte von den Problemen anderer.

"Es fühlt sich gut an", sagt Latvala über seinen dritten Platz. "Wir waren zwar in Schweden auch Dritte, aber das war das erste Schotterpodium des Jahres. Und ich hatte bei dieser Rallye nicht mehr damit gerechnet, weil ich schon so viel Zeit verloren hatte. Aber am Ende lief es gut, und ich freue mich für das Team. Wir konnten viele Punkte holen, das ist wichtig." Ford konnte in der Hersteller-Wertung den Vorsprung auf Citroen auf 26 Punkte ausbauen (73 zu 46).

Und noch einer konnte am Ende wieder strahlen: Petter Solberg. Zwar waren seine Siegträume am Freitag geplatzt, als er wegen eines Defekts sieben Minuten verloren hatte und weit zurück gefallen war. Doch schließlich kam er als Vierter ins Ziel. Nur einen Plan konnte er nicht mehr ganz umsetzen: Der Citroen-Privatier hatte sich heute allein darauf konzentriert, die Power Stage zu gewinnen und sich dafür die drei Extrapunkte abzuholen.

Solberg nahm heute extra nur ein Ersatzrad mit in die Prüfungen, um so 18 Kilogramm einzusparen. Doch am Ende war Hirvonen schneller, Solberg war in der Power Stage auf die Zehntelsekunde zeitgleich wie Loeb. Doch die genauere Nachmessung ergab, dass der Franzose um zwei Tausendstelsekunden schneller war. Damit wurde Solberg Dritter und bekam nur einen Punkt. Trotzdem zieht der Norweger ein positives Fazit: "Es war ein gutes Wochenende. Wir hatten die Pace und es hat wirklich Spaß gemacht. Heute Morgen bin ich sehr, sehr langsam gefahren, weil ich nur einen Ersatzreifen dabei hatte und die Reifen für diese eine Power Stage schonen und ein leichtes Auto haben wollte. Aber ich habe ein paar Fehler gemacht und man muss ziemlich viel Schotter wegräumen."

Nach seinem Defekt hatte sich Solberg die Top 5 zum Ziel gesetzt, zunächst war er selbst einer der Wenigen, die daran glaubten, dass das wirklich machbar ist. "Ich stecke mir hohe Ziele. Und ich hatte den fünften Platz angepeilt. Alle anderen haben gesagt, das sei ein zu hohes Ziel. Nun Vierter zu sein, ist einfach unglaublich. Das bringt auch viele Punkte ein. Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden", freut er sich.

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