vergrößernverkleinern
Jari-Matti Latvala beendete den ersten Tag der Rallye-Portugal an der Spitze © Ford

Die beiden Citroen-Werkspiloten Sebastien Loeb und Sebastien Ogier taktierten auf der siebten Prüfung der Rallye-Portugal - Jari-Matti Latvala (Ford) neuer Spitzenreiter

Die Werksmannschaften von Ford und Citroen lieferten sich auf der siebten und achten Wertungsprüfung einen Vierkampf auf Augenhöhe. Am Ende von SS7 verzögerte das Citroen-Duo Sebastien Loeb und Sebastien Ogier stark und ließen sich hinter das Ford-Duo zurückfallen. Jari-Matti Latvala ging nicht vom Gas und wird die zweite Etappe am Samstag als Erster in Angriff nehmen. Privatier Petter Solberg kämpfte mit weiteren Reifenschäden.

Am Nachmittag der ersten Etappe standen die gleichen Prüfungen wie am Vormittag auf dem Programm. Ogier führte vor Loeb und den beiden Ford-Piloten Hirvonen und Latvala. SS5 ging zum zweiten Mal über die 22.99 Kilometer lange Santa-Clara-Strecke. Die Bestmarke stellten Ogier und Latvala auf, die auf die Zehntelsekunde die gleiche Zeit fuhren. Loeb und Hirvonen folgten drei Sekunden dahinter.

Dieses Ergebnis hatte Auswirkungen auf die Gesamtwertung, denn Ogier vergrößerte seinen Vorsprung an der Spitze auf sechs Sekunden. Dahinter lagen seine drei Verfolger innerhalb einer Sekunde. Die Spannung war im Zielbereich deutlich zu spüren. Den Sieg werden sich diese vier Piloten untereinander ausmachen, denn hinter dem Quartet klaffte bereits eine große Lücke.

Solberg setzte schnelle Zwischenzeiten, doch ein weiterer Reifenschaden stoppte die Aufholjagd des Norwegers. Rechts hinten ging der Michelin-Gummi kaputt. Der Weltmeister von 2003 wollte aber nicht aufgeben und fuhr ohne Wechsel bis ins Ziel. Dabei beschädigte er sich auch noch den Radkasten. Weitere 20 Sekunden gingen verloren. Der Traum vom Sieg war damit in weite Ferne gerückt.

Reifenschaden wirft Räikkönen zurück

Ex-Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen verlor durch einen Plattfuß links hinten wertvolle Zeit. "Der Schaden ist nach elf Kilometern passiert", schildert der Finne. "Ich habe nichts gesehen. Es ist plötzlich passiert." Durch den Zeitverlust fiel der "Iceman" aus den Punkterängen und rangierte auf dem elften Platz.

Auch auf der zweiten Durchfahrt von SS5 konnte Latvala seine Form mit der Bestzeit fortsetzen. Da Ogier um 4,2 Sekunden langsamer war, rückte der Ford-Pilot dem Citroen-Konkurrenten mit einem großen Schritt nahe. Der Abstand schrumpfte auf 1,4 Sekunden. "Der Grip ist sehr gut, solange man eine saubere Linie fährt", so Latvala. "Anderenfalls ist es sehr rutschig."

Weltmeister Loeb fiel auf den dritten Platz zurück. "Ich bin mit der Abstimmung überhaupt nicht zufrieden. Wir müssen eine Lösung finden", klagt der Franzose. Es blieb aber knapp, denn Hirvonen lag als Vierter nur 6,9 Sekunden hinter seinem Teamkollegen an der Spitze. Räikkönen konnte sich wieder auf Platz zehn in die Punkteränge schieben.

Citroen bremst für bessere Startposition

Auf der letzten Prüfung entschied sich die Startaufstellung für die zweite Etappe am Samstag. Die beiden Werksmannschaften wählten dabei eine unterschiedliche Taktik. Hirvonen fuhr als erster Starter normal ins Ziel und musste waren, was die Konkurrenz hinter ihm vorhatte. Loeb kam als Zweiter und bremste sich vor der Ziellinie ein, um Zeit zu verlieren und am nächsten Tag nicht von ganz vorne die Strecken in Angriff nehmen zu müssen.

Als Dritter kam Latvala über die Linie, der wie sein Teamkollege nicht vom Gas ging. Ogier hingegen kopierte die Citroen-Strategie und bremste sich stark ein. Somit nimmt Latvala die Prüfungen der zweiten Etappe als Erster in Angriff, gefolgt von seinem Teamkollegen Hirvonen. Dahinter folgen die beiden Franzosen Loeb und Ogier.

Latvala :"So ist es eben"

"Ich bin sehr glücklich mit diesem Tag", sagt Hirvonen noch bevor die Bremserei hinter ihm losging. "Das Auto hat sehr gut funktioniert. Morgen werde ich Vollgas geben. Im Moment fühle ich mich gut." Der erste Taktikfahrer war der amtierende Weltmeister, der dazu folgendes sagt: "Es ist okay. Ich war heute sehr schnell, aber ich konnte keinen Abstand auf Mikko herausfahren. Deshalb habe ich mir gedacht, ich bleibe lieber dahinter. Ford ist sehr gefährlich, denn sie sind schnell."

Latvala gewann die siebte Sonderprüfung, führt im Gesamtklassement nun mit 11,5 Sekunden Vorsprung und darf am Samstag den Straßenfeger spielen. "Es ist nicht die ideale Position, aber so ist es eben. Es wäre besser gewesen, wenn ich verlangsamt hätte." Das hat Ogier getan, der zu Mittag noch in Führung lag. "Man muss einen großen Vorsprung haben, um in Führung zu bleiben. Das war heute nicht der Fall."

Solberg wählt SupeRallye

Für Solberg hat sich die Reise nach Portugal nicht ausgezahlt. Insgesamt vier Reifen gingen an seinem Citroen kaputt. Etwa 400 Meter vor der Ziellinie stellte der Norweger seinen Boliden ab. Dafür bekam er eine Zeitstrafe von zehn Minuten und wird am Samstag unter dem SupeRallye-Reglement wieder dabei sein.

Sein Bruder Henning, der von der österreichischen Co-Pilotin Ilka Minor dirigiert wird, erbte den fünften Platz. In den Vierkampf an der Spitze kann der Stobart-Pilot nicht mehr eingreifen, denn sein Rückstand ist bereits auf über zwei Minuten angewachsen. Dicht dahinter folgte sein Teamkollege Matthew Wilson.

Lokalmatador Armindo Araujo konnte sich mit dem neuen MINI Countryman S2000 gut in Szene setzen und belegt nach sieben Sonderprüfungen den siebten Platz. Federico Villagra (Ford), Räikkönen und Khalid Al Qassimi (Ford) komplettierten die Top 10. "Am Vormittag bin ich nicht so gut gefahren", schildert der Formel-1-Weltmeister von 2007. "Dann hatten wir einen Reifenschaden. Anschließend haben wir uns bei der Abstimmung vertan, denn das Auto ist stark gerutscht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel