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Citroen-Pilot Sebastien Ogier ist auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg © GEPA/Red Bull

Der zweite Tag der Rallye-Portugal bescherte dem Ford-Werksteam zahlreiche Probleme - Citroen ist auf dem Weg zum Doppelsieg

Der zweite Tag der Portugal-Rallye sorgte für einige Verschiebungen in der Gesamtwertung. Mikko Hirvonen verlor durch einen Reifen- und einen Aufhängungsschaden viel Zeit. Seinem Ford-Teamkollegen Jari-Matti Latvala ging es nicht besser. Zuerst streikte eine Antriebswelle am neuen Fiesta RS WRC, später ging ein Reifen kaputt. Das Citroen-Werksteam liegt daher ungefährdet an der Spitze. Sebastien Ogier führt vor Sebastien Loeb. Petter Solberg zeigte eine starke Aufholjagd.

Ogier nahm mit einem Vorsprung von 6,9 Sekunden auf Latvala die drei Prüfungen am Nachmittag in Angriff. Loeb folgte mit einer halben Minute Rückstand, nachdem er am Vormittag von Hirvonen aufgehalten worden war. Als Erster musste Latvala auf die Strecken gehen, was ein deutlicher Nachteil war. Ogier schlug daraus Kapital und holte sich die Bestzeit in der elften Sonderprüfung.

"Eine gute Prüfung. Wir sind sehr gut gefahren", freut sich der Franzose, der um 3,6 Sekunden schneller als Loeb war. "Es sieht gut aus, aber es ist noch ein langer Weg. Am Sonntag wird auf den Strecken viel loser Schotter liegen." Latvala büßte weitere 4,3 Sekunden ein und meint zu seiner Fahrt: "An einigen Stellen war die Aufhängung zu weich. Im losen Untergrund war es okay."

Loeb hatte in der Mittagspause angekündigt, dass er die Lücke zum Spitzenduo schließen will. "Wir haben es versucht, aber wir konnten uns keinen Vorteil gegen Jari-Matti herausholen. Das Auto ist jetzt steifer abgestimmt. Vielleicht verlieren wir deshalb Grip." 23 Sekunden lag der Weltmeister hinter dem Vizeweltmeister.

Mikko Hirvonen spielte nach seinem Reifenschaden am Vormittag keine Rolle mehr an der Spitze. Auf Platz vier hatte der Finne einen großen Puffer nach vorne und hinten. Um Rang fünf entbrannte ein heißes Duell. Obwohl Henning Solberg ein Problem mit der Servolenkung an seinem Ford Fiesta hatte, verkürzte der Norweger den Rückstand auf seinen Teamkollegen Matthew Wilson auf eine Sekunde. Der Brite befürchtete nach einer harten Landung einen Auspuffschaden.

Zwei Fahrer hatten auf der elften Prüfung große Probleme. Bislang setzte sich Armindo Araujo beim Debüt des neuen MINI S2000 gut in Szene - bis die Defekthexe zuschlug. Der Motor lief nur noch auf drei Zylindern. Außerdem verlor der Portugiese viel Zeit durch einen Reifenschaden. Khalid Al Qassimi traf einen Stein, der die Hinterradaufhängung des Fiesta beschädigte. Damit war die Rallye für ihn beendet.

Technischer Defekt bei Latvala

Eine Vorentscheidung um den Sieg fiel in der zwölften Sonderprüfung. Latvala verlor eine halbe Minute und berichtete im Ziel von einem merkwürdigen Geräusch. "Als ich das gehört habe, wusste ich sofort, dass etwas nicht richtig läuft. Es war rechts hinten." Eine Antriebswelle war gebrochen.

Ogier lag ab diesem Zeitpunkt ungefährdet in Führung. Sein Teamkollege Loeb rückte auf den zweiten Platz vor, hatte aber 32,3 Sekunden Rückstand. "Ein guter Vorsprung", sagt der Führende. "Wir werden es auf der letzten Prüfung konservativ angehen." Latvala hielt noch den dritten Rang mit knapp 40 Sekunden Rückstand.

Das Duell um den fünften Platz wurde ebenfalls vorentschieden. Henning Solberg verlor viel Zeit durch einen Reifenschaden und büßte über zwei Minuten auf Wilson ein. Die Bestzeit der zwölften Sonderprüfung holte sich Petter Solberg. Damit schob sich der Norweger auf Platz neun und lag wieder in den Punkterängen.

Herber Rückschlag für Ford

Auf den abschließenden 22,56 Kilometern des Tages ging für Ford alles schief. Latvala blieb mit einem Reifenschaden auf der Strecke stehen und verlor insgesamt vier Minuten auf das Citroen-Duo. "Es war komisch. Als wir das Problem mit der Antriebswelle hatten, blieb uns nicht genug Zeit, um die Reifen zu kontrollieren. Als ich weitergefahren bin wusste ich, dass der Reifen kaputt geht. Wir mussten ihn wechseln."

Für seinen Teamkollegen lief es nicht besser. Hirvonen blieb ebenfalls mit einem technischen Defekt liegen. Diesmal ließ der Finne Konkurrent Loeb passieren. "Die Hinterradaufhängung ist gebrochen. Ich weiß aber nicht warum. Wir hatten Pech und müssen etwas dagegen tun", lautet der Kommentar des enttäuschten WM-Führenden.

Die 13. Prüfung brachte Ford kein Glück. Bei Citroen lief es problemlos. Der Doppelsieg liegt in greifbarer Nähe, denn Latvala hat als erster Gegner vier Minuten Rückstand. Ogier beendete die Prüfung als Zweiter und wird am finalen Tag als Erster auf die Strecken gehen müssen. "Ich bin zufrieden. Hoffentlich geht es morgen so weiter. Ich habe versucht das Auto und die Reifen zu schonen. Bei diesen Bedingungen ist es nicht leicht."

Loeb konnte keinen entscheidenden Boden auf seinen Teamkollegen gutmachen und hat vor dem letzten Tag 37,6 Sekunden Rückstand. "Ich sah aufgewirbelten Sand, aber diesmal ist er zur Seite gefahren und hat mich vorgelassen", spricht der Weltmeister die zweite Begegnung mit Hirvonen an. "Dann sah ich Jari-Matti und bin etwas vom Gas gegangen."

Durch die Probleme der beiden Ford-Werksfahrer, wurde Matthew Wilson auf den vierten Platz nach vorne gespült. Hirvonen ist nur noch Fünfter. Dahinter folgte Henning Solberg, der trotz seiner Probleme den sechsten Rang behaupten konnte. Kimi Räikkönen hatte einen soliden Tag und rangiert an der achten Stelle.

Eine starke Aufholjagd zeigte Petter Solberg, der sich auch die Bestzeit auf der letzten Prüfung holte. "Mein Plan ist Platz sieben. Es ist möglich. Heute gab es keine Reifenschäden." Der Weltmeister von 2003 ist bereits auf Rang neun vorgedrungen. 1:40 Minuten fehlen dem Norweger auf den achten Platz, den derzeit Federico Villagra (Ford) hält. Dennis Kuipers (Ford) komplettierte die Top 10.

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