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Sebastien Ogier machte mit dem Sieg in Portugal viel Boden in der WM gut © xpb.cc

Citroen-Pilot Sebastien Ogier hat die Rallye-Portugal vor seinem Teamkollegen Sebastien Loeb gewonnen - Jari-Matti Latvala mit großem Rückstand Dritter

Nach 17 langen und schwierigen Schotterprüfungen feierte Sebastien Ogier den Sieg bei der Rallye Portugal. Der Citroen-Pilot wiederholte damit seinen Triumph aus dem Vorjahr und machte das Missgeschick von Mexiko wett. Teamkollege Sebastien Loeb entschied die Power-Stage für sich und komplettierte den Citroen-Doppelerfolg. Ford hatte nach zahlreichen Problemen großen Rückstand. Jari-Matti Latvala rettete noch den dritten Platz.

Die Rallye war bereits vor den letzten beiden Prüfungen entschieden. Ogier führte 36,8 Sekunden vor seinem Teamkollegen Loeb. Der Weltmeister hatte angekündigt, dass er nicht mehr angreifen würde. Von Ford drohte dem Citroen-Duo keine Gefahr. Latvala lag bereits über drei Minuten zurück. Nur noch technische Probleme oder Unfälle konnten Citroen am zweiten Sieg mit dem neuen DS3 hindern. Just vor der 16. Prüfung begann es zu regnen.

Viele Piloten klagten über die rutschigen Verhältnisse auf der 21,39 Kilometer langen Strecke. Die Top 20 fuhren in umgekehrter Reihenfolge los, um die Startposition für die Power-Stage zu ermitteln. Am besten kam Solberg mit den Bedingungen zurecht. Der Norweger hatte als Ziel Platz sieben ausgegeben und setzte seine Aufholjagd, die er nach vier Reifenschäden am ersten Tag begonnen hatte, unermüdlich fort. Die Mühe machte sich bezahlt, denn der Weltmeister von 2003 konnte sich von Platz neun auf sieben nach vorne schieben.

Mads Östberg glänzte mit der zweiten Zeit. Doch nach seinem technischen Ausfall am ersten Tag, lag der Stobart-Ford-Pilot im Gesamtklassement weit zurück. Hirvonen markierte die viertbeste Zeit und konnte damit wieder Matthew Wilson (Ford) überholen. Dieser verlor eine halbe Minute auf seinen direkten Konkurrenten.

Pech hatte Henning Solberg, der mit Turboproblemen an seinem Ford Fiesta zu kämpfen hatte. In langsamer Fahrt näherte sich der Norweger dem Ziel. In der Gesamtwertung wurde der Routinier mit der österreichischen Co-Pilotin Ilka Minor von Räikkönen, seinem Bruder Petter und Federico Villagra (Ford) überholt, und rangierte nur noch auf dem neunten Platz.

An der Spitze gab es keine Verschiebungen, obwohl Loeb nur die siebtschnellste und Ogier die neuntbeste Zeit fuhren. Der Abstand zwischen den beiden Franzosen betrug weiterhin eine halbe Minute. Ankommen lautete die Devise. Der Vorsprung auf die beiden Ford-Werkspiloten reichte für die sichere Fahrt.

Loeb gewinnt Power Stage

Zum Abschluss der Rallye stand die Power Stage auf dem Programm. Bei leichtem Regen mussten die Piloten die mit 31.04 Kilometern längste Strecke der Rallye absolvieren. Loeb griff voll an und holte sich die Bestzeit. Über die 17 Prüfungen wurde der 37-Jährige zwar geschlagen, doch die drei Bonuspunkte sind in der hart umkämpften WM wichtig.

"Ich bin damit zufrieden. Als ich in der Früh den Regen gesehen habe, dachte ich nicht, dass ich so schnell fahren könnte. Die Bedingungen waren aber nicht so schlecht, also habe ich gesagt: versuchen wir es. Da wir nur Zweiter sind, mussten wir das tun. Ich hatte ein gutes Gefühl für das Auto. Es gab keine Probleme."

Der umjubelte Sieger in Portugal hieß Ogier, der die Power-Stage als Dritter beendete. Zuletzt in Mexiko warf der Franzose den Sieg weg. Mit dem Triumph in Portugal hat der 27-Jährige die richtige Antwort gegeben. "Ich bin sehr glücklich. Das Wochenende war perfekt, denn das Auto ist sehr gut gelaufen."

"Ich möchte diesen Sieg dem ganzen Team widmen. Sie haben ein perfektes Auto für mich vorbereitet. Nach dem Fehler in Mexiko ist das der richtige Weg, um sich in der Weltmeisterschaft zurückzumelden. Es ist aber immer noch ein langer Weg bis an die Spitze. " 26 Punkte sammelte Ogier in Portugal.

Schadensbegrenzung bei Ford

Konkurrent Ford hatte zahlreiche Probleme an diesem Wochenende und konnte Citroen schließlich nicht herausfordern. Latvala beendete die Power Stage auf dem zweiten Platz. In der Gesamtwertung war Rang drei Schadensbegrenzung. Teamkollege Hirvonen sammelte als Vierter einige Punkte.

In der letzten Sonderprüfung war der Finne gut unterwegs, verlor gegen Ende aber viel Zeit. Wieder schlug die Defekthexe beim neuen Fiesta zu. "Die Hinterradaufhängung ist schon wieder gebrochen. Auf den letzten fünf Kilometern konnte ich nicht mehr angreifen." Der gleiche Defekt ist bereits am Vormittag aufgetreten.

Trotzdem konnte Wilson nicht mehr von Latvalas Problemen profitieren. Mit einer soliden Vorstellung durfte sich der Brite über den fünften Platz freuen. "Ich wollte am Ende nichts mehr riskieren. Wir wissen noch nicht genau, was man den Reifen zumuten kann. Man darf nichts Dummes anstellen."

Mit einer starken Aufholjagd schaffte Solberg noch den Sprung auf Platz sechs. Der Norweger hätte ein Wort um den Sieg mitreden können. Nach vier Reifenschäden am ersten Tag hatte er bereits einen großen Rückstand. Zusätzlich bekam er eine Strafe von zehn Minuten. Im Ziel lag er nur 10:17 Minuten hinter Ogier. "Über den ersten Tag bin ich sehr traurig. Es war unglaublich, aber ich gebe nie auf. Ich habe alles gegeben."

Räikkönen verlor auf der Power-Stage noch den sechsten Platz an Solberg. Trotzdem ist der Formel-1-Weltmeister von 2007 eine solide Rallye gefahren, die mit Rang sieben belohnt wurde. "Am ersten Tag hatten wir Reifenprobleme. Wir wussten, dass Petter voll angreifen würde, also mussten wir ebenfalls weiterkämpfen."

In einem engen Duell setzte sich der "Iceman" schließlich gegen Villagra durch. Ein Pechvolgel des Wochenendes war Henning Solberg. In der letzten Prüfung hatte der Norweger wieder technische Probleme. Auf Rang neun rettete der Stobart-Pilot noch einen Punkte für seine Mannschaft. Dennis Kuipers (Ford) hielt den zehnten Rang bis ins Ziel.

In der Fahrerweltmeisterschaft führen nach drei Rallyes Hirvonen und Loeb punktegleich mit 58 Zählern. Latvala (48) und Ogier (41) folgen auf den Plätzen drei und vier.

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