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Sebastien Ogier holte sich auf der allerletzten Prüfung die Führung zurück © GEPA/Red Bull

Sebastien Ogier holt sich auf der Power Stage die Führung zurück und siegt im engsten WRC-Finale aller Zeiten vor Latvala - Sousa holt ersten S-WRC-Sieg

Citroen-Pilot Sebastien Ogier hat nach seinem Sieg in Portugal auch die Jordanien-Rallye gewonnen. Für den Franzosen war es allerdings ein hartes Stück Arbeit. Als Führender nach der ersten Etappe musste er am zweiten Tag jeweils als Erster auf die Strecke und verlor in seiner Rolle als Straßenfeger so viel Zeit, dass ihm Ford-Pilot Jari-Matti Latvala auf der vorletzten Prüfung (SS19) die Führung abjagen konnte.

Mit einer Bestzeit auf der abschließenden Power Stage konnte Ogier den Spies dann doch noch umdrehen und siegte mit der Winzigkeit von 0,2 Sekunden vor Latvala. Der Zieleinlauf bei der Jordanien-Rallye 2011 war damit die engste Entscheidung der WRC-Geschichte. Bis bisherige Bestmarke datierte aus Neuseeland 2007, als Marcus Grönholm Sebastien Loeb um 0,3 Sekunden distanzieren konnte. Im Ziel der Jordanien-Rallye war Ogier außer sich vor Freude: "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich musste voll angreifen, da Jari-Matti verdammt schnell unterwegs war. Ich war absolut am Limit."

Latvala verliert die Führung auf der Power Stage

Latvala ging nach 13 Wertungsprüfungen mit 0,5 Sekunden Vorsprung in die letzte, 10,5 Kilometer lange, Prüfung. Ogier startete die Schlussprüfung allerdings nach dem Finnen und konnte ihm so den Sieg noch entreißen. "Ich habe hart attackiert und dabei zwei, drei Fehler gemacht", gestand Latvala im Ziel. "So gesehen bin ich etwas enttäuscht, aber wenn du verlierst, kannst du nichts machen."

Weltmeister Sebastien Loeb beendete die Power Stage hinter Ogier und Latvalas Teamkollegen Mikko Hirvonen auf Platz drei und belegt auch in der Endabrechnung der Jordanien-Rallye den dritten Rang. Seine Chancen auf den Sieg musste der Franzose allerdings schon vor der letzten Prüfung begraben. Auf der Schlussschleife machte er dann noch einen Fehler, als er "eine Kurve im Sand zu weit nahm", wie er hinterher zugab.

Hirvonen beendete die Rallye mit über zwei Minuten Rückstand auf Sieger Ogier auf Platz vier. "Ich habe alles gegeben. Mit dem Ergebnis bin ich nicht ganz zufrieden, aber immerhin haben wir gut punkten können." Den Großteil der Zeit hatte der Finne bereits am ersten Tag verloren, als er streckenweise ohne Servolenkung auskommen musste.

Dahinter belegte Matthew Wilson als bester Vertreter des Stobart-Teams Rang fünf. Der Brite lieferte sich am zweiten Tag einen engen Kampf mit Kimi Räikkönen (ICE1-Citroen) und profierte letztendlich von einem Reifenschaden des Finnen auf der vorletzten Prüfung.

Räikkönen mit Rang sechs zufrieden

Räikkönen beendete die Jordanien-Rallye hinter Wilson auf Platz sechs. "Das war eine schwierige Rallye. Durch den Reifenschaden auf der vorletzten Prüfung haben wir leider viel Zeit verloren. Insgesamt gesehen war dies vom fahrerischen Standpunkt her aber eine der besten Rallyes, die ich bisher gefahren bin", zeigte sich der Finne nicht unzufrieden.

Auf Rang sieben landete Ford-Pilot Federico Villagra. Dennis Kuipers (Ford; 9.) landete Khalid Al Qassimi (Ford; 8.) ebenfalls in den Punkterängen. "Ich bin sehr glücklich. Diese Rallye war eine große Herausforderung", gab der Niederländer zu Protokoll, der in Jordanien erstmals mit dem Belgier Bjorn Degandt als Co-Pilot antrat.

Henning Solberg beendete die Power Stage als Fünftschnellster und war nach seinem Auftritt in Jordanien, in dessen Verlauf er auf der zweiten Etappe zweimal unter die Top 3 fahren konnte, trotz Gesamtrang 14 zufrieden. "Wenn das Auto auf Sardinien auch so gut läuft, können wir um einen Podestplatz mitfahren", sprühte der Norweger mit Blick auf den kommenden WM-Lauf vor Zuversicht.

Dank seines Sieges auf der Power Stage darf sich Ogier drei Bonuspunkte für die WRC-Gesamtwertung gutschreiben lassen. In dieser führt nach vier von 13 WM-Rallyes der amtierende Weltmeister Loeb mit zwei Punkten Vorsprung auf Hirvonen. Ogier ist mit fünf Punkten Rückstand auf Loeb Dritter.

Sousa holt ersten S-WRC-Sieg

In der S-WRC-Wertung konnte sich nach dem motorbedingten Ausfall von Nasser Al-Attiyah am Morgen Ford-Pilot Bernardo Sousa (10.) seinen ersten Sieg holen. Der Portugiese war als Führender in die Power Stage gegangen, musste die 10,5 Kilometer jedoch mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung hinter sich bringen.

Im Ziel hatte Sousa mit seinem Fiesta S2000 noch 21,7 Sekunden Vorsprung auf Karl Krudda im besten Skoda Fabia S2000. Kruddas Markenkollege Hermann Gassner Jun. belegte in der Endabrechnung der S-WRC-Klasse Rang drei.

MINI-Pilot Daniel Oilveira eröffnete im John Cooper Works S2000 die Power Stage. Unter dem Strich beendete der Brasilianer die Jordanien-Rallye auf dem 18. Gesamtrang. "Das ist okay. Für mich war das hier eine schwierige Rallye. Jetzt konzentrieren wir uns auf Sardinien", gab Oliveira zu Protokoll.

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