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VW will in den nächsten 20 Monaten seinen neuen Rallye-Wagen entwickeln © getty

Nach drei Triumphen bei der Dakar will VW künftig in der Rallye-WM mitmischen. Die Konkurrenz freut der Einstieg des Neuzugangs.

Olbia - FIA-Präsident Jean Todt ist begeistert, aber auch die künftigen Konkurrenten empfangen Volkswagen mit offenen Armen in der Rallye-WM.

Der Einstieg des Wolfsburger Automobil-Konzerns beschert Citroen, Ford und Rückkehrer Mini nicht nur einen ernst zu nehmenden Gegner, sondern sorgt auch für ein steigendes Interesse an der WM.

Armin Schwarz, Deutschlands bislang letzter WM-Lauf-Sieger, traut VW unterdessen zu, nach dem Einstieg 2013 mit dem neuen Polo-R um den Titel kämpfen zu können.

"Alles, was VW in den letzten Jahren gemacht hat, haben sie konsequent durchgezogen. Ich glaube, dass sie das auch hier machen", sagte Schwarz auf Sardinien.

Die Konkurrenz freut sich

"Ich glaube, dass es eine sehr gute Entscheidung von VW ist. Das ist mit der größte Autohersteller der Welt. Dieser Einstieg ist für sie, aber auch für den ganzen Sport interessant", so Schwarz weiter.

Das sehen die Konkurrenten genauso. "Der Einstieg von VW ist nur positiv. Das zeigt, wie wichtig die Weltmeisterschaft als Marketing-Instrument ist", sagte David Richards, der auf Sardinien als Teamchef erstmals mit dem neuen Werksteam von BMW-Tochter Mini am Start ist.

Richards, früher auch Formel-1-Teamchef bei Benetton und BAR und Rallye-WM-Promoter hatte einst auch schon Subaru zu WM-Ehren in der Rallye-Szene geführt.

"Je mehr, deso besser"

"Je mehr Hersteller, desto besser", meinte auch Dirk Hollweg, Leiter Motorsport bei Mini. "Wir sind froh, dass die WRC so mehr Aufmerksamkeit bekommt", sagte Hollweg.

Darüber freut sich natürlich auch der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA.

"Ich heiße Hersteller wie VW herzlich willkommen. Sie können sich meiner Unterstützung sicher sein", sagte Todt, dem aufgrund seiner eigenen Rallye-Vergangenheit als ehemaliger Beifahrer und Peugeot-Teamchef diese Motorsport-Variante ganz besonders am Herzen liegt.

Motor läutet Renaissance ein

Die Einführung des neuen 1, 6-Liter-Turbomotors durch die FIA hat die beginnende Renaissance der WM begünstigt, da solche Motoren für die Hersteller auch bei Serienfahrzeugen immer interessanter werden.

Auch Ford sieht durch die Rückkehr von Mini und den Einstieg von VW eine positive Zukunft für die Rallye-WM.

"Es gibt einen großen Schub für die WRC, VW und Mini in der Serie begrüßen zu können", erklärte Ford-Teamchef Malcom Wilson: "Ich freue mich auf einen größeren Wettbewerb unter den Herstellern, der die ganze WM stärker und attraktiver für die Medien macht."

VW will den Titel

VW hatte am Donnerstagabend in Olbia auf Sardinien angekündigt, ab 2013 in der Rallye-WM an den Start zu gehen.

In den nächsten 20 Monaten wollen die Wolfsburger, die sich im Gegenzug werksseitig von der Dakar-Rallye zurückziehen, den als Studie präsentierten Polo rennreif machen und parallel mit Starts mit Fahrzeugen von Konzern-Tochter Skoda schon das künftige Einsatzteam trainieren.

"Wir wollen sicher in absehbarer Zeit um den Titel mitfahren und ihn auch gewinnen", sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen.

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