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Mikko Hirvonen will in Argentinien seinen zweiten Saisonsieg feiern © Ford

Ford-Pilot Mikko Hirvonen glaubt an seine Chance und will Dauerweltmeister Sebastien Loeb schlagen - In Argentinien entscheiden die Asphaltpassagen über den Sieg

In Argentinien geht der Kampf zwischen Ford und Citroen weiter. In den vergangenen Wochen war es jedoch etwas einseitig, denn Ford konnte nur den Auftakt in Schweden gewinnen. Dort wurde allerdings auf Schnee gefahren. Bei den übrigen Rallyes zeigten die Fiesta-Piloten zwar Speed, am Ende jubelte aber immer ein Franzose. Mikko Hirvonen ist überzeugt, dass er Sebastien Loeb auch auf Schotter schlagen kann. In Südamerika soll es klappen.

"Natürlich kann er geschlagen werden. Ohne meinem Reifenschaden hätte ich in Sardinien gewinnen können", wird der Finne von 'Motorsport News' zitiert. "Ich war mit meinem Tempo zufrieden. Mir gefallen die Prüfungen in Argentinien. Unsere Schotterabstimmung ist gut. Ich habe eine realistische Chance auf den Sieg." Bislang ist der 30-Jährige nicht über einen dritten Platz in Argentinien hinausgekommen (2007).

Die Entscheidung um den Sieg wird auf den Asphaltsstücken fallen. Die Organisatoren nutzen die neuen Freiheiten im Reglement und haben die Strecken angepasst. Die Prüfung El Condor nach Cuesta Blanca am Freitag endet mit einer 20 Kilometer langen Bergabpassage auf Asphalt. Am Samstag wird die Prüfung Las Jarillas nach Falda del Carmen zweimal durchfahren. Sie startet auf Schotter und wechselt dann für 14 Kilometer auf Asphalt.

Mit den neuen WRC-Boliden sind bislang noch keine Wettbewerbsmeter auf Asphalt gefahren. Auf dem Belagmix in Argentinien wird mit einer Schotterabstimmung und Schotterreifen gefahren. Die Teams haben sich bei Testfahrten auf diese Herausforderung vorbereitet.

Auch für Jari-Matti Latvala fällt die Entscheidung bei diesen Abschnitten. "Die ersten 15 Kilometer von El Condor sind schnell, aggressiv, aber recht gut. Danach wird es sehr schnell und man braucht viel Hingabe in diesen Abschnitten", wird der Finne von 'Autosport' zitiert. "Man kann dort viel Zeit verlieren, wenn man zu zögerlich ans Werk geht. Das sind sehr wichtige Passagen."

"Am Samstag ist es schnell, aber flüssiger und man muss oft bergab bremsen. Diese Rallye kann man auf den Asphaltstücken verlieren. Auf der anderen Seite möchte man nicht zu sehr angreifen, denn man muss das Auto schonen." Ford nutzte die Rallye Sardinen auch für ausgiebige Testfahrten. "Ich fühle mich jetzt mit Schotterreifen auf Asphalt viel wohler als mit dem Focus. Ich habe ein gutes Gefühl für diese Prüfungen."

In der WM geht es nach fünf Rallyes noch eng zu. Hirvonen liegt sieben Punkte hinter Loeb. "Man muss in Argentinien konstant sein, denn die Rallye ist sehr knifflig. Es gibt auch die Möglichkeit von Regen und Schlamm. Wir haben unter diesen Bedingungen getestet, aber nicht mit dem neuen weichen Reifen von Michelin", so Hirvonen. "Wir hatten auch einen guten Test in Griechenland auf schwierigen Strecken. Argentinien kann auch hart sein. Es geht um kleine Dinge, wie die Fahrwerkshöhe und die Federn, die wir nach Argentinien mitnehmen können."

Hirvonen weiß, dass die WM über Konstanz gewonnen wird. Deshalb ist der Sieg nicht zwingend nötig. "Wir müssen jetzt nicht unbedingt gewinnen. Es wäre auch keine Enttäuschung, wenn uns das nicht gelingt. Sollte Sebastien gewinnen und ich werde nur Vierter, dann wäre es ein Problem. Ich muss ihn schlagen."

In der Herstellerwertung liegt Ford bereits 17 Punkte hinter Citroen. Teamchef Malcolm Wilson glaubt an die Siegchance seiner Mannschaft. "Bei den letzten beiden Rallyes waren wir schnell, aber es ist nicht alles für uns glücklich gelaufen. Wir wissen, dass wir es mit unseren Fahrern und unserem Auto schaffen können. Wir müssen nur sicherstellen, dass alle Puzzlestücke am richtigen Platz sind. Wir sind schnell genug. Das unterstreichen unsere zahlreichen Bestzeiten."

"Ohne Frage, wir müssen gewinnen. Ich glaube auch, dass wir einen Sieg verdienen", sagt Wilson. "Wir hätten die letzten beiden Rallyes gewinnen müssen. Deshalb mussten wir uns dieser Situation widmen. Argentinien, Griechenland und Finnland werden entscheidende Rallyes für uns."

Der erfahrene Teamchef ist von dem Belagmix nicht begeistert. "Wir sind für eine Schotterrallye hier, aber wir fahren mit Schotterdämpfung und Schotterreifen auf Asphalt. Das ist keine perfekte Lösung und ich sehe nicht den Punkt, warum man das macht."

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