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Jari-Matti Latvala hat bei der Rallye Argentinien die Führung übernommen © Ford

Jari-Matti Latvala hat bei der Rallye Argentinien die Führung vor Peter Solberg übernommen - Sebastien Loeb und andere haben massive Probleme auf Asphalt

Die erste Zuschauerprüfung bei der Rallye Argentinien am gestrigen Donnerstagabend hat Sebastien Loeb noch für sich entschieden. Doch bei den drei ersten "richtigen" Prüfungen am heutigen Freitag hat sich das Blatt schnell gewendet. Ford-Pilot Jari-Matti Latvala holte sich alle drei Bestzeiten und übernahm schon am Morgen die Führung.

Vor allem in der insgesamt vierten Prüfung "El Condor 1" war Latvala eine Klasse für sich. In der rund 37 Kilometer langen Prüfung wurden 20 Kilometer auf Asphalt gefahren - und zwar auf einem extrem schnellen Abschnitt. Das stellte einige Piloten vor große Herausforderungen, schließlich sind die Autos auf Schotter abgestimmt und mit Schotterpneus bereift. Latvala legte seinen Fiesta RS WRC für diese Prüfung um 20 Millimeter tiefer und war über neun Sekunden schneller als alle anderen. Das war riskant, denn damit verschlechterte sich das Fahrverhalten des Fiesta auf Schotter. Deshalb verzichteten einige andere darauf, den Schwerpunkt ihrer Autos zu senken. Doch Latvala schien genau den richtigen Kompromiss gefunden zu haben.

Damit führt der Finne nun mit 12,3 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Citroen-Privatier Petter Solberg. Mikko Hirvonen war im zweiten Werksford lange Dritter, fiel aber zurück auf den fünften Rang. Citroen-Werkspilot Sebastien Ogier ist nach vier Wertungsprüfungen neuer Dritter, 3,9 Sekunden hinter Solberg. Weitere 2,7 Sekunden dahinter folgt Loeb auf Rang vier.

"Ich freue mich, jetzt scheine ich auch auf Asphalt gut zu sein. Da war ich bisher nicht so stark, und ich habe wirklich versucht, mich zu konzentrieren", berichtet Latvala strahlend. "Mit den neuen Autos fühle ich mich auf Asphalt wesentlich wohler als mit dem Focus." Er glaubt jedoch nicht, dass er diese Fabelzeit bei der zweiten Durchfahrt am Nachmittag wiederholen kann: "Da ist es sicher rutschig, ich glaube nicht, dass wir da noch einmal so eine Zeit hinlegen können."

Die meisten anderen Piloten hatten mit dem schnellen Asphaltstück kleinere oder auch größere Schwierigkeiten. "Es war recht gut, aber auf dem Asphalt bin ich so viel gedriftet, das war unglaublich", sagt Solberg. "Jari ist hier eine sehr, sehr gute Zeit gefahren, auf Asphalt hat er alle gekillt." Citroen-Pilot Ogier hatte auf den letzten Kilometern mit einem unruhigen Heck zu kämpfen: "Es war nicht einfach, am Ende war das Heck recht unruhig, deshalb musste ich am Schluss etwas langsamer fahren. Mir gefällt das nicht. Das ist, wie wenn man auf einer Autobahn fährt."

Sein Teamkollege Loeb hatte richtig massive Schwierigkeiten. "Schrecklich, unfahrbar. Es war wirklich gefährlich", stöhnt der siebenmalige Weltmeister nach der vierten Prüfung. "Es ist zu schnell, und das Auto macht, was es will. Selbst auf den Geraden kann man das Auto nicht halten. Wenn man nur ein bisschen von der Linie kommt, fährt das Auto in alle Richtungen, und es ist so schnell. das ist sehr gefährlich. Es war sehr schwierig zu fahren. Man kann nicht pushen, man kann nur versuchen, auf der Straße zu bleiben." Auch Hirvonen berichtet, dass er die ganze Zeit über am Limit war.

Auf den Plätzen sechs und sieben hinter Hirvonen liegen zur ersten Mittagspause die beiden Stobart-Piloten Mads Östberg und Matthew Wilson. Lokalmatador Federico Villagra hat an seinem Munchi's-Ford mit technischen Problemen zu kämpfen und ist Achter. US-Star Ken Block folgt im Monster-Ford auf dem neunten Rang. Er hat eine besonders bemerkenswerte Beschreibung für das Fahrgefühl mit Schotterreifen auf dem schnellen Asphalt: "Das ist, wie wenn man auf heißen Gummibärchen fährt." Block, der zum ersten Mal seit März wieder an einem WRC-Lauf teilnimmt, hatte am Morgen bereits mit einem Antriebsproblem zu kämpfen und kam zudem einmal kurz von der Piste ab.

Haydon Paddon komplettiert im Gruppe-N-Subaru Impreza die Top 10. Das deutsche Duo Armin Kremer und Klaus Wicha liegt im Mitsubishi Lancer auf dem 16. Rang. Der Niederländer Peter van Merksteijn, ebenfalls in einem privaten Citroen DS3 WRC unterwegs, lag auf dem zehnten Platz, blieb aber in der vierten Prüfung stehen.

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