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Jari-Matti Latvala holte vier Bestzeiten und führt nach dem ersten Tag © xpb.cc

Jari-Matti Latvala beendet den ersten Tag der Rallye Argentinien als Führender - 400. Bestzeit für Petter Solberg - Nach Strafe großer Rückstand für Sebastien Loeb

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala war der dominierende Mann des ersten Tages der Rallye Argentinien. Der Finne holte sich in vier der sechs Wertungsprüfungen, die an diesem Freitag gefahren wurden, die Bestzeit. Schon am Morgen setzte er sich an die Spitze des Gesamklassements, in der Folge baute er seinen Vorsprung immer weiter aus. Eine Besonderheit war heute, dass es neben den Schotterpisten auch lange und schnelle Asphaltabschnitte gab. Auf diesen trumpfte Latvala am Vormittag besonders auf. Nun geht er mit einem Polster von 18,2 Sekunden in den Samstag.

Zweitplatzierter ist seit dem Morgen Citroen-Privatier Petter Solberg. Der Norweger sorgte als Schnellster der sechsten Wertungsprüfungen für einen Meilenstein: Es war Solbergs 400. Bestzeit in der Rallye-Weltmeisterschaft. 10,6 Sekunden dahinter hat Citroen-Werkspilot Sebastien Ogier den Freitag als Dritter beendet. Latvalas Ford-Kollege Mikko Hirvonen hat als Vierter 14,7 Sekunden Rückstand auf Ogier.

Dagegen hatte Rekordweltmeister Sebastien Loeb, der zuletzt fünf Mal in Folge in Argentinien gewonnen hat, einen schwierigen Freitag. Der Citroen-Star hatte teilweise auf den Asphaltabschnitten mit seinem auf Schotter abgestimmten DS3 WRC massive Probleme. Dann warf ihn eine Zeitstrafe von einer Minute noch weiter zurück. Loeb hatte zu früh an der Zeitkontrolle vor der vierten Prüfung eingecheckt. Nach dem ersten Tag ist Loeb nun Fünfter, sein Rückstand auf Spitzenreiter Latvala beträgt rund eineinhalb Minuten.

"Es war ein guter Tag, ich bin sehr happy mit der Performance, die ich heute gezeigt habe. Und ganz ehrlich: Der Asphalt hat mir Spaß gemacht! In der letzten Prüfung habe ich nach zehn Kilometern zu spät gebremst und den Motor abgewürgt. Dadurch habe ich aber nur zwei oder drei Sekunden verloren, es passt immer noch", bilanziert der Gesamtführende Latvala. Morgen muss er als Erster auf die Piste, er sieht darin aber keinen Nachteil, denn auf den staubigen Pisten hat der damit freie Sicht: "Ich möchte als Erster rausgehen, ich denke, dass das eine gute Startposition ist."

Auch der Zweitplatzierte Solberg ist mit seinem Freitag zufrieden. "Nur mit den Asphaltabschnitten war ich nicht so happy. Das waren die einzigen Stellen, auf denen ich heute Zeit verloren habe. Ich weiß nicht, wie ich das angehen soll. In der letzten Prüfung hatte ich auch keine neuen Reifen mehr. Das Auto war dann sehr, sehr schwer zu fahren, aber es war ein guter Tag und ich bin sehr happy", sagt er gut gelaunt. Und nach seiner 400. Bestzeit kündigt er an: "Es werden mehr folgen! An diesem Wochenende und in der Zukunft."

Citroen-Werkspilot Ogier spricht ebenfalls von einem "guten Tag", er hat allerdings in der letzten Prüfung etwas Zeit verloren. "Ich hatte auf dem Asphalt etwas Angst um meine Reifen. Vielleicht habe ich sie zu sehr geschont, aber es ist okay. Startplatz drei ist für morgen nicht so schlecht", erklärt er.

Dagegen hatte Ford-Pilot Mikko Hirvonen mehr zu kämpfen. Er haderte mit der Reifenstrategie, die er für die Mischung aus Schotter und Asphalt gewählt hatte. "Meine Reifen sind jetzt komplett hinüber. Sie haben schon auf dem Schotter abgebaut, und auf dem Asphalt ist das Auto dann immer unruhiger geworden", schildert er.

Argentinien-Seriensieger Loeb ist die Enttäuschung nach diesem Freitag anzumerken. "Es war kein guter Tag", seufzt der Franzose, der zumindest in der letzten Prüfung die Bestzeit holen konnte. Ihn tröstet auch nicht, dass er als Fünfter eine gute Startposition für den morgigen Samstag hat: "Das stimmt, aber der Abstand ist zu groß. Man hat heute gesehen, dass es für jeden schwierig war, im Vergleich zu den anderen wesentlich schneller zu fahren."

Gleichzeitig dementiert Loeb auch Spekulationen, er könnte vor der vierten Prüfung absichtlich zu früh gestempelt haben, um "taktisch" nach hinten zu rutschen und für morgen eine bessere Startposition zu bekommen. "Das war keine Taktik, es war einfach Dummheit", ärgert er sich. "Es waren sehr viele Leute rund um die Zeitkontrolle, ich habe den Checkpoint nicht gesehen und bin einfach zehn Meter zu weit gefahren."

Hinter Loeb folgt bereits eine Lücke von fast eineinhalb Minuten. Mads Östberg ist Sechster, sein Stobart-Teamkollege Matthew Wilson Siebter. 13,5 Sekunden dahinter folgt Lokalmatador Federico Villagra (Munchi's) als Achter.

US-Star Ken Block, der zum ersten Mal seit seinem Portugal-Crash im März wieder einen WRC-Lauf bestreitet, folgt knapp zwei Minuten dahinter als Neunter. Er hatte in der letzten Prüfung noch eine Schrecksekunde: "Ich musste mich erst wieder eingewöhnen, und diese Prüfungen sind extrem schwierig, sie sind so rau. Auf Schotter geht es bergab und durch Haarnadeln, und dann kommt man auf den Asphalt und es geht mit Vollgas geradeaus. Meine Reifen waren da schon hinüber, und da hab ich dann im letzten Abschnitt noch den Randstein mitgenommen."

Hayden Paddon komplettiert in seinem Gruppe-N-Subaru die Top 10. Daniel Oliveira liegt im MINI des Brasil-Teams auf Rang 13. Das deutsche Duo Armin Kremer und Klaus Wicha belegt mit dem Mitsubishi Lancer weiterhin den 16. Platz.

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