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Sebastien Loeb gab Gas und wurde mit dem unerwarteten Sieg belohnt © xpb.cc

Sebastien Loeb hat nach seiner Ein-Minuten-Strafe am Limit gekämpft und wurde damit mit einem Sieg belohnt, an den er selbst nicht mehr geglaubt hätte

Dass er am Ende seinen sechsten Argentinien-Sieg in Folge feiern könnte, das hätte Sebastien Loeb heute Morgen selbst nicht gedacht. Natürlich war der Citroen-Star als Favorit in den sechsten Lauf der WRC-Saison 2011 gestartet. Aber zunächst lief erst einmal alles gegen ihn. Am Freitag hatte er Schwierigkeiten, als er als Erster auf die Piste musste. Auf Schotter verlor er Zeit, und auf den Asphaltabschnitten kam er mit seinem DS3 WRC überhaupt nicht zurecht.

Dazu kam dann auch noch sein Missgeschick am Nachmittag, als er bei einer Zeitkontrolle zu früh eincheckte und dafür eine Strafminute aufgebrummt bekam. Loeb beendete den ersten Tag als Fünfter mit einem Rückstand von eineinhalb Minuten auf die Spitze. Doch am Samstag wendete sich das Blatt, der Rekordweltmeister setzte zur Aufholjagd an.

Loeb holte am zweiten Tag fünf Bestzeiten und rückte immer näher an die Top 4 heran. Als dann Ford-Pilot Jari-Matti Latvala und Petter Solberg zurückfielen, ging es für Loeb um zwei Plätze nach vorn und er beendete den Samstag als Dritter. Sein Rückstand auf den neuen Spitzenreiter, seinen Teamkollegen Sebastien Ogier, betrug 47 Sekunden. Er hatte aufgeholt, doch Loeb war klar, dass er Ogier nicht mehr abfangen kann - wenn dieser ohne größere Dramen durchkommt. Also konzentrierte er sich darauf, Ford-Pilot Mikko Hirvonen noch vom zweiten Platz zu verdrängen. Denn auf den Finnen fehlten ihm vor dem letzten Tag nur vier Sekunden.

Doch Ogier kam nicht ohne Dramen durch: In der ersten Sonntagsprüfung überschlug er sich, die Servolenkung seines DS3 WRC funktionierte danach nicht mehr. Damit war die Chance für Loeb plötzlich wieder da. Inzwischen hatte er auch Hirvonen überholt und war Zweiter. Und in der abschließenden Powerstage gelang es ihm, sich mit wenigen Sekunden Vorsprung den Sieg doch noch zu sichern.

"Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist. Nachdem wir die Strafe bekommen und den Rhythmus der Fahrer gesehen haben, die alle um Sekunden gekämpft haben, haben wir realisiert, dass es unmöglich sein wird, um den Sieg zu kämpfen", wird Loeb von 'wrc.com' zitiert. "Also war das Ziel, den Fahrer direkt vor mir abzufangen. Das war Mikko, und ich habe von Freitagmittag bis jetzt versucht, so hart wie möglich zu pushen. Jetzt freue ich mich darüber, denn nachdem ich die ganze Zeit über am Limit war, habe ich mit zwei Sekunden Vorsprung gewonnen."

Dass er doch noch die Chance auf den Sieg hat, wurde Loeb klar, als er verstand, was bei Ogier los war. "Als ich seine Zeit in der ersten Prüfung heute gesehen habe, dachte ich, dass das normal ist", sagt der Franzose. "Ich dachte, er geht einfach ein bisschen vom Gas, weil er einen so großen Vorsprung hat. Dann hat man mir von seinen Problemen erzählt, dass er sich überschlagen hatte. Als ich wusste, dass er bei nur 20 Sekunden Vorsprung Probleme mit der Servolenkung hat, war mir klar, dass es für ihn unmöglich sein würde, zu gewinnen. Aber für mich hat das nichts geändert. Denn ich habe mit Mikko gefightet, und das Einzige, was ich tun konnte, war pushen."

Dieser Sieg sei einfach unglaublich, freut sich Loeb, aber er betont, dass es nicht der beste unter seinen inzwischen 65 WRC-Triumphen ist. "Denn Ogier hat geführt, und er hätte gewonnen, wenn er sich nicht überschlagen hätte", sagt er. "Auch Jari-Matti und Petter hatten Probleme. Aber angesichts der sehr widrigen Umstände ist es ein unglaubliches Ergebnis."

Auch für den Titelkampf sei der Sieg wichtig: "Es ist besser, als hinter seinen beiden größten Rivalen in der Meisterschaft zu landen. Mikko hat nur 13 Punkte Rückstand, von daher ist noch alles offen. Aber ich freue mich, viele wichtige Punkte geholt zu haben."

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