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Der Franzose Sebastien Loeb holte in den letzten sieben Jahren den WM-Titel © getty

"Super-Seb" will bei der Deutschland-Rallye seine Fans beglücken. Der VW-Motorsport-Direktor sucht einen "neuen Röhrl".

Trier - Ein scheinbar unschlagbarer Rekordweltmeister, ein Formel-1-Champion auf der Suche nach Anerkennung, zwei deutsche Talente bei ihrer großen Bewährungsprobe und spektakuläre Wertungsprüfungen vor über 200.000 Zuschauern:

Die Deutschland-Rallye wird auch bei ihrer neunten Auflage als WM-Lauf an diesem Wochenende ein großes Spektakel (Shakedown ab 22 Uhr im TV auf SPORT1).

Im Mittelpunkt des sportlichen Geschehens wird die Jagd auf Sebastien Loeb stehen.

Der Franzose gewann bisher alle acht WM-Läufe in Deutschland sowie die Weltmeister-Titel der letzten sieben Jahre, ist schon wieder Führender in der Gesamtwertung und fühlt sich rund um Trier ohnehin pudelwohl.

Quasi Loebs Heimrallye

Sein elsässischer Geburtsort Hagenau liegt gerade mal 200 km entfernt, so gesehen ist es für "Super-Seb", der am Mittwoch seinen Vertrag bei Citroen überraschend um zwei Jahre verlängerte, sogar eher ein Heimspiel als für die meisten deutschen Piloten.

"Das ist quasi meine Heimrallye", sagt der 37-Jährige Loeb, 2009 vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zum Ritter der Ehrenlegion ernannt: "Viele Fans aus meiner Heimat werden dabei sein."

Kein Ehrgeiz bei Räikkönen

Auch Kimi Räikkönen, 2007 noch Formel-1-Weltmeister und in seiner zweiten Rallye-Saison mit dem eigenen Team Ice1Racing am Start, freut sich auf den deutschen Lauf, schließlich gewann er im Vorjahr hier seine erste Wertungsprüfung.

"In der Formel 1 war Deutschland nie ein guter Boden für mich. Schön, dass es beim Rallyefahren anders zu sein scheint", meint der "Iceman" schmunzelnd. Die meisten Konkurrenten und Experten sehen den prominentesten, derzeit aber nur auf Rang neun in der WM-Wertung liegenden Piloten dagegen kritisch.

"Bisher konnte er sich nicht wirklich behaupten, und er hat im Vergleich zu vielen anderen Fahrern nicht den Ehrgeiz zu gewinnen", sagt Armin Schwarz, 17 Jahre als Werksfahrer in der WM und heute SPORT1-Experte.

[kaltura id="0_n6n9ic6q" class="full_size" title="Deutschland-Rallye: Paukenschlag zum Start"]

23 deutsche Piloten dabei

Der Münchner Privatsender berichtet an allen drei Tagen mit der Liveübertragung von der spektakulären Zuschauerprüfung Circus Maximus zum Abschluss am Sonntag ab 14 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 als Höhepunkt.

Neben Räikkönen, Loeb sowie dessen Verfolgern Mikko Hirvonen (Finnland/Ford), Sebastian Ogier (Frankreich/Citroen) und Jari-Matti Latvala (Finnland/Ford), Ex-Weltmeister Petter Solberg (Norwegen/Citroen) und Vize-Weltmeister Dani Sordo (Spanien) im neuen Mini John Cooper Works WRC stehen auch zwei der 23 deutschen Piloten im Mittelpunkt des Interesses.

Ein neuer Walter Röhrl?

Aaron Burkart (Berlin), im Vorjahr Junioren-Weltmeister, aber danach ohne WM-Cockpit für diese Saison, steuert einen WRC-Fiesta des Ford-Kundenteams Stobart.

Christian Riedemann (Sulingen), der normalerweise in der WM-Akademie des Automobil-Weltverbandes FIA in der WM unterwegs ist, bekommt eine Chance vom künftigen VW-Team.

Während dieses dabei Abläufe für den WM-Einstieg in zwei Jahren probt, kann sich der im Sichtungsprogramm fahrende Riedemann für ein Werkscockpit 2013 empfehlen (Die Rallye-WM im TV auf SPORT1).

"Es wäre toll, wenn wir auf diesem Weg einen neuen Walter Röhrl oder eine Michele Mouton finden würden", erklärte VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen.

Der Veranstalter ADAC erwartet an den drei Tagen mindestens so viele Zuschauer wie im Vorjahr, als 220.000 Besucher am Streckenrand gezählt wurden. Nach einer Studie der Uni Kaiserslautern generiert die Region etwa 20 Millionen Euro von den Rallyefans.

Drei verschiedene Rallyes in Trier

Neben dem gestiegenem deutschen Faktor in der WM ist es vor allem das Profil der Rallye, das seinen Reiz ausmacht.

Prüfungen in den Weinbergen der Mosel, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Baumholder oder eben im Circus Maximus haben ihren ganz eigenen Charme, schnelle Asphaltprüfungen zwischen den gefürchteten Hinkelsteinen runden den neunten von 13 WM-Läufen ab.

"Hier habe ich nach drei Tagen immer das Gefühl, ich wäre drei verschiedene Rallyes gefahren", sagte Loeb: "Baumholder zum Beispiel ist so anders, so weit weg von allem anderen, was man an Asphaltpisten kennt. Nirgends ist es schwieriger, die richtige Mischung beim Fahren zu finden. Gas geben können viele, doch wer in Deutschland gewinnen will, muss auch diese Prüfungen erfolgreich bewältigen."

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