vergrößernverkleinern
Sebastien Ogier feierte bei der Deustchland-Rallye seinen sechsten WRC-Sieg © getty

Sebastien Loebs Siegesserie bei der Deutschland-Rallye reißt. Schuld sind sein starker Landsmann Ogier und ein Defekt.

Trier - Ein Plattfuß hat die Regentschaft von Sebastien Loeb als Rallye-König von Deutschland beendet und den Veranstaltern damit einen ungewöhnlichen Wunsch erfüllt.

Der Franzose, der zuvor alle acht WM-Läufe rund um Trier gewonnen hatte, musste sich diesmal mit Rang zwei hinter dem ohnehin als sein "Kronprinzen" geltenden Sebastian Ogier begnügen. (Higlights ab 23.45 Uhr im TV auf SPORT1

Rallye-Chef Armin Kohl dürfte sich gefreut haben, hatte er doch im Vorfeld ungewöhnlich parteiisch erklärt: "Ich mag Sebastien sehr, aber ich wünsche mir auch mal einen anderen Sieger."

Den bekam er nun in Ogier, Loebs dem Champion nicht gerade in inniger Freundschaft verbundenem Landsmann und Citroen-Markenkollegen. (DATENCENTER: Rennkalender und Ergebnisse)

Signal nach Loeb-Verlängerung

Loeb halfen auch die Siege in neun der 19 Wertungsprüfungen nicht, bis zum Platten auf der letzten Prüfung des Samstags hatte er das Klassement standesgemäß angeführt.

Von den plötzlich 71 Sekunden Rückstand machte er am Sonntag immerhin noch 32 wett.

Der zehn Jahre jüngere Ogier, der offenbar auf einen Wechsel des Dominators zu VW und die Position als Platzhirsch spekuliert hatte, setzte vier Tage nach der von ihm verbittert aufgenommenen Vertragsverlängerung Loebs ein Zeichen. (AKTUELL: Loeb bleibt Citroen treu)

In der WM-Wertung verbesserte er sich auf Rang zwei, doch Loeb ist angesichts von 25 Punkten Vorsprung weiterhin auf dem besten Weg zu seinem achten WM-Titel in Folge. Eine - allerdings wenig prachtvolle - Loebstraße gibt es in Trier übrigens schon, mit ihrer Namensgebung hat "Super-Seb" allerdings nicht zu tun.

Zukunft der Deutschland-Rallye ungewiss

Bei durchwachsenen Bedingungen - dem Königswetter am Samstag folgte ein extremes Gewitter am Sonntag - verfolgten etwa zehn Prozent weniger Besucher als im Vorjahr die spektakulären Prüfungen in den Weinbergen oder im Circus Maximus.

[kaltura id="0_wgxxpr14" class="full_size" title="Loeb im Pech"]

Die 200.000er-Marke könnte aber wieder knapp geknackt worden sein.

Ein wichtiges Argument für den deutschen WM-Lauf, dessen Zukunft über 2012 hinaus noch nicht sicher ist. Der Automobil-Weltverband will die Rallye-WM künftig zu einer globaleren Veranstaltung machen und erwägt somit die Streichung einiger Europa-Rennen.

VW-Mann Riedemann nutzt Schnupper-Chance

Ein wichtiger Pluspunkt für Deutschland könnte allerdings der VW-Einstieg im Jahr 2013 sein.

Am Wochenende gab Volkswagen Christian Riedemann eine Bewährungschance im Skoda. Der 23 Jahre alte Sulinger, der normalerweise in der WM-Akademie des Automobil-Weltverbandes FIA in der WM unterwegs ist, nutzte sie.

Aaron Burkart, im Vorjahr Junioren-Weltmeister und danach ohne WM-Cockpit für diese Saison, hatte mit dem WRC-Fiesta des Ford-Kundenteams Stobart dagegen mit zahlreichen Problemen zu kämpfen.

Ford patzt, Mini jubelt

Vom Pech verfolgt waren diesmal die Ford-Piloten. Der Finne Mikko Hirvonen musste mit Rang vier vorlieb nehmen und verlor Platz zwei in der WM-Wertung.

Sein Landsmann Jari-Matti Latvala blieb nach mehreren technischen Defekten gar nur Platz neun, obwohl er drei Wertungsprüfungen für sich entschied.(Die Rallye-WM im TV auf SPORT1).

Dafür herrschte große Freude bei Mini, der starke Spanier Dani Sordo sicherte als Dritter den ersten Podestplatz nach dem WM-Comeback.

Szenenapplaus für Räikkönen

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen (Citroen), der im vergangenen Jahr in Deutschland mit Rang fünf sein bestes WM-Ergebnis eingefahren hatte, belegte Rang sechs.

Für seine spektakuläre Fahrweise erntete der Finne Szenenapplaus, Sympathiepunkte außerhalb der Strecke gewann er keine.

Da gab Räikkönen lieber wieder den unnahbaren "Iceman" und ging Fans, Sponsoren und Journalisten wo immer er konnte aus dem Weg.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel