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Sebastian Loeb fährt seit 2001 mit dem monegassischen Co-Pilot Daniel Elena © dapd

Mit seinem achten WM-Titel in Folge lässt Sebastien Loeb selbst Michael Schumacher hinter sich. Und er hat noch nicht genug.

Cardiff - So hatte selbst der jetzt achtmalige Weltmeister Sebastien Loeb noch keinen Titel gefeiert.

"Es ist schon ein bisschen bizarr, zur Mitte einer Rallye Weltmeister zu werden. Man kann noch nicht einmal etwas trinken, weil man am nächsten Morgen wieder fahren muss", sagte der Franzose, nachdem ihm der Ausfall seines letzten Konkurrenten und möglicherweise künftigen Teamkollegen Mikko Hirvonen (Finnland) am Freitagabend vorzeitig die nächste WM-Krone beschert hatte.

Es war der achte Triumph des Ausnahmefahrers in Folge, und der war selbst für einen Titelhamster wie "Super-Seb" etwas Besonderes.

Denn der 37 Jahre alte Elsässer ist jetzt vor Formel-1-Pilot Michael Schumacher alleiniger Rekordhalter auf vier Rädern.

"Bis jetzt war ich gleichauf mit Schumi, und es ist schön, dass ich jetzt acht habe. Dieser Titel hat einen besonderen Reiz, weil es ein neuer Rekord ist. Das ist speziell."

"Vielleicht werden es ja neun"

Das sah auch Citroen-Teamchef Olivier Quesnel so.

"Seb ist der einzige, der so viele Titel geholt hat, selbst Schumacher hat bei sieben aufgehört", sagte der Franzose: "Und er wird ja auch im nächsten Jahr noch bei Citroen fahren. Wer weiß, vielleicht werden es dann ja neun Titel."

Zwei weitere Jahre bei Citroen

Denn Loeb, der noch im Auto zwischen zwei Wertungsprüfungen durch einen Anruf von seiner Frau Severine erstmals von Hirvonens sich andeutendem Aus erfahren hatte, hat noch lange nicht genug.

Nach längerem Zögern und sicher auch einigen Gedanken an einen möglichen Wechsel zum künftigen WM-Einsteiger VW hatte er vor einigen Wochen seinen Vertrag bei Citroen um zwei weitere Jahre verlängert (AKTUELL: Loeb bleibt Citroen treu).

Erst danach will er sich anderen Dingen widmen, wie seinem eigenen Rundstrecken-Team, das er kürzlich mit seinem ersten Freund und ersten Beifahrer Dominique Heintz gegründet hat.

[kaltura id="0_03nyw4e5" class="full_size" title="Loeb zum Achten"]

Riskantes Tempo

Ob es wirklich klappt mit Titel Nummer acht, daran hatte Loeb allerdings in der Anfangsphase des Saisonfinales in Wales (ab 16.45 Uhr im TV auf SPORT1) noch gezweifelt, weil Verfolger Hirvonen im Ford "großen Druck" gemacht hatte.

"Alles hätte passieren können, aber dann hat er den ersten Fehler gemacht", sagte Loeb und gab eine große Portion Erleichterung zu: "Bei diesem Tempo war die Chance groß, dass einer von uns abfliegt."

So wie Loebs Landsmann und Noch-Teamkollege Sebastien Ogier beim vorletzten WM-Lauf in Spanien, was den Titel-Showdown in den walisischen Wäldern zu einem "Fall für zwei" gemacht hatte.

Reifenschaden und Überschlag

Dass die Entscheidung überhaupt so spät fiel, hatte sich Loeb allerdings auch selbst zuzuschreiben, nachdem "wir zur Mitte des Jahres einen guten Vorsprung verloren hatten".

Ein Reifenschaden bei der Deutschland-Rallye, die er daher zum ersten Mal überhaupt nicht gewann, ein Überschlag in Australien und der Ausfall nach einem Patzer bei seinem Heimspiel im Elsass hatten die Konkurrenz überhaupt erst wieder ins Spiel gebracht.

"Schöne interne Kämpfe"?

Letztlich musste sich Hirvonen nach seinem folgenschweren Ausrutscher am Freitag schon zum dritten Mal nach 2008 und 2009 mit WM-Rang zwei hinter Loeb zufrieden geben (DATENCENTER: Rennkalender und Ergebnisse) .

Im nächsten Jahr winkt ihm aber der Platz neben dem Champion - im Citroen-Team. Dort könnte er Ogier ersetzen, der in diesem Jahr bei den Franzosen letztlich vergeblich an Loebs Status gerüttelt hatte.

Falls es so käme - eine offizielle Entscheidung wird Mitte nächster Woche erwartet - würden auf Loeb "schöne interne Kämpfe" zukommen (Die Rallye-WM im TV auf SPORT1).

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