König Loeb: Triumphale Rückkehr auf den Thron
Trier - Die Rückkehr auf den Thron geriet zur Machtdemonstration:
Als Rekordweltmeister Sebastien Loeb am Sonntag in der Trierer Innenstadt vor Tausenden Fans seinen Erfolg feierte, hatte der König der Rallye Deutschland die Verhältnisse ein Jahr nach seinem unglücklichen zweiten Platz wieder zurechtgerückt.
Loebs neunter Erfolg im zehnten WM-Lauf rund um Trier war zugleich sein souveränster Sieg in Deutschland, einmal mehr untermauerte der achtmalige Champion seine Ausnahmestellung.
2011 hatte ihn ein Plattfuß erstmals den Sieg gekostet - im Normalfall, das wurde nun klar, ist der Franzose auf deutschem Asphalt nicht zu schlagen. ( NEWS: Alles zum Motorsport)
"Ein fast perfektes Wochenende"
"Es war fast ein perfektes Wochenende für uns, obwohl die Wetterbedingungen es in sich hatten", sagte Loeb: "Ab Samstagmorgen wusste ich, dass ich es vorsichtiger angehen konnte."
2:00,1 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Finnen Jari-Matti Latvala im Ford Fiesta RS - nie gewann Loeb "die Deutschland" mit größerem Vorsprung.
"Wir wussten vor der Rallye, dass es sehr schwierig werden würde, Sebastien hier zu schlagen. Da mussten wir realistisch sein", sagte Latvala später.
Loeb fast sicher Weltmeister
Platz drei, mit bereits 2:31,4 Minuten Rückstand, sicherte sich Loebs Teamkollege Mikko Hirvonen (Finnland).
Dem Elsässer ist der neunte WM-Titel nur noch theoretisch zu nehmen.
Mit 199 Punkten führt er das Klassement nach neun von dreizehn Läufen an, auf dem zweiten Platz folgt Hirvonen (145), der erste echte Verfolger ist Ford-Werkspilot Petter Solberg (Norwegen) - mit 104 Punkten.
Loeb-Faktor greift
Vom Start weg griff auf den Straßen in und um Trier der Loeb-Faktor, es war die Kombination aus Schnelligkeit und Kontinuität, mit der der 38-Jährige seine Führung stetig ausbaute.
Auf einzelnen Wertungsprüfungen war Loeb zu schlagen, doch jeder seiner Konkurrenten beging mindesten den einen Fehler, der Loeb nicht unterlief.
So endeten Solbergs Siegchancen am Samstag auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz "Panzerplatte" an einem der berüchtigten tonnenschweren Hinkelsteine, der Norweger blieb unverletzt.
"Zahlen ziemlich egal"
Der Sonntag geriet bei Regen in und um Trier zum Schaulaufen.
"Mir sind die Zeiten ziemlich egal", sagte Loeb: "Aber man muss sehr vorsichtig sein, es ist sehr knifflig".
Ohne großen Druck fuhr er seine Linie, die Verfolger waren vor allem darauf bedacht, ihre Podestplätze zu sichern.
Keine Spur von Amtsmüdigkeit
Keine Spur von Amtsmüdigkeit also bei "Super-Seb".
Im Vorfeld der Rallye hatte er mit seinem baldigen Rückzug kokettiert, in Trier wollte er indes nichts zu dem Thema beitragen.
"Es sind immer dieselben Fragen, und ihr bekommt dieselbe Antwort: Es ist noch nichts entschieden", sagte Loeb.
Immerhin: Näheres werde er noch in diesem Jahr verkünden.
Wiegand scheidet aus
Eine Enttäuschung erlebte derweil Sepp Wiegand.
Bis Samstagabend betrieb der 21-Jährige VW-Werkspilot im leistungsschwächeren Skoda Fabia Eigenwerbung, lag zwischenzeitlich auf dem elften Platz - hatte aber offenbar schon eine dunkle Vorahnung:
"Auf der letzten Etappe muss ich den Fabia wohl ganz vorsichtig ins Ziel tragen" - prompt stoppte das Talent am Sonntagmorgen eine beschädigte Radaufhängung, die Rallye war damit für ihn beendet.
Teamkollege und Vorjahressieger Sebastien Ogier holte einen starken sechsten Platz. Volkswagen steigt 2013 mit dem Polo in die WM ein und bereitet sich mit dem Fabia in der niedrigeren S2000-Klasse vor.