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Zum ersten Mal startet Robert Kubica in der WRC2 auf Schotter © Citroen

Robert Kubica ist sich vor seiner ersten Schotter-Rallye in der WRC2 der Herausforderung bewusst - In erster Linie will der Pole in Portugal viel lernen

Der Rallye-Sport ist mit der Rundstrecke und speziell mit der Formel 1 nicht vergleichbar. Beide Autos haben zwar vier Räder, einen Motor und ein Lenkrad, doch auch diese Parameter sind total unterschiedlich. Robert Kubica steht nun vor diesen neuen Herausforderungen. Die bisherigen Rallyes hat er auf Asphalt bestritten. Nun steht an diesem Wochenende seine erste Schotter-Rallye auf dem Programm. Neben dem losen Untergrund steht Kubica vor weiteren Herausforderungen, denn in der Rallye-WM sind die Prüfungen auch deutlich länger als bei nationalen Läufen oder in er der Europameisterschaft.

So beträgt die längste Prüfung in Portugal ganze 52,30 Kilometer. "Ich glaube, dass die Herausforderung an diesem Wochenende eine der größten meines Lebens sein wird, wenn nicht die größte", bringt es der Pole bei 'WRC.com' auf den Punkt. "Vielleicht ist es für meine Situation auch zu groß, aber wenn man sich dieser Herausforderung stellt und es schafft, dann wird das Gefühl noch besser sein." Ein wesentlicher Unterschied zur Formel 1 besteht auch in der Zusammenarbeit mit dem Co-Piloten.

Im Rallye-Auto ist der Fahrer nicht nur für sich alleine verantwortlich und zudem muss das Vertrauen zum Co-Pilot passen. Schon Kimi Räikkönen hatte bei seinen Ausflügen in die WRC Schwierigkeiten, sich auf diese Situation anzupassen. Außerdem muss gemeinsam der Aufschrieb erstellt werden. "Für mich ist das die größte Herausforderung und es ist der größte Performance-Faktor", meint Kubica über das "Gebetsbuch". Sein Co-Pilot ist in diesem Jahr Macek Baran.

"Für mich bedeutet der Aufschrieb alles, denn ich verfüge nur über eine geringe Erfahrung. Für mich sind alle Prüfungen neu, weshalb der Aufschrieb entscheidend ist. Ihn zu erstellen ist nicht einfach, denn anderenfalls gäbe es meiner Meinung nach mehr gute Fahrer." Während der Recce feilten Kubica und Baran an den Notizen. Für die langen Prüfungen in Portugal war das nicht einfach. Zudem wird auch die körperliche Verfassung Kubicas auf die Probe gestellt.

"Im Vergleich zu Asphalt ist die Lenkung leichtgängiger, aber auf Schotter muss man mehr korrigieren und es gibt generell mehr Bewegung. Körperlich ist es auch anstrengender für mich. Das ist aber gut, denn wenn ich diese Rallye durchstehe, dann bin ich in guter Form. Das wäre der nächste Schritt bei meiner Rehabilitation." Zudem trifft der ehemalige Formel-1-Pilot in Portugal auch auf harte Konkurrenz.

Die WRC2 ist hochkarätig besetzt. Auf die Rivalen blickt Kubica aber nicht. "Mein größter Gegner werde ich selbst sein, weil ich noch nicht auf Resultate schaue. Natürlich wird der Vergleich interessant sein, aber wenn ich 1,5 Sekunden pro Kilometer verliere, dann wäre das für mich in Ordnung. Ich möchte es genießen, Spaß haben und Erfahrung sammeln. Ich möchte so viele Kilometer wie möglich zurücklegen und es hoffentlich ins Ziel schaffen."

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