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Andreas Mikkelsen macht sich keinen Druck und will sich Schritt für Schritt steigern © Volkswagen

Andreas Mikkelsen steht vor seinem Volkswagen-Debüt mit dem Polo R WRC - In Portugal will es der Norweger ruhig angehen und sich Schritt für Schritt steigern

Die Rallye Portugal ist für Andreas Mikkelsen besonders wichtig, denn sie ist der Start eines neuen Karriere-Abschnitts für den Norweger. Zum ersten Mal wird er mit dem Polo R WRC von Volkswagen an den Start gehen und die Unterstützung eines Herstellers genießen. Im Jahr 2006 debütierte Mikkelsen für das Stobart-Team in der Rallye-WM. 2007 und 2008 bestritt er einige WM-Läufe mit einem Ford Focus WRC. Sein bisher bisher Ergebnis war Rang fünf in Schweden im Jahr 2008. Diese erste Phase in der WM war allerdings auch durch viele Probleme geprägt. Deshalb entschied sich Mikkelsen ab 2009 für die S2000-Autos.

Mit Erfolg, denn in den Jahren 2011 und 2012 wurde er mit Skoda IRC-Champion. Daneben wurde er von Volkswagen aufgebaut und fuhr im Vorjahr acht WRC-Läufe als Teamkollege von Sebastien Ogier im Skoda Fabia S2000. In dieser Zeit hat Mikkelsen viel gelernt, weshalb er nun bereit für den richtigen Schritt in die WRC ist. "Natürlich wird jetzt ein Traum wahr. Die Entscheidung für den Rückschritt war 2008 nicht einfach, aber ich habe viel gelernt", meint der 23-Jährige rückblickend.

"Es ging darum, dass ich wieder zurück in die WRC komme. In den beiden IRC-Jahren mit Skoda habe ich viel gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar. Jetzt fühle ich mich für die WRC bereit. Bei Volkswagen zu sein ist fantastisch, speziell wenn man sich ihre Erfolge ansieht. Es ist unbeschreiblich." Am Donnerstag wurde Mikkelsen auch zur offiziellen Pressekonferenz eingeladen. Ein Ehre, denn zuletzt waren für ihn die Rallyes am Donnerstag schon wieder vorbei ehe sie begonnen hatten.

"Das Gefühl ist im Moment unglaublich. Es ist schön, die gesamte Rallye zu bleiben und nicht nach der Recce am Donnerstagmorgen in das Flugzeug zu steigen. Für mich wird es die schwierigste Rallye der Saison. Ich bin sie erst einmal im Jahr 2007 gefahren. Damals war ich noch ein kleiner Junge." Deshalb will sich Mikkelsen auch keine konkreten Ziele setzen. "Für mich ist wichtig, dass ich Erfahrung sammle. Ich bin hier, um die Meisterschaft zu lernen, die Rallyes zu beenden und Erfahrung zu sammeln."

"Ich habe versucht mich so gut wie möglich vorzubereiten. Ich habe den Polo zwei Tage lang getestet und Entwicklungsfahrten in Deutschland gemacht. Ich bin auch Langlauf gefahren und habe körperlich trainiert. Ich habe getan was ich konnte, damit ich für diese Rallye bereit bin", sagt der Norweger über seine Vorbereitungen. Aber nicht nur das Auto und die Rallye-Strecken sind eine Herausforderung für ihn. "Ich habe auch einen neuen Co-Piloten (Mikko Markkula; Anm. d. Red.)."

"Wir sind einige Veranstaltungen in Norwegen gefahren, aber mit einem englischen Aufschrieb. Für mich ist viel neu: das Auto, der Co-Pilot, eine neue Sprache und neue Prüfungen", zählt er auf. Speziell die sprachliche Umstellung beim Aufschrieb ist nicht einfach. "Es ist schwierig zu erklären, aber es funktioniert mittlerweile schon sehr gut. Auf Norwegisch hatte ich die Kurven mit vielen Worten beschrieben, aber in Englisch geht das nicht. Ich muss weniger Worte benutzen. Mikko arbeitet sehr gut und die Sache wird mich nicht einbremsen."

Mit Spannung wird Mikkelsens Performance erwartet, denn im Vorjahr lieferte er sich mit Ogier einige enge Duelle im S2000. "Der Plan ist, dass ich das Tempo von Sebastien und Jari-Matti halten kann, aber nicht schon von der ersten Rallye an. Ich werde mir meine Zeit nehmen", setzt sich der Youngster nicht unter Druck. "Ich habe einen guten Vertrag mit Volkswagen, der nicht nach dem ersten Jahr endet. Ich habe keinen Druck, kann mir Zeit nehmen und mich Schritt für Schritt steigern."

"Ich bin zuversichtlich, dass wenn ich das Auto verinnerlicht und das Gefühl gefunden habe, ich den Speed haben werde. Ich könnte auch hier sehr schnell fahren, aber dann unterläuft mir vielleicht auf der zweiten Prüfung ein Fehler. Das wäre nicht besonders schlau."

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