vergrößernverkleinern
Sebastien Ogier debütierte 2008 bei der Rallye Mexiko
Sebastien Ogier kontrolliert auch die Rallye Portugal souverän © Volkswagen

Das Volkswagen-Duo Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala beherrscht die Rallye Portugal - Citroen-Speerspitze Mikko Hirvonen kann das Tempo nicht halten

Der Vormittag der zweiten Etappe stand bei der Rallye Portugal ganz im Zeichen von Volkswagen. In der sechsten Wertungsprüfung blieb Dani Sordos Citroen stehen. Bis dahin war der Spanier der schärfste Konkurrent von Sebastien Ogier. In WP7 und WP8 ließ der Franzose nichts anbrennen und kontrollierte seine Führung trotz körperlicher Schwäche souverän. Sein Teamkollege Jari-Matti Latvala fuhr ebenfalls schnell und makellos und sicherte den zweiten Platz gegen Citroen-Konkurrent Mikko Hirvonen ab. Nach acht Prüfungen führt Ogier mit 14,1 Sekunden Vorsprung vor Latvala. Hirvonen liegt 37,2 Sekunden zurück.

Die Vormittagsschleife wurde mit zwei Prüfungen abgeschlossen. Zunächst stand die 25,37 Kilometer lange "Vascao"-Strecke auf dem Programm und an der Spitze ging es eng zu. Das Volkswagen-Duo lieferte sich einen engen Schlagabtausch und am Ende hatte Latvala die Nase um zwei Zehntelsekunden vor Ogier. "Ich denke momentan nicht an Ogier, sondern will Hirvonen hinter mir halten, das ist mein Ziel", legt der Finne seine Taktik dar. Das funktionierte auch, denn er war um drei Sekunden schneller als Hirvonen.

"Ich versuchte so gut wie möglich in die WP zu gehen. Ich versuchte so gut es geht am Limit zu fahren, um an Latvala heranzukommen. Ich habe alles gegeben", meint der amtierende Vizeweltmeister. Ogier konnte sich zwar nicht absetzen, doch er verteidigte die Führung der Gesamtwertung. "Ich musste richtig Gas geben und auch mit meinen Energien haushalten. Das ist nicht immer einfach", bemerkt der Franzose, der vor einer Woche noch krank im Bett lag.

Nach sieben Prüfungen führte Ogier mit einem Vorsprung von 10,1 Sekunden vor Latvala. Hirvonen lag 23,1 Sekunden zurück. Den vierten Platz hielt souverän Jewgeni Nowikow (Ford). "Ich gebe wirklich alles, fahre die ganze Zeit am Limit, aber die Zeiten stimmen einfach nicht", ärgert sich der Russe. "Ich weiß nicht woran das liegt, keine Ahnung." Auf Hirvonen fehlten Nowikow knapp zwei Minuten, während er nach hinten zu Nasser Al-Attiyah (Ford) ein Polster von eineinhalb Minuten hatte.

Al-Attiyah orientierte sich allerdings nach hinten. "Nicht schlecht, eine sehr schnelle WP mit vielen Kuppen. Wir versuchten unsere Position zu behaupten. Es ist eine lange Rallye, sehr anspruchsvoll. Die zweite Hälfte wird sehr anspruchsvoll, aber es macht Spaß." 4,4 Sekunden dahinter folgte Michal Kosciuszko (Mini). Die Top 10 rundeten Dennis Kuipers (Ford), Andreas Mikkelsen (Volkswagen) und Esapekka Lappi (Skoda) ab.

WP8: Hirvonen verliert weitere Sekunden

Anschließend setzte sich auf der achten Wertungsprüfung "Loule" über 22,78 Kilometer die Volkswagen-Dominanz fort. Ogier markierte die Bestzeit, obwohl ihm körperlich etwas die Kraft fehlte. Portugal ist physisch eine anstrengende Rallye. "Das war schwierig, nach zehn Kilometern muss ich immer kämpfen. Das Auto läuft gut, aber meine Energie ist langsam aufgebraucht", sagt er erschöpft. Trotzdem war er um vier Sekunden schneller als Latvala.

Der Finne war dennoch zufrieden, denn er konnte das Tempo seines Teamkollegen mitgehen. Zudem nahm er Verfolger Hirvonen zehn Sekunden ab. "Der mittlere Abschnitt war sehr schwierig, da verlor ich Zeit. Die Reifen fühlten sich auf dieser WP nicht gut an, sie wurden sehr heiß und waren hier wirklich am Limit", bemerkt Latvala. Es lief für Volkswagen, denn Hirvonen liegt nach acht Prüfungen bereits 37,2 Sekunden hinter Ogier zurück.

"Jetzt verlieren wir Zeit. Die Volkswagen sind echt viel zu schnell für uns", muss der Finne zur Kenntnis nehmen. "Wir werden heute Nachmittag alles geben. Ich habe Vertrauen ins Auto und werde angreifen." Auf den weiteren Positionen gab es keine Verschiebungen. Lediglich Mikkelsen konnte Kuipers für Platz acht überholen. "Ich bin so schlecht gefahren, es gab so viele verschiedene Kuppen auf dieser WP. Ich fühlte mich wie eine Jungfrau", beschreibt Mikkelsen. "Das war wirklich schlecht. Ich muss noch viel lernen, aber das Auto ist großartig."

Am Nachmittag werden die drei Vormittagsprüfungen erneut befahren.

Gesamtwertung nach 8 von 15 Prüfungen (Top 10):

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel