vergrößernverkleinern
Skoda-Fahrer Esapekka Lappi dominiert die WRC2-Wertung nach Belieben © Skoda

Skoda-Fahrer Esapekka Lappi baut seinen Vorsprung in der WRC2-Wertung der Rallye Portugal auf über drei Minuten aus - Sepp Wiegand kommt dem Podest näher

In der WRC2-Wertung ist Esapekka Lappi der dominierende Mann bei der Rallye Portugal. Der Finne setzte auch am Samstagvormittag seine Dominanz mit dem Skoda Fabia S2000 fort und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf über drei Minuten aus. Nach acht Prüfungen halten Robert Barrable (Ford Fiesta S2000) und Edoardo Bresolin (Ford Fiesta RRC) die Podestplätze. Der Deutsche Sepp Wiegand (Skoda) musste einige Probleme meistern und liegt nur noch knapp hinter Platz drei. Beim Citroen von Robert Kubica gab es einen Hydraulik-Defekt, wodurch seine spezielle Handschaltung nicht funktionierte.

Die Vormittagsschleife begann mit der 31,12 Kilometer langen Prüfung "Santana da Serra". Pech hatte Elfyn Evans (Ford Fiesta RRC), denn er schied mit einem Getriebeproblem aus. Den Tag hatte der Brite als Zweiter begonnen, doch die Hoffnungen auf einen Podestplatz waren damit geplatzt. An der Spitze machte Lappi alles richtig und sicherte sich seine nächste Bestzeit. Er war um deutliche 28 Sekunden schneller als Barrable. "Es war nicht einfach, aber es hat Spaß gemacht. Es war eine gute Prüfung für mich", sagt der Finne.

Probleme hatte dagegen Kubica. Seine spezielle Schaltung machte Zicken. "Ich musste mit einer Hand am Lenkrad fahren und mit einer auf der Gangschaltung. Mit meinem System war es ein gutes Training für meinen Arm", meint der Pole sarkastisch. "Es war eine verrückte Prüfung und ein Wunder, dass ich es geschafft habe." Die Hydraulik war defekt, weshalb er manuell schalten musste.

Hinter Lappi lagen in der WRC2-Wertung Barrable und Bresolin auf den Plätzen zwei und drei. Für den Skoda-Fahrer stellten sie aber keine Gefahr dar, denn sie waren über zwei Minuten zurück. Nach seinem Pech am Vortag war Wiegand wieder unterwegs. In WP6 war der Deutsche um 43 Sekunden langsamer als Lappi. In der Gesamtwertung lag Wiegand zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf, doch es fehlten nur 6,5 Sekunden auf seinen Vordermann Oleksii Kikireshko (Mini JCW S2000).

Anschließend wurde die siebte Prüfung "Vascao" über 25,37 Kilometer gefahren. Lappi setzte seinen Erfolgslauf mit der nächsten Bestzeit fort. Diesmal war der Finne um 12,3 Sekunden schneller als sein Skoda-Markenkollege Wiegand. "Nun müssen wir es nur noch bis ins Ziel schaffen, was nicht immer ganz einfach ist", weiß Lappi. "Ich bin zum ersten Mal in dieser Situation. Die muss ich also erst einmal kennenlernen."

Wiegand fand wieder sein Tempo, aber ganz reibungslos lief es nicht. "Grundsätzlich war die WP okay, nur war meine Reifenwahl falsch. Ich entschied mich für den weichen Reifen, der letztendlich zu heiß wurde. Die vielen Kuppen waren auch nicht einfach zu fahren", berichtet der Deutsche. "Wir verloren aber dennoch nicht so viel Zeit. Vielleicht können wir noch ein paar Punkte für die WM sammeln", lautet sein Fahrplan für die zweite Hälfte der Rallye.

Lappi vergrößerte seinen Vorsprung auf Barrable und Bresolin. Wiegand war nach WP7 Vierter, holte aber auf die Podestplätze auf. Auf Platz neun mühte sich Kubica mit seinem Hydraulikproblem. "Wir haben ein Problem mit der Handbremse, was es nicht einfacher macht. Jetzt steht vor dem Service noch eine WP an, das wird nicht einfach." Auch körperlich machte Kubica das Schaltproblem zu schaffen, aber er kämpfte sich tapfer weiter.

Die Vormittagsschleife wurde mit der "Loule"-Prüfung abgeschlossen. Lappi stellte erneut die Bestzeit in der WRC2-Wertung auf. Diesmal war der Finne um 1,3 Sekunden schneller als Wiegand. Der Deutsche war wieder schnell unterwegs. "Wir sind heute Morgen die ganze Zeit ohne Intercom quasi blind gefahren", berichtet er von einem weiteren Problem. "Dann trafen wir die falsche Reifenwahl und rutschten herum. Jetzt war es aber okay."

Lappi ist in Portugal weiterhin unantastbar. "Alles okay, es läuft perfekt. Ich fahre einfach vorsichtig und habe keine Probleme. Ich fahre jetzt vielleicht noch mit 70 Prozent." Dennoch wuchs sein Polster auf Barrable auf drei Minuten an. Wiegand liegt dagegen nur noch 13,2 Sekunden hinter dem drittplatzierten Bresolin.

Unterdessen kämpfte sich Kubica mit seinen technischen Schwierigkeiten über die Distanz ins Mittagsservice. "Es gibt nicht nur ein Problem beim Hochschalten, sondern auch mit der Handbremse, was in manchen Abschnitten Probleme bereitet. Wir versuchen das in den Griff zu bekommen." Im Service haben die Citroen-Techniker einiges zu tun. Am Nachmittag wird die Vormittagsschleife wiederholt.

WRC2-Gesamtwertung nach 8 von 18 Prüfungen (Top 5):

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel