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Sebastien Ogier hat bei der Rallye Portugal nach wie vor alles im Griff © Volkswagen

Nach dem Ausfall von Citroen-Pilot Daniel Sordo scheint der Weg bei der Rallye Portugal frei für Volkswagen: Sebastien Ogier und Jari-Matti Lavtala führen überlegen

Knapp 160 Kilometer, sechs fordernde Wertungsprüfungen und zwei Polo R WRC vorn: Volkswagen führt die Rallye Portugal gleich doppelt an. Sebastien Ogier/Julien Ingrassia liegen beim vierten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft nach zwei von drei Tagen 34,8 Sekunden vor ihren Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila.

Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula, die in Portugal den dritten Polo R WRC steuern, machten am Samstag viel Boden in der Gesamtwertung gut und liegen vor dem abschließenden vier Wertungsprüfungen am Sonntag an sechster Stelle. Sie verbesserten sich um acht Positionen, nachdem sie am Freitag von einem Leck im Kreislauf der Servolenkung eingebremst wurden.

Der Samstag in Portugal wurde von viel losem Schotter, Vollgas-Abschnitten sowie sehr verwundenen und schmalen Pfaden geprägt, die Mensch und Material auf das Äußerste forderten. Alle drei Polo R WRC meisterten die Herausforderung dieser extrem anspruchsvollen Schotter-Rallye mit Bravour. Fünf von sechs Wertungsprüfungen des Tages beendeten zwei der 315 PS starken Allradler aus Wolfsburg an der Spitze. Insgesamt schlagen bei elf Wertungsprüfungen bereits 19 Top-3-Platzierungen, davon sieben Bestzeiten, zu Buche.

Latvala hatte jede Menge Spaß

"Ich habe den Tag sehr genossen, die Prüfungen haben viel Spaß gemacht", sagt Jari-Matti Latvala nach dem Tag. "Die Strecken waren ziemlich schwierig und hart für das Auto, speziell die Reifen. Wir haben uns einen schönen Zweikampf mit Mikko Hirvonen geliefert und konnten unseren Vorsprung deutlich ausbauen, auch wenn wir in der letzten Prüfung des Tages durch einen Plattfuß etwas Zeit verloren haben."

"Ehrlich gesagt habe ich heute eher nach hinten als nach vorn geschaut - natürlich würde ich gern mit Sebastien kämpfen, aber nach meinem nicht so guten Saisonstart geht es mir erst einmal um den Platz auf dem Podium, weniger um den Sieg. Für das Team zählt außerdem, dass wir beide ins Ziel kommen, um für Volkswagen möglichst viele Punkte in der Hersteller-Wertung einzufahren."

Sebastien Ogier erklärt: "Das war ein guter Tag für uns, aber ich habe heute wirklich alles gegeben, was möglich war. Mein Teamkollege Jari-Matti Latvala und Dani Sordo haben heute Morgen extrem viel Druck gemacht. Wenn wir morgen das Ziel erreichen und immer noch vorn dabei sind, war es eine perfekte Rallye für uns. Denn allein heute war es unglaublich anstrengend da draußen. Mir geht es mir heute schon besser als gestern, vor allem am Nachmittag habe ich mich besser gefühlt. Aber die Rallye ist noch nicht vorbei, uns erwartet morgen noch der härteste Tag. Ich muss nicht um jeden Preis gewinnen, aber auf der anderen Seite bin ich mit hundert Prozent ein Wettkampf-Typ und will immer als Erster das Ziel erreichen."

Mikkelsen lernt ständig dazu

Andreas Mikkelsen meint: "Unsere Lernkurve bleibt steil und wir sammeln weiter mit jedem Meter wertvolle Erfahrung. Nicht nur die Motorleistung ist etwas, was weit jenseits dessen liegt, was ich vom Super-2000-Skoda gewohnt bin, auch die Aerodynamik des Polo R WRC ist beeindruckend. Gerade in schnellen Kurven nutze ich das Potenzial des WRC noch lange nicht aus und könnte dort noch viel mehr Tempo mitnehmen."

"Dazu enthält mein Aufschrieb zu viele Informationen - ihn müssen wir in Zukunft einfacher halten. Denn mit dem Polo R WRC geht alles viel schneller. Aber alles in allem entwickeln wir uns Prüfung für Prüfung in die richtige Richtung. Ich bin mit meinem Tag sehr zufrieden."

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor, gibt zu Protokoll: "Dass wir drei herausragende Fahrer verpflichtet haben, hat sich auch am zweiten Rallye-Tag in Portugal gezeigt. Obwohl Sebastien Ogier nach wie vor nicht topfit ist, zeigt er eine starke Leistung. Fünf Bestzeiten sprechen für sich. Aber auch Jari-Matti Latvala hat mit zwei gewonnenen Prüfungen gezeigt, warum wir ihn verpflichtet haben. Besonders freue ich mich heute für Andreas Mikkelsen, der sich als Typ nicht nur perfekt ins Team einfügt, sondern sich auf bereits hohem Niveau auch Schritt für Schritt an den Polo R WRC und die Rallye-WM herantastet."

"Platz eins, zwei und sechs sind das Resultat einer insgesamt starken Teamleistung - vom Fahrer bis zum Mechaniker. Heute bin ich ein glücklicher Motorsport-Direktor. Aber morgen liegt noch ein harter Tag vor uns."

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