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Sebastien Ogier verteidigte trotz Problemen die Gesamtführung © Volkswagen

Zu Beginn der letzten Etappe der Rallye Portugal treten Probleme bei Volkswagen auf: Sebastien Ogier führt weiterhin, Latvala verliert Platz zwei an Hirvonen

Die letzte Etappe der Rallye Portugal begann turbulent. Beim führenden Volkswagen-Duo traten technische Probleme auf. Dennoch konnte Sebastien Ogier seine Führung verteidigen. Dagegen verlor Jari-Matti Latvala viel Zeit und verlor den zweiten Platz an Citroen-Werksfahrer Mikko Hirvonen. Ogier führt zwei Prüfungen vor Schluss 49,3 Sekunden vor Hirvonen. Latvala hat noch 41,4 Sekunden Vorsprung auf Ford-Pilot Jewgeni Nowikow, der auf Platz vier liegt.

Der Sonntag begann mit der 21,52 Kilometer langen "Silves"-Prüfung und das Volkswagen-Duo kam in Probleme. Ogier hatte Schwierigkeiten mit der Kupplung und verlor 35 Sekunden auf die Bestzeit von Mads Östberg; der mit seinem Ford in der Gesamtwertung keine entscheidende Rolle mehr spielt. Bei Latvala gab es Probleme mit dem Getriebe, wodurch er über eine Minute einbüßte. "Ich habe ein Problem mit dem Auto, möchte das aber nicht weiter kommentieren", sagt Ogier im Ziel. "Ich habe ein Problem mit der Kupplung, wir arbeiten dran."

Latvala berichtet: "Die Antriebswelle ist wohl gebrochen. Das war in der dritten Kurve. Ich drehte mich danach fast und musste den Rest der WP nur mit Heckantrieb fahren." Die Probleme bei Volkswagen spielten Hirvonen in die Hände. Nach WP12 führte Ogier 37,9 Sekunden vor dem Finnen, der sich auf Platz zwei schob. Latvala fiel auf den dritten Rang zurück und lag 1:15 Minuten hinter Ogier. Hirvonen kämpfte mehr mit den Strecken-Verhältnissen: "Der Staub war zusammen mit der Sonne teilweise ein großes Problem."

Auf den weiteren Plätzen blieb alles unverändert. Jewgeni Nowikow war als Vierter weiterhin bester Ford-Pilot: Er lag drei Minuten hinter Latvala. Nasser Al-Attiyah (Ford) und Andreas Mikkelsen (Volkswagen) folgten auf den Positionen fünf und sechs. "Keine Probleme auf dieser WP", berichtet Mikkelsen. "In den schnellen Passagen habe ich jedoch viel Zeit verloren. Mit den Reifen sollten wir später aber einen Vorteil haben."

Dennis Kuipers (Ford) verteidigte Rang sieben. "Ich hatte ein Problem mit dem Intercom. Außerdem machten mir Nebel und Staub zu schaffen. Nicht einfach", berichtet er. Martin Prokop (Ford) machte Plätze gut und schob sich auf den achten Rang. "Das Auto funktioniert gut, die Strecke ist aber nicht einfach zu fahren, da noch sehr viel Staub über die Strecke zieht, der von den Autos vor mir aufgewirbelt wird. Die Sicht ist sehr schlecht, das ist echt heikel", lauten seine Eindrücke.

Die Top 10 komplettierten WRC2-Leader Esapekka Lappi (Skoda Fabia S2000) und Khalid Al-Qassimi (Citroen). Am Sonntag eröffnete Thierry Neuville (Ford) die Strecke, gefolgt von Dani Sordo (Citroen) "Es war sehr rutschig und was die Fahrer noch vor Probleme stellen könnte, ist der Staub, der die Sicht sehr einschränkt. Ansonsten hatte ich auf meiner WP keine Probleme." Dahinter fuhren Michal Kosciuzszko (Mini) und Östberg, die ebenfalls unter "Rallye2-Regel" wieder dabei waren. Östberg meint über seine Prüfungsbestzeit: "Die WP hat Spaß gemacht, die Strecke war sehr schön zu fahren. Der Staub wird aber noch die Zeiten beeinflussen."

WP13: Ogier verteidigt Führung

Anschließend folgte die Königsprüfung der Rallye. "Almodovar" ging über 52,30 Kilometer. Und es stellte sich die Frage, wie das Volkswagen-Duo mit den Problemen zurechtkommen würde. Die Bestzeit stellte erneut Östberg auf: "Manche Passagen waren sehr rutschig, doch der Großteil war okay. Eine sehr anspruchsvolle WP, aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", sagt der Norweger. "Wir wollen nun einfach schauen, wie schnell wir fahren können. Wir wollen jetzt unser Maximum geben, auch um für die Zukunft zu wissen, wie sich die Reifen verhalten."

Bei Ogier lief es wieder besser, denn er war lediglich um 16 Sekunden langsamer und verteidigte als Zweitschnellster seine Gesamtführung. "Alles okay, ich war aber sehr vorsichtig auf dieser WP, auch mit der Kupplung. Hoffen wir einfach, dass alles gutgeht", sagt der Franzose. Bei Latvala lief es nicht so gut, denn er büßte mit seinen Getriebeproblemen drei Minuten ein. "In der Heckantrieb-Klasse wären wir gut unterwegs", meint er sarkastisch. "Ich musste hier wirklich geduldig sein, es ist nicht einfach."

Trotzdem behielt er den dritten Platz. 43 Sekunden betrug noch sein Vorsprung auf Nowikow. Der Russe konzentriert sich aber auf sich selbst und nicht auf den möglichen Podestplatz: "Ich habe zu Beginn versucht zu pushen, ging es dann später etwas langsamer an. Aber es läuft gut." Dafür lag Hirvonen weiterhin auf dem "geschenkten" zweiten Platz. Sein Rückstand auf Ogier wuchs allerdings auf 49 Sekunden an. "Ich muss sehr vorsichtig sein, denn meine Hinterreifen sind schon ziemlich mitgenommen. Das wird noch schwierig." Er musste mit gebrauchten Reifen der Vortage fahren.

Auf den weiteren Positionen in den Top 10 gab es keine Platzverschiebungen. Volkswagen-Junior Mikkelsen arbeitete weiter an Details im Polo R WRC. "Ich habe zu viele Notizen im Cockpit, die müssen wir etwas ändern, die bereiten mir Probleme und verwirren mich. Wir fahren schneller als mein Co-Pilot die Notizen vorlesen kann. Wir müssen für die nächste Rallye unser System ändern", merkt der Norweger an.

Am Nachmittag werden diese beiden Prüfungen erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 13 von 15 Prüfungen (Top 10):

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