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Sebastien Ogier und Volkswagen waren auch in Portugal unantastbar © Volkswagen

Volkswagen-Werksfahrer Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Portugal und feiert seinen dritten Saisonsieg - Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala auf dem Podest

Volkswagen-Werksfahrer Sebastien Ogier setzt seinen Erfolgslauf auch bei der Rallye Portugal fort. Der Franzose ging am Freitag in Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach 2010 und 2011 war es bereits sein dritter Erfolg an der Algarve. Zudem war es in diesem Jahr nach Schweden und Mexiko sein dritter Sieg in Serie. Am Ende hatte Ogier 58,2 Sekunden Vorsprung auf Citroen-Werksfahrer Mikko Hirvonen. Zum ersten Mal in diesem Jahr kletterte Jari-Matti Latvala in Volkswagen-Farben als Dritter auf das Podest.

In der WM hat Ogier seinen Vorsprung auf Hirvonen auf 54 Punkte ausgebaut. Zudem sicherte er sich auch die drei Bonuspunkte für den Sieg in der Power-Stage. "Es war ein perfekter Start. Dieses Wochenende war aber sehr kompliziert. Als ich am Montag angereist bin, war ich komplett kaputt und wusste nicht, ob ich die Rallye fahren kann", spricht Ogier seine Erkrankung an. "Mit jedem Tag ist es besser geworden. Danke auch ans Team, denn sie haben super gearbeitet. Als die technischen Probleme anfingen, dachte ich, dass die Rallye für mich vorbei ist."

Am Sonntagvormittag traten an beiden Polos technische Probleme auf, die im Service-Park aber behoben werden konnten. Das Volkswagen-Team reagierte richtig und ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen. Hirvonen musste sich erneut mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Im Laufe der Rallye konnte er das Tempo der Volkswagen-Konkurrenz nie gehen. In der Power-Stage ging er als Vierter leer aus. "Ich habe es versucht, denn es war eine harte Strecke. Man musste auch viel mit den Reifen kämpfen", kommentiert der Finne.

"Das Podium ist okay, aber wir müssen weiterarbeiten. Mit dem Tempo bin ich an diesem Wochenende nicht zufrieden. Teilweise war mein Rhythmus nicht gut und ich habe zu hart gepusht. Platz zwei ist am Ende nicht so schlecht." Latvala war schneller als sein Landsmann, doch die technischen Probleme verhinderten den Volkswagen-Doppelsieg. Dennoch war Latvala zum ersten Mal mit dem Polo konkurrenzfähig. "Ich muss zufrieden sein. Es ist mein erstes Podium für Volkswagen. Ich habe mich auf mich und meine Fahrweise konzentriert. Damit bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich ab Argentinien um Siege kämpfen kann." Volkswagen führt nun auch die Herstellerwertung an.

Der letzte Nachmittag begann mit der zweiten Durchfahrt der 21,52 Kilometer langen "Silves"-Prüfung. Im Mittagsservice hatten vor allem die Volkswagen-Mechaniker viel zu tun. Bei Ogier wurde das hintere Differenzial getauscht und bei Latvala wurde das Getriebe und die Antriebswelle gewechselt. In WP14 standen in erster Linie die Reifen im Mittelpunkt, denn die Fahrer schonten sie für die abschließende lange Power Stage. Mads Östberg, der mit seinem Ford unter "Rallye2-Regel" wieder dabei war, stellte die Bestzeit auf.

Die Fahrer an der Spitze des Klassement gingen es ruhiger an. Latvala wurde Zweiter, gefolgt von Hirvonen und Ogier, die beide die gleiche Zeit aufstellten. An der Gesamtwertung änderte sich nichts. "Jetzt möchte ich nur noch die Ziellinie überqueren. Es war eine harte Rallye und das ist mein einziges Ziel", sagt Ogier. Bonuspunkte visierte er nicht an. "Nein, ich will das Auto nur noch ins Ziel bringen." Trotzdem stellte er anschließend die Bestzeit auf.

Latvala lobte die Arbeit der Volkswagen-Mechaniker: "Sie haben sehr gut gearbeitet, weil sie viel umbauen mussten. Das Auto ist okay jetzt." Im Gegensatz zu Ogier spekulierte der Finne auf Bonuspunkte. "Natürlich wäre es interessant, wenn ich um die Bonuspunkte kämpfen kann. Wir werden sehen, wie es läuft." Auch Hirvonen machte sich noch Hoffnungen auf zusätzliche WM-Punkte. "Die Reifen sehen gut aus. Ich mache mir für die lange Prüfung keine Sorgen."

Ford hinter den Podestplätzen

Schließlich ging die Rallye mit der 52,30 Kilometer langen Power-Stage zu Ende. Ogier stellte vor Östberg und Latvala die Bestzeit auf. Hinter den Top 3 kam Jewgeni Nowikow als bester Ford-Vertreter als Vierter ins Ziel. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wir haben versucht das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Ich bin sehr zufrieden damit", meint der Russe über sein bestes Ergebnis in dieser Saison.

Eine unauffällige aber souveräne Rallye fuhr Nasser Al-Attiyah (Ford). Er machte keinen Fehler und kam als Fünfter ins Ziel. "Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance. Es war ein hartes Wochenende. Platz fünf ist gut für mich. Ich habe es richtig genossen", freut sich der Katari. Sechster wurde ein Norweger: Andreas Mikkelsen absolvierte seine erste Rallye im Volkswagen Polo R WRC. An den ersten Tagen arbeitete er hauptsächlich am Aufschrieb und tastete sich an das Limit heran.

"Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. In der letzten Prüfung hatte ich einen Reifenschaden, aber ansonsten sind keine Fehler passiert", so Mikkelsen. "Ich möchte bei den nächsten Rallyes weiter lernen." Platz sieben ging am Ende an Martin Prokop (Ford). "Wir haben die komplette Rallye geschafft und ich hatte keine Probleme. Gestern gab es lediglich ein kleines technisches Problem. Ich bin mit dem Wochenende zufrieden." In der Power-Stage machte außerdem noch Östberg Positionen gut und sammelte als Achter noch WM-Punkte.

Am Freitag war Östberg schnell unterwegs und forderte Ogier heraus, doch ein Unfall machte die Sieghoffnungen schon früh zunichte. "Es war bis zum Crash sehr gut. Auf diesem Level kann das passieren. Kleine Details können große Auswirkungen haben. Ich glaube, dass wir sonst eine gute Rallye gefahren sind", meint Östberg. In der WM ist sein Rückstand durch die nächste Enttäuschung auf 70 Punkte angewachsen.

Der Belgier Thierry Neuville (Ford) warf am Samstag ein gutes Resultat weg, und auch in der Power-Stage wäre er beinahe ausgeschieden. "Ich hatte einen guten Rhythmus, aber mir sind die Augen ausgetrocknet. Dann kam ich in einer Kurve von der Ideallinie ab und traf eine Brücke. Mit dem Wochenende kann ich nicht zufrieden sein. Am Samstag griff ich an, um Mikko unter Druck zu setzen. Es klappte aber nicht. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man."

"Ich kann nicht zufrieden sein. Wir müssen noch viel verbessern. Ich lerne immer noch das Auto kennen und ich brauche noch mehr Erfahrung", lautet sein Fazit. Er war nicht der einzige Fahrer, der mit leeren Händen abreiste. Für Dani Sordo (Citroen) war die Rallye von Höhen und Tiefen geprägt. Am Freitag forderte der Spanier Ogier heraus, doch am Samstagmorgen schied er aus. Schließlich fuhr er am Sonntag unter "Rallye2-Regel" weiter und kam außerhalb der Top 10 ins Ziel.

"Es war sehr hart. Mit den Reifen war es auch schwierig. Ab der Hälfte der Prüfung ist das Auto stark gerutscht", sagt Sordo über die Power-Stage. "Mit der Rallye bin ich nicht zufrieden, weil mir ein Fehler passiert ist und ich aufgeben musste. Dafür bin ich mit dem Speed zufrieden." Die Top 10 komplettierte Khalid Al-Qassimi (Citroen). Michal Kosciuszko (Mini) schied noch in der letzten Prüfung aus. Vor dem Start zu WP15 blieb der Ford von Dennis Kuipers mit Elektrikdefekt stehen.

Die nächste Rallye findet vom 1. bis 4. Mai in Argentinien statt.

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