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Sebastien Ogier liegt nach dem zweiten Tag in Australien klar in Führung © Volkswagen

Sebastien Ogier zeigt am zweiten Tag der Rallye Australien seine Klasse auf und liegt nach sieben WP-Bestzeiten in Führung - Latvala muss Kehrmaschine spielen

Acht Wertungsprüfungen, sieben Bestzeiten - das Volkswagen-Werksduo Sebastien Ogier/Julien Ingrassia hat der Rallye Australien seinen Stempel aufgedrückt. Die Führenden in der Fahrer- und Beifahrerwertung der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) entschieden am Rallye-Freitag des zehnten Saisonlaufs mit einer Ausnahme jede einzelne Sonderprüfung für sich und setzten sich damit um 20,0 Sekunden vom ärgsten Verfolger und dreimaligen Australien-Sieger, Mikko Hirvonen (Citroen) ab.

"Das war ein perfekter Tag für uns, ein richtig guter Start in die Rallye", sagt Ogier. "Am Morgen war es extrem rutschig auf den Prüfungen, man musste höllisch aufpassen. Auf den Pisten war sehr viel lockerer Schotter, dadurch war es schwierig eine gute Linie zu finden. Aus dem Grund haben wir auch nicht maximal attackiert, denn wir wollten auf keinen Fall durch einen dummen Fehler früh aus der Rallye ausscheiden."

"Am Nachmittag war das Grip-Niveau dann wesentlich höher, sodass Julien und ich jede Menge Spaß im Polo R WRC hatten. Ein spezieller Dank an die Organisatoren dafür, dass sie den Startabstand auf vier Minuten ausgeweitet haben, denn der Staub der vorausfahrenden Rallye-Autos war heftig", so der Franzose. "Morgen werden die Karten wieder neu gemischt, denn heute Nacht erwarten die Wetterexperten Regen."

Latvala macht das Beste aus der Startposition

Das Volkswagen Duo Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila sicherte sich im ersten Rallye-Drittel die fünfte Position im Gesamtklassement - trotz ihrer ungünstigen Startposition. Sie fegten als eines der ersten World-Rally-Cars auf den Wertungsprüfungen die Strecke vom losen Staub und Schotter frei. "Mit unserer Zielsetzung, auf Nummer sicher zu gehen und in erster Linie Punkte für die Herstellerwertung einzufahren, liegen wir im Moment im Plan", bilanziert Latvala.

"Am Vormittag war unsere frühe Startposition sicher kein Vorteil, es war sehr rutschig und wir mussten für die nachfolgenden Autos die Fahrspur säubern. Der Nachmittag lief viel besser, wir haben uns von Platz acht auf Rang fünf nach vorn gearbeitet, was uns für Samstag eine bessere Startposition ermöglicht", berichtet der Finne. "Der Samstag könnte für die Rallye entscheidend werden: Die Prüfung Nambucca ist fast 50 Kilometer lang, dort werden alle sehr auf ihre Reifen achten müssen.

Andreas Mikkelsen/Paul Nagle beendeten die ersten 94,54 von insgesamt 352,36 Kilometer auf Zeit als Siebte des Gesamtklassements. "Ein absolut ereignisreicher Tag für uns", sagt der Norweger. "Auf der Schleife am Morgen lief es wirklich gut, bis wir an eine Stelle kamen, an der unserer Aufschrieb zu optimistisch war. Die Strecke führte über eine blinde Kuppe und anschließend in eine Linkskurve, die immer stärker zumachte - mehr als ich es erwartet hatte. Zum Glück war dort ein Abzweig und ich konnte in den Notausgang abbiegen."

Schrecksekunde für Mikkelsen

"Danach standen wir wie blind im Staub. Wir mussten warten, bis er verzogen war, bevor es weiterging. Einen weiteren Schreckmoment erlebte ich am Nachmittag, als ich breitseits ein Erdwall traf. Danach fühlte sich das Auto so an, als habe es einen schleichenden Plattfuß. Zum Glück war das nicht der Fall", sagt Mikkelsen. "Alles in allem sind wir dennoch mit dem Erreichten zufrieden. Doch die Rallye ist noch lange nicht zu Ende."

Ein sehr erfolgreicher und guter Tag für Volkswagen bei der Rallye Australien. Sebastien Ogier und Julien Ingrassia haben heute eine absolute Topform bewiesen. Besser geht es nicht", meint Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Auch Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila haben das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht, obwohl sie damit zu kämpfen hatten, dass sie nach ihrem enttäuschenden Qualifying als eines der ersten World-Rally-Cars heute die Strecke buchstäblich freigefegt haben. Platz fünf in der Gesamtwertung ist unter diesen Umständen ein richtig gutes Ergebnis."

"Andreas Mikkelsen und Paul Nagle haben heute ebenfalls starke Wertungsprüfungen gezeigt. Alles in allem sind wir nach dem ersten Drittel in Down Under zufrieden", so Capito. "Doch in den kommenden zwei Tagen kommen anspruchsvolle Herausforderungen auf alle Teilnehmer zu. Bis zum Schluss ist höchste Konzentration und für das gesamte Team harte und fehlerfreie Arbeit gefragt."

Die Rallye Australien erlebt am Samstag den längsten Tag. Auf sechs Wertungsprüfungen stehen insgesamt 132,68 weitere WP-Kilometer auf der Agenda, unter anderem auf der zweimal zu bewältigenden "Nambucca", die über 49,90 Kilometer verläuft und die längste Sonderprüfung des zehnten Saisonlaufs darstellt.

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