vergrößernverkleinern
Marc Márquez jubelt über seinen heutigen Sieg auf dem Sachsenring © Repsol

Marc Márquez triumphiert auf dem Sachsenring, lange lagen jedoch zwei Deutsche in Führung - Sandro Cortese mit Fight bis zum Ende

Eine tolle Show boten die deutschen 125er-Piloten dem begeisterten Publikum am Sachsenring. Zu Beginn gab es sogar eine Doppelführung, am Ende stand mit Sandro Cortese (Derbi) immerhin ein Lokalmatador auf dem Podium. Die tragische Figur des Nachmittags war aber Pol Espargaró (Derbi), der drei Runden vor Schluss in Führung liegend ausschied.

Espargaró und Polesetter Marc Márquez (Derbi) hatten sich nach der chaotischen Anfangsphase, in der die Strecke noch feucht war, vom Rest des Feldes abgesetzt. Die beiden lieferten sich ein von taktischen Spielchen geprägtes Duell, ehe Espargaró zu weit nach außen getragen wurde und zu Sturz kam. Der Spanier hatte dabei noch Riesenglück, denn sein unmittelbar dahinter folgender Landsmann verpasste ihn nur um wenige Zentimeter.

Márquez ungefährdeter Sieger

Márquez fuhr in der Folge einen sicheren Sieg nach Hause, 17,578 Sekunden vor Tomoyoshi Koyama (Aprilia), der dem Racing Team Germany beim Heimrennen einen schönen Erfolg bescherte. Dritter wurde Cortese, der aus der ersten Reihe schlecht in den Grand Prix gestartet war, zwischenzeitlich nur auf Platz zwölf lag, im Finish aber mit einer furiosen Aufholjagd doch noch den erhofften Podestplatz schaffte.

Cortese schloss in der 20. Runde zur Vierergruppe auf, die hinter dem Führungsduo um Position drei kämpfte. In der 23. Runde schien er erstmals auf dem dritten Rang auf, den er aber rasch wieder abgeben musste. Zwei Runden später überschlugen sich dann die Ereignisse: Erst crashte Randy Krummenacher (Aprilia), der auf Kurs zum zweiten Podium seiner Karriere war, und dann auch noch Espargaro. So rückte Cortese um zwei Plätze auf.

"Der Start war eigentlich ganz gut, aber ich wusste nicht recht, ob ich auf feuchter Strecke riskieren soll. Daher bin ich zurückgefallen", lässt Cortese seinen Arbeitstag Revue passieren. "Als ich dann gemerkt habe, dass ich pushen kann, fuhr ich voll drauflos. Koyama hatte einen guten Speed, aber ich wollte zu Hause zumindest unbedingt auf das Podium fahren. Es ist ein fantastisches Gefühl, wieder auf dem Podium zu stehen!"

Manöver auf den letzten Metern

Am Ende war aber ein Überholmanöver gegen Esteve Rabat (Aprilia) in der letzten Kurve notwendig, um Dritter zu werden, was beim Ajo-Team natürlich für Riesenjubel sorgte. Krummenacher kam nach seinem Sturz immerhin noch als Elfter ins Ziel, 8,4 Sekunden hinter dem stark aufzeigenden IDM-Piloten Daniel Kartheininger (KTM). Auch Marcel Schrötter (Honda) sammelte als 14. beim Heimspiel wertvolle WM-Punkte.

Schrötter lag zu Beginn übrigens sieben Runden lang hinter Jonas Folger (Aprilia) an zweiter Stelle, denn die beiden Deutschen hatten sich fälschlicherweise für Regenreifen entschieden und fuhren der Konkurrenz daher zunächst auf und davon - ihr Vorsprung betrug bis zu 6,8 Sekunden! Je trockener es wurde, desto mehr standen sie jedoch auf verlorenem Posten. Zumindest für sieben Runden führte Folger aber seinen Heim-Grand-Prix an.

Beinahe hätte auch Toni Finsterbusch (KTM) eine Überraschung geschafft, denn das Nachwuchstalent lag auf Punktekurs, als es stürzte und sich alle Hoffnungen in Luft auflösten. Dennoch war es für die deutschen Vertreter ein guter Start in den Rennsonntag. Auch in der Moto2-Klasse haben Arne Tode und Stefan Bradl bekanntlich gute Chancen, auf das Podium zu fahren oder zumindest einen Spitzenplatz zu holen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel