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Jonas Folger hatte sich das Rennen auf dem Sachsenring anders vorgestellt © Seidenglanz

Jonas Folger sorgte auf dem Sachsenring ganz nach dem Geschmack der Fans für ein kurzzeitiges Feuerwerk, in dem er sechs Runden lang in Führung lag

Jonas Folgers Team hatte bei der Reifenwahl für die schwierigen Bedingungen am Sonntagmittag ordentlich daneben gegriffen. Man schickte den jungen Bayern mit Regenreifen in das Rennen, obwohl in der Startaufstellung alle Spitzenfahrer vor ihm noch auf profillose Slicks wechselten. Auf der noch relativ feuchten Fahrbahn nach dem Regen am Vormittag konnte er sich aber mit dem Vorteil der Regenreifen für sechs Runden eindrucksvoll in Szene setzen. Der Aprilia-Pilot führte vor seinem Landsmann Marcel Schrötter die 125er-Konkurrenz an.

"Über das Gefühl in Führung zu liegen, konnte ich mich eigentlich weniger freuen", so Folger. "Schon in der Warmup-Runde war mir klar, dass wir mit unserer Reifenwahl komplett daneben liegen. Am Startplatz selbst habe ich Marcel noch ein Zeichen gegeben, dass unsere Entscheidung die Falsche war. In den ersten Runden ist der Vorsprung rapide angewachsen. Danach ist dieser für eine Zeit lang gleich geblieben, aber im Verlauf der nächsten Runden haben mich die anderen umso schneller eingeholt."

"Mir ist nichts anderes übrig geblieben, als zu versuchen, mit den Regenreifen das Maximum herauszuholen", erzählt der Youngster weiter, "aber nachdem ich zweimal geradewegs durch das Kiesbett gedonnert bin, wurde ich bis auf Rang 22 durchgereicht. So gesehen war all die Mühe umsonst."

Eher unprofessionell war in der kritischen Phase vor dem Start die Betreuung durch das Ongetta-Team, das dem 16-Jährigen bei der Reifenentscheidung überhaupt nicht behilflich war. Stattdessen suchte Folger Rat beim ehemaligen MotoGP-Piloten Alex Hofmann, der inzwischen als TV-Reporter arbeitet. Doch Hofmanns Tipps konnten nicht umgesetzt werden, weil kein zuständiger Techniker in der Nähe war...

Wenigstens über die Führungskilometer vor heimischen Publikum kann sich Folger zu einem gewissem Maß freuen: "Auf jeden Fall war es ein herrliches Gefühl, an all den Topleuten außenrum vorbeizufahren - und das zu Hause, vor den eigenen Fans. Viel lieber wäre es mir aber gewesen, über die gesamte Renndistanz von 27 Runden vorneweg zu fahren. Naja, vielleicht dann eben beim nächsten Mal."

Seitens der Technik fasst er das Wochenende positiv zusammen: "Von dem Standpunkt betrachtet ist das ganze Wochenende gut verlaufen. Wir hatten keinen einzigen Defekt zu beklagen. Es geht sogar viel weiter, nämlich dass wir ein Setting erarbeitet haben, mit dem wir auf jedem Kurs mit einer guten Basis starten können. Ich meine damit, dass wir uns schon im ersten Training auf das wesentliche konzentrieren können. Daher ist es auch meine Zielsetzung, in den nächsten Rennen wieder in der Lage zu sein, Top-10-Platzierungen einfahren zu können."

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