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Marcel Schrötter bezeichnet seine Leistung in Mugello als Saisonhöhepunkt © Interwetten

Marcel Schrötters Zwischenbilanz nach sieben Rennen fällt recht zufriedenstellend aus - Bisheriges Highlight war der Italien-Grand-Prix

Marcel Schrötter schraubte mit den sensationellen Leistungen beim WM-Finale im vergangenen November in Valencia die Erwartungshaltungen gewaltig in die Höhe. In seiner Rookie-Saison in der 125er-WM fehlt ihm aber bisweilen noch ein derartiges Glanzlicht. Trotzdem blickt er mit zufriedener Miene auf die ersten sieben Rennen zurück. Nur das konstant hohe Niveau in der Weltmeisterschaft erstaunt ihn nach wie vor ein wenig.

"Gleich vorweg möchte ich dazu sagen, dass es mir in der WM sehr gut gefällt", so der 17-Jährige IDM-Titelgewinner der Jahre 2008 und 2009. "Nicht nur wegen der vielen Länder und Städte, und auch Rennstrecken, die man kennenlernt, sondern auch das ganze Drumherum im Grand-Prix-Zirkus ist für mich gewaltig faszinierend. Andererseits ist das Leben eines WM-Piloten schon auch ganz schön hart. Schon alleine wegen der Tatsache, dass in der WM eben jeder Teilnehmer sauschnell ist."

"Wenn man an einem Tag nicht ganz so gut drauf ist", so Schrötter weiter, "dann findet man sich in der Ergebnisliste gleich sehr weiten hinter wieder. Ich meine damit, dass es unglaublich anstrengend ist, Grand-Prix-Pilot zu sein. Man muss körperlich und auch im Kopf immer zu 100 Prozent fit sein, um alles geben zu können. Von diesem Standpunkt betrachtet besteht ein riesengroßer Unterschied zur deutschen Meisterschaft. Soweit gefällt es mir aber ganz gut und ich denke, dass dies auch noch zusehends mehr werden wird."

Der einzige Honda-Fahrer im 125er Starterfeld zu sein, ist für den Europameister von 2009 kein Nachteil. "Mit unserem Motorrad bin ich soweit gut bedient. Klar, auf das Top-Material der Spitzenfahrer fehlt ein bisschen was. Aber in Sachen Top-Speed besteht kein großer Unterschied zu den anderen. Das hat man in Mugello gut beobachten können, wo ich im Windschatten meinen Vorderleuten gut folgen habe können. Unser einziges Manko ist aus den langsamen Kurven heraus. In den ersten und zweiten Gangkurven fehlt etwas Power. Aber ansonsten stehen wir eigentlich recht gut da."

Nach kurzem Überlegen kommt Schrötter zu dem Schluss, dass das Rennen in der Toskana Anfang Juni sein bisheriges Saison-Highlight darstellt. "Ganz klar, Mugello war unser Highlight! Die Trainings und das Qualifying gestalteten sich unglaublich schwierig für uns. Aber im Rennen war ich bis auf einen Fehler stark unterwegs. Kurz vor Schluss bin ich einmal etwas von der Fahrbahn in die Wiese rausgetragen worden. Deswegen habe ich den Anschluss zu meinen Vorderleuten verloren. Ohne diesen Zwischenfall wäre sogar ein Top-10-Ergebnis möglich gewesen."

Schrötter gelang es in Italien im Rennen seine Rundenzeiten wesentlich zu verbessern. "Von den Trainings hin zum Rennen haben wir uns um zwei Sekunden gesteigert", meint er stolz. "In der Gruppe mit Jonas Folger und Danny Webb konnte ich locker deren Tempo mitgehen und wir waren sogar drauf und dran an die Gruppe vor uns aufzuschließen. Schade, dass mir in der Schlussphase dieser Fehler passiert ist. Unabhängig davon war es eines meiner besten Rennen in dieser Saison."

Obwohl mittlerweile gut zwei Wochen vergangen sind, der Reifenpoker auf dem Sachsenring ist noch nicht ganz aus dem Gedächtnis gedrängt. "Nach dem Rennen war ich schon enttäuscht. Aber zumindest weiß ich jetzt, wozu ich in der Lage sein kann. Denn die paar Runden auf Rang zwei zu fahren, noch dazu vor heimischen Publikum, haben dem Selbstvertrauen für die zweite Saisonhälfte nach der Sommerpause sehr gut getan."

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