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Nicolás Terol dominierte den Großen Preis von Tschechien © Aspar

Nicolás Terol fährt beim Grand Prix von Tschechien in seiner eigenen Liga und gewinnt mit großem Vorsprung - Jonas Folger toller Vierter

Die 125er-Weltmeisterschaft wird wieder spannend. Dank einer überragenden Vorstellung von Nicolás Terol hat sich der spanische Aspar-Pilot den Sieg beim Grand Prix von Tschechien gesichert und meldet sich nach seiner verletzungsbedingten Pause wieder eindrucksvoll im Kampf um die WM-Krone zurück. Bei schwierigen äußeren Bedingungen fuhr Terol 19 Runden lang in seiner eigenen Liga und gewann mit über 20 Sekunden Vorsprung vor Pol Espargaró.

Das Rennen war ursprünglich als "Dry Race" angekündigt worden. Sämtliche Piloten entschieden sich folgerichtig für Slick-Reifen, obwohl es auf der Start-Ziel-Geraden und in den ersten drei Kurven der Strecke pitschnass war. Kurz bevor das Feld in die Einführungsrunde geschickt werden sollte, setzte jedoch ein kurzer Regenschauer ein. Die Startprozedur wurde abgebrochen, Rennleiter Paul Buttler deklarierte den Grand Prix kurzerhand doch als "Wet Race".

Nun lag die Entscheidung über die Reifenwahl bei den Piloten und ihren Teams. Praktisch alle Fahrer entschieden sich für geschnittene Slicks, fünf Minuten später als geplant ging es los. Doch schon in der Einführungsrunde wurde klar: der größte Teil der 5,4 Kilometer langen Strecke war trocken.

Den Start in das Rennen entschied Efrén Vázquez für sich, dahinter folgten Terol und Marc Márquez. Jonas Folger schoss sofort auf den sechsten Platz nach vorne, während Pole-Sitter Bradley Smith und Sandro Cortese zurückfielen. Daniel Webb stürzte bereits in der vierten Kurve und klemmte sich seine linke Hand dabei im Lenker seiner Aprilia ein.

Terol setzt sich früh ab

Ab der zweiten Runde begann dann die große Terol-Show. Der Aspar-Pilot übernahm die Führung von Vázquez und setzte sich schnell vom Rest des Feldes ab. Auf der weitestgehend trockenen Piste ging Terol aggressiver als alle anderen zu Werke. Nach drei Runden betrug sein Vorsprung 4,1 Sekunden, zur Rennmitte waren es bereits 20! Diesen Abstand hielt Terol dann auch bis ins Ziel.

Hinter dem Führenden entwickelte sich währenddessen ein spannender Kampf um die Podiumsplätze. Espargaró, Vázquez und Esteve Rabat stritten sich um den zweiten Platz, etwas weiter hinten lieferten sich Folger und Jakub Kornfeil einen spannenden Zweikampf um Platz fünf.

Vázquez schmeißt das Podium weg

In der vorletzten Runde war es dann einmal mehr Vázquez, der es mit seiner aggressiven Fahrweise maßlos übertrieb. Zunächst kollidierte er auf einer Geraden mit Rabat, in der folgenden Linkskurve stürzte er dann beim Versuch, an seinem Landsmann vorbeizugehen. Folger erbte den vierten Platz, den er trotz heftiger Angriffe Kornfeils bis ins Ziel retten konnte.

Cortese und Randy Krummenacher erlebten dagegen einen enttäuschenden Grand Prix von Tschechien. Beide Piloten waren auf der abtrocknenden Piste zu keiner Zeit konkurrenzfähig und kamen außerhalb der Punkteränge ins Ziel. Marcel Schrötter, der zur Rennmitte sogar vor Smith auf Position sieben lag, fiel in der Schlussphase den Rennens wieder zurück, nahm aber als 13. immerhin noch drei WM-Zähler mit nach Hause.

Márquez kämpfte sich knapp hinter Smith an siebter Stelle ins Ziel. Sein Vorsprung auf Espargaró in der Weltmeisterschaft schrumpfte dadurch auf 15 Zähler. Rennsieger Terol liegt jetzt nur noch 23 Punkte hinter dem Ajo-Piloten.

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