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Nicolás Terol und Jorge Martinez haben einmal mehr Grund zur Freude © Aspar

Marc Márquez warf einen sicheren Sieg weg, Nicolas Térol dankte für das Geschenk und Sandro Cortese kam auf das Podium - Auch noch Strafe gegen Márquez

Die Fans am Indianapolis Motor Speedway erlebten ein turbulentes 125er-Rennen mit einem WM-Leader, der den sicheren Sieg wegwarf, einem Deutschen auf dem Podium und einen Sieger, der sich für die Geschenke bedankte. Aspar-Pilot Nicolas Térol holte sich in den USA seinen zweiten Sieg in Folge nach seiner Verletzungspause. In der WM-Wertung übernahm der er damit den zweiten Platz, nur vier Punkte hinter Márquez. Hätte er nicht wegen seiner Rückenverletzung pausieren müssen, wäre wohl Térol WM-Leader.

Ajo-Pilot Márquez hatte das Rennen vom Start weg komfortabel angeführt, doch wurde ein Opfer der tückischen Strecke. Er stürzte in Führung liegend und fiel weit zurück. Damit übernahm Térol die Führung und holte einen ungefährdeten Sieg. Doch Márquez konnte bis zum Ziel noch einige Plätze gut machen. Mit Rang fünf gelang ihm eine zunächst gewisse Schadensbegrenzung - doch diesen Platz konnte er nicht behalten. Denn Márquez kassierte eine Strafe wegen eines "illegalen Manövers" und wurde auf den zehnten Rang zurückgestuft.

Dafür konnte sein deutscher Teamkollege Sandro Cortese den zweiten Platz holen und damit sein bisher bestes Ergebnis in der 125er-Klasse egalisieren. Für Cortese war es außerdem der zweite Podiumsplatz der Saison. Nicht auszudenken, was für den Allgäuer drin gewesen wäre, wenn er nicht den Start vermasselt hätte. Cortese, der auf Startplatz vier stand, kam überhaupt nicht weg und verlor viele Positionen. Doch er zeigte Kampfgeist und startete eine starke Aufholjagd, die mit Platz zwei belohnt wurde.

Auf Platz drei reihte sich mit Pol Espargaró (Tuenti-Derbi) ein weiterer Titelanwärter ein. Dessen Teamkollege Efren Vazquez wurde Vierter. Tito Rabat (Blusens) übernahm nach Márquez' Strafe den fünften Platz, Danny Webb (Ajo) wurde Sechster vor dem Schweizer Randy Krummenacher (Molenaar), der mit Rang sieben ein einigermaßen versöhnliches Ergebnis holte. Jonas Folger (Ongetta) kam als Zehnter ins Ziel und rutschte durch die Márquez'-Strafe noch vor auf Rang neun. Marcel Schrötter (Interwetten) schied nach einem Sturz aus.

Márquez stürmte gleich am Start von der Pole-Position weg davon, sein Teamkollege Cortese dagegen kam schlecht weg und viel bis auf den zwölften Platz zurück. Einen besseren Start erwischte Folger, der nach der ersten Runde schon auf Rang acht nach vorn gefahren war. In den folgenden Runden versuchte Térol, Druck auf Márquez zu machen, doch der Spanier konnte seinen Verfolger auf Distanz halten.

Dahinter tobte unter einigen Piloten ein wilder Kampf um Platz drei, bei dem auch Cortese wieder mitmischte, der sich schnell von seinem schlechten Start erholt hat und sich wieder nach vorn arbeitete. Folger aber fiel in den ersten Runden wieder zurück, während Schrötter nach einem verhaltenen Start Platz um Platz gut machte und im Klassement nach vorn rutschte.

In der siebten Runde schob sich Cortese mit einem guten Manöver an Rabat vorbei auf Rang sechs und drängte weiter nach vorn. An der Spitze baute Márquez seine Führung mit einem neuen Rundenrekord weiter aus - der Spanier war eine Sekunde schneller als die meisten anderen und fuhr wie in einer anderen Welt. In Runde acht machte Cortese einen weiteren Platz gut, als er Vazquez überholte und nun Fünfter war.

Doch in der neunten Runde folgte der Schock für Ajo - Márquez hatte bei seiner Jagd nach Rekordzeiten auf der tückischen Strecke zu viel riskiert. Seine Maschine rutschte weg und der Spanier versuchte zwar noch, einen Sturz abzufangen. Doch nach seiner Schulterluxation fehlte ihm noch die Kraft und er konnte den Crash - komfortabel in Führung liegend - nicht verhindern. Márquez konnte zwar wieder aufsteigen und weiterfahren, fiel aber auf den 14. Platz zurück. Térol übernahm kampflos die Führung.

In der gleichen Runde erwischte es leider auch Schrötter. Der Interwetten-Pilot stürzte in Kurve zehn und blieb zunächst liegen. Für den jungen Deutschen war das Rennen damit beendet.

Während Márquez auf Platz 14 hinter Folger zunächst keine großen Risiken eingehen wollte, jagte Teamkollege Cortese weiter nach vorn. Nach elf Runden war er schon Dritter und kämpfte mit Bradley Smith und Espargaró um den zweiten Platz hinter Térol, der schon den komfortablen Vorsprung von sieben Sekunden hatte.

In Runde zwölf übernahm Cortese diesen zweiten Platz kampflos, als Smith vor ihm zu viel riskieren musste und nach einem Highsider stürzte. Nun musste Cortese versuchen, den von hinten angreifenden Titelkandidaten Espargaró hinter sich zu halten. Térol hatte weiter einen Vorsprung von sieben Sekunden. Doch im weiteren Rennverlauf konnte sich Cortese selbst ein kleines Polster herausfahren. Espargaró schien sich mit den sicheren Punkten für den dritten Platz zufrieden zu geben.

Dahinter tobten jedoch weiter muntere Positionskämpfe bis ins Ziel. Auch Márquez mischte hier mit beherzten Manövern wieder mit und kämpfte sich vor bis auf Platz fünf. Allerdings kam er dabei in der vorletzten Runde so weit von der Strecke ab, dass er gleich zwei Kurven ausließ. Nach Ansicht der Rennleitung verschaffte er sich damit einen Vorteil, nach dem Rennen wurde die Strafe ausgesprochen.

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