vergrößernverkleinern
Pol Espargaró und Harald Eckl freuten sich über den Sieg in Aragonien © Tuenti

Nicolás Terol übernimmt durch seinen zweiten Platz beim Grand Prix von Aragonien die WM-Führung - Marc Márquez scheidet nach Kollision aus

Der Weltmeisterschaftskampf in der Achtelliterklasse ist wieder spannend. Pol Espargaró gewann nach einem Herzschlagfinale den Grand Prix von Aragonien in Alcañiz vor Nicolás Terol, der durch seinen zweiten Platz die Führung in der Gesamtführung übernahm. Der bisherige WM-Leader Marc Márquez schied nach einer Kollision kurz nach dem Start aus und sammelte damit keine Punkte.

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 18 Grad Celsius Lufttemperatur begann um 11:05 Uhr mit etwas Verspätung das Rennen der 125er-Klasse. Zuvor versammelte sich die Grand-Prix-Gemeinde zu einer Schweigeminute in Gedenken an den vor zwei Wochen tödlich verunglückten Shoya Tomizawa auf der Start-Ziel-Geraden. Zudem gab sich der Spanische König Juan Carlos in der 125er-Startaufstellung die Ehre, schüttelte unter anderem Sandro Cortese die Hand.

Márquez, der dominierende Fahrer der Trainingssitzungen am Samstag, startete von der Pole-Position, wurde aber noch vor der Anfahrt auf die erste Kurve innen von Espargaró und Terol passiert. Beim Einbiegen in die enge Linkskurve wollte sich Márquez ins Feld einsortieren, doch er wurde vom viel zu spät bremsenden Randy Krummenacher am Hinterrad getroffen und stürzte.

Der Schweizer Molenaar-Pilot schien etwas übermotiviert in die erste Kurve gegangen zu sein, stieß er doch mit einem gehörigen Geschwindigkeitsüberschuss gegen Márquez Maschine und räumte den Pole-Sitter mit voller Breitseite ab. Für Márquez war das Rennen dadurch beendet, Krummenacher konnte weiterfahren.

Schwarze Flagge für Krummenacher

Der Rennleitung gefiel diese Aktion ebenso wenig wie Márquez und dessen zahlreich erschienenen Fans an der Strecke - die schwarze Flagge für den Schweizer war die Folge. "Es ging alles sehr schnell, ich hatte nur sehr wenig Platz", erklärte Krummenacher. "Ich konnte nichts tun. Die erste Kurve ist nun einmal sehr eng. Es tut mir sehr Leid, dass ein paar Jungs stürzen mussten."

An der Spitze bildete sich derweil schnell eine Vierergruppe, bestehend aus Terol, Espargaró, Efren Vázquez und Bradley Smith. Cortese, der von Platz zwei aus gestartet wie so oft auf den ersten Metern zahlreiche Positionen verlor, folgte an sechster Stelle. Marcel Schrötter hatte unterdessen einen guten Start, der Honda-Pilot lag nach der ersten Runde auf Platz zwölf.

Zweikampf zwischen Espargaró und Terol

Ab der vierten Runde entwickelte sich der Kampf an der Spitze immer mehr zum Zweikampf zwischen Terol und Espargaró. Smith konnte die Zeiten des Führungsduos nicht mitgehen, weiter hinten fiel Vázquez zwischenzeitlich sogar hinter den aufholenden Cortese zurück. Im neunten Umlauf ließ dann Terol scheinbar ohne Not Espargaró passieren und in Führung gehen - das Pokerspiel um den Grand-Prix-Sieg hatte begonnen.

Drei Runden später revanchierte sich Espargaró und ließ wiederum Terol an der selben Stelle vorbei. Spätestens jetzt war klar, dass sich keiner der beiden Fahrer in die Karten blicken lassen wollte, die Entscheidung würde wahrscheinlich erst in der letzten Runde des Rennens fallen.

So kam es dann auch. Terol ging als Führender in die 19. Runde, Espargaró folgte dicht dahinter. Auf der langen Gegengeraden saugte sich der Derbi-Pilot dann im Windschatten seines Konkurrenten an und ging schließlich mit einem atemberaubenden Manöver in der Zielkurve außen an Terol vorbei. Espargaró gewann vor Terol und Smith, Cortese überquerte die Ziellinie als Fünfter. Jonas Folger wurde im Kampf um Platz sieben ganz knapp von Esteve Rabat geschlagen, Marcel Schrötter gewann als 13. immerhin drei WM-Punkte.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel