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Marc Márquez war in Motegi nicht zu halten: Saisonsieg Nummer sieben für den Spanier © Repsol

Derbi-Fahrer Marc Márquez sicherte sich überaus souverän den Sieg in Japan - Sandro Cortese nach Sturz nur im Mittelfeld - Startkollision um Jonas Folger

Marc Márquez schlägt zurück: Zwei Wochen nach seinem Erstrunden-Aus beim Aragón-Rennen sicherte sich der spanische Derbi-Pilot den Sieg im 125er-Lauf von Motegi. Seine Pole-Position konnte Márquez beim Start zwar nicht behaupten, übernahm aber nach sieben Runden die Führung von Nicolás Terol (Aprilia) und war anschließend nicht mehr zu halten: Saisonsieg Nummer sieben.

WM-Spitzenreiter Terol musste sich auf dem Twin-Ring von Motegi mit dem zweiten Platz hinter seinem Titelrivalen begnügen, Bradley Smith (Aprilia) sicherte sich den dritten Rang vor Pol Espargaró (Derbi), der nur kurzzeitig an einem Podium schnupperte. Alberto Moncayo (Aprilia) und Esteve Rabat (Aprilia) komplettierten die Top 6 des Laufs, der mit einer Schrecksekunde begonnen hatte.

Das Rennen der 125er-Klasse war erst wenige Augenblicke alt, da kam es bei der Anfahrt zu ersten Kurve zu einer heftigen Kollision. Im Gedränge erhielt Efrén Vázquez (Derbi) einen Schubser von einem Konkurrenten, strauchelte und fiel auf die Fahrbahn - Jonas Folger (Aprilia) konnte nicht mehr ausweichen und gabelte den Spanier samt dessen Motorrad auf. Beide 125er-Piloten schieden aus.

Sowohl Vázquez als auch Folger blieben nach ihrem Unfall am linken Streckenrang liegen, ehe die herbeigeeilten Streckenposten die Bergung einleiten konnten. Vázquez stand bereits nach wenigen Momenten und schien den Crash unverletzt überstanden zu haben, Folger hatte augenscheinlich auch Glück im Unglück. Aus Sicherheitsgründen wurden beide Fahrer ins Streckenhospital gebracht.

Márquez spielt mit seinen Gegnern

"Ich lag auf der Außenseite neben Vázquez, als er eine Berührung mit Cortese hatte, wie ich vermute", sagt Folger. "Er stürzte und ich bremste so hart wie möglich, traf ihn aber dennoch und stürzte ebenfalls. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Ich hoffe, Efrén ist okay. Sehr schade um das Rennen", meint der Deutsche. "Ich habe ein paar Schmerzen, bin aber ansonsten in Ordnung."

An der Spitze ergingen sich Terol und Márquez indes in psychologischen Spielchen: Sieben Runden lang folgte Márquez seinem spanischen Landsmann wie ein Schatten, um hin und wieder seine Derbi-Nase neben das Aprilia-Bike zu stellen. In Runde sieben machte Márquez schließlich kurzen Prozess, setzte sich neben Terol und ließ seinen WM-Konkurrenten bei der Einfahrt zu Kurve 5 eiskalt stehen.

Danach drehte Márquez sofort richtig auf, distanzierte Terol binnen weniger Kurven und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus. Hinter dem Führungsduo absolvierte Smith einen unauffälligen, aber effektiven Lauf und wurde Dritter vor Espargaró. Moncayo duellierte sich rundenlang mit Tomoyoshi Koyama (Aprilia), doch der japanische Lokalmatador stürzte wenige Runden vor Schluss als Fünfter.

Cortese stürzt und verpasst die Top 10

Damit rückte Aprilia-Fahrer Moncayo kampflos auf den fünften Rang nach vorne und sauste noch vor Rabat, Danny Webb (Aprilia), Luis Salom (Aprilia), Adrian Martin (Aprilia) und Johann Zarco (Aprilia) über die Ziellinie. Randy Krummenacher (Aprilia) und Sandro Cortese (Derbi) beschlossen das Rennen in den Top 12 - zumindest für den Deutschen war in Motegi aber deutlich mehr drin.

Cortese lag nach dem Start lange Zeit auf dem fünften Rang und hatte sogar Podiumschancen, musste eben diese aber nach einem Ausflug ins Kiesbett begraben: Der Derbi-Fahrer rutschte von der Strecke und verlor viel Zeit, konnte den Lauf allerdings an zehnter Stelle wieder aufnehmen. Cortese blieb damit noch vor Marcel Schrötter (Honda), der als 14. in die WM-Punkte von Japan fuhr.

In der Gesamtwertung führt Terol (228 Punkte) noch immer mit einem kleinen Vorsprung, nun allerdings vor Márquez (222), der seinen Rückstand deutlich reduzieren konnte. Espargaró (215) folgt auf dem dritten Rang vor Smith (160), der als Vierter nicht mehr ernsthaft in die Entscheidung eingreifen kann. Bei den Herstellern führt Derbi nach wie vor mit 310 Punkten vor Aprilia (271).

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