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Marc Márquez machte es spannend wie nie: Sieg nach Chaos in Estoril © GEPA

Einsetzender Regen, reichlich Stürze, Abbruch und Reifenpoker: Marc Márquez setzt sich im Estoril-Chaos durch - WM-Entscheidung vertagt - Jonas Folger starker Vierter

Die Zuschauer in Estoril wurden am Sonntag bestens für die Absage des Qualifyings am Vortag entschädigt. Die Fans bekamen statt drei gleich vier Rennen zu sehen, denn der Grand Prix der 125er-Klasse wurde in zwei Durchgängen entschieden. Nachdem das Rennen wegen einsetzendem Regen nach sieben Runden abgebrochen werden musste, entschied Marc Márquez den abschließenden Sprint über neun Runden für sich.

Den ersten Start konnte Nicolas Terol gewinnen. Der Aspar-Pilot hatte sich schnell an seinem Teamkollegen Bradley Smith vorbeigearbeitet, auch Marc Márquez konnte nach einem bärenstarken Start sofort am Briten vorbei. Im Schatten des Toptrios, das sich vorne absetzen konnte, zeigte Sandro Cortese eine starke Fahrt, die aber wieder einmal nicht belohnt werden sollte.

Nach fünf Runden brachten die dunklen Wolken über Estoril die nächsten Regenschauer, prompt flogen Cortese, Grotzkyj, Martin, Kent, Rabat, Vazquez und auch Marcel Schrötter in den Kies. Zwei Runden später war die Piste fast komplett nass, die Rennleitung bracht das Rennen ab. Die Teams begannen mit der Umrüstung der Bikes für den anschließenden Sprint über neun Runden, doch der Regen hörte auf.

Die große Frage lautete: Slicks oder Regenreifen? Die Toppiloten entschieden sich fast alle für die profillosen Reifen, Pol Espargaró setzte auf Regenpneus und lag damit komplett falsch. Als die Piloten sich wieder auf den Weg in die Startaufstellung machten, gab es die große Schrecksekunde. Ausgerechnet WM-Leader Márquez legte sich auf dem Weg in den Grid ab, das Bike wurde beschädigt.

Der Spanier steuerte die Ajo-Box an. Dort winkte man ihn schnell weiter, weil die Boxengasse Sekunden später schloss - zu spät, Marquez musste als Letzter aus der Boxengasse in die Formationsrunde gehen. Doch der kämpferische Youngster zündete danach ein noch nie gesehenes Feuerwerk. Beim Restart schoss er sich zunächst auf Platz vier, schob sich dann wieder an das Aspar-Duo heran.

Es folgte schließlich ein toller Dreikampf an der Spitze. Márquez rang zunächst Smith nieder, der als Bodyguard seines Teamkollegen Terol fungieren wollte. Zu Beginn der letzten Runde zog Márquez schließlich an seinem WM-Rivalen vorbei an die Spitze. Zwei Konter von Terol schlugen fehl, der Cortese-Teamkollege konnte nach all dem Chaos sensationell noch gewinnen.

Hinter Terol, der seine Titelchancen damit wahren konnte, und Smith rollte Jonas Folger nach einem starken Rennen bei schwierigen Bedingungen als Vierter über die Linie. Randy Krummenacher sorgte mit Platz sieben für Jubel in der Schweiz, Pol Espargaro verspielte seine Titelchancen mit Platz zehn. Márquez geht nun mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf Terol in die Entscheidung in Valencia.

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