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Drei Rennen und drei Siege: Nicolas Terol dominiert die Achtelliterklasse 2011 © Aspar

WM-Spitzenreiter Nicolas Terol hat das Rennen in Estoril dominiert und überlegen gewonnen - Der Deutsche Sandro Cortese feiert als Zweiter auf dem Podium

Das Rennen in Estoril war eine klare Angelegenheit für Nicolas Terol. Der Spanier fuhr in einer eigenen Liga, dominierte überlegen und feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Der Kampf um die restlichen Podestplätze ging eng zu. In der Schlussphase behielt Sandro Cortese die Oberhand und zog den zweiten Platz an Land. Der Franzose Johann Zarco setzte sich in einem Photofinish gegen Rookie Maverick Vinales durch.

Bevor das Rennen überhaupt losging, war es für Alberto Moncayo schon vorbei. Technische Probleme an seiner Aprilia konnten nicht rechtzeitig behoben werden. Der Spanier saß in kompletter Rennmontur an der Box und musste tatenlos zusehen. Sein sechster Startplatz blieb frei.

Terol gewann den Start und bog in Führung liegend in die erste Kurve ein. Miguel Oliveira setzte sich vor Cortese, der auf Platz drei zurückfiel. Dahinter folgten Luis Salom und Jonas Folger. In dieser Reihenfolge wurde auch die erste Runde beendet. Terol hatte sich im ersten Umlauf bereits einen Vorsprung von einer Sekunde herausgefahren. Cortese musste kontern, wenn er den Spanier nicht entfliehen lassen wollte. Er überholte Oliveira und machte sich an die Verfolgung. Die Rennleitung meldete Frühstarts für Luigi Morciano, Danny Kent und Peter Sebestyen.

An der Spitze zog Terol problemlos weg. Der Spanier fuhr eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes. Es entwickelte sich eine Kampfgruppe von Platz zwei bis acht. Cortese führte die Verfolger mit kleinem Vorsprung an. Hinter dem Deutschen folgten Hector Faubel, Oliveira, Folger, Zarco, Vinales und Efren Vazquez. Wie es für die Achtelliterklasse üblich ist, entwickelten sich enge und harte Zweikämpfe in dieser Gruppe. Die Positionen wechselten ständig.

Bereits in der elften Runde begann Terol die langsamen Fahrer zu überrunden. Der WM-Spitzenreiter war in seiner eigenen Liga. Gegen Halbzeit entwickelte sich sieben Sekunden dahinter ein Duell um die verbliebenen Podestplätze. Cortese und Faubel konnten sich von der Verfolgergruppe absetzen. In Runde zwölf übernahm der Spanier Platz zwei und zog den Deutschen in seinem Windschatten.

Hinter dem Duo witterte Vinales seine Chance auf das Podest und zog das Tempo an. Im Schlepptau folgten Zarco und Folger. Vazquez lag bereits weitere sechs Sekunden zurück und hatte keine Chance mehr. Vinales holte auf und überholte Cortese und Faubel. Der Rookie war auf dem Weg zu seinem ersten Podium in der Weltmeisterschaft. Folger musste in der Schlussphase abreißen lassen, dafür schaffte Zarco den Anschluss.

Der Vierkampf um die letzten beiden Podestplätze wurde erst in den letzten Runden entschieden. Vier Umläufe vor Schluss stürzte Faubel durch einen Highsider in Kurve sechs und war draußen. Nach Jerez der zweite schwere Fehler des Aspar-Piloten in der Schlussphase des Rennens. Durch den Sturz entstand eine kleine Lücke hinter Cortese, der nun Zweiter war.

Bis zur letzten Runde hatten Vinales und Zarco den Abstand wieder zugefahren. Cortese stand auf den letzten Kilometern unter Druck. Der 21-Jährige behielt die Nerven, fuhr fehlerfrei und brachte den zweiten Rang ins Ziel. Seine Verfolger duellierten sich hart um den letzten Platz auf dem Podest. Im Zielsprint setzte sich Zarco auf der Ziellinie um eine Handbreite gegen Vinales durch.

Der Sieg von Terol war nie gefährdet. Der Spanier ist bisher eine Macht in der 125er-Klasse. Einzig in Jerez musste sich der Vizeweltmeister im Qualifying Cortese geschlagen geben. Abgesehen davon lief alles perfekt. Mit drei Siegen in drei Rennen ist die WM-Führung ebenfalls überlegen. Cortese belegt in der Zwischenwertung den zweiten, Folger den dritten Platz.

Letzterer konnte am Ende nicht mehr im Kampf um die Podestplätze mitmischen. Mit Platz vier holte der Deutsche ein weiteres starkes Resultat. Mit bereits 20 Sekunden Rückstand auf den Sieger überquerten Vazquez und Lokalmatador Oliveira die Ziellinie. Salom, Adrian Martin und Simone Grotzkyj komplettierten die Top 10.

Marcel Schrötter hatte eineinhalb Minuten Rückstand auf Terol und wurde mit seiner Mahindra 18. Giulian Pedone aus der Schweiz klassierte sich einen Rang dahinter. Wildcard-Pilot Kevin Hanus sah die Zielflagge mit einer Runde Rückstand als 22. und Vorletzter. Daniel Kartheininger konnte nicht am Portugal-Wochenende teilnehmen, weil ein Sponsor kurzfristig abgesprungen war.

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