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In der letzten Runde besiegte Maverick Vinales (25) den Spanier Nico Terol (18) © Motorsport-Total.com

WM-Neuling Maverick Vinales war sich sicher, dass er Nicolas Terol in der letzten Runde überholen kann - Der Geschlagene sucht nach Erklärungen für die Niederlage

Das Wochenende in Le Mans stand bis zum Rennen im Zeichen von Nicolas Terol. In mittlerweile gewohnter Manier fuhr der Spanier schnelle Runden und schien einmal mehr der ganz große Favorit auf den Sieg zu sein. Direkt nach dem Start ging der Aspar-Pilot von der Pole-Position aus in Führung und setzte sich gleich ab. Doch diesmal wurde es keine Solo-Show. Rookie Maverick Vinales hängte sich an das Hinterrad des dreifachen Saisonsiegers und fuhr locker mit.

Einige Male übernahm der 16-Jährige auch die Führung. In den letzten Runden wollte Terol klarstellen, wer derzeit der dominierende Mann in der 125er-Klasse ist. Bis zur letzten Kurve führte der WM-Spitzenreiter. Dann passten allerdings der Bremspunkt und die Linie nicht. Vinales ließ sich nicht zweimal bitten, stach innen hinein und gewann den Sprint zur Ziellinie. Es war der erste Grand-Prix-Sieg im erst vierten Rennen für den spanischen Meister.

"Ich muss mich bei meinem Team bedanken. Sie haben seit Freitag das Motorrad perfekt auf das Rennen vorbereitet. Ich war clever genug, um das Beste aus der zweiten Rennhälfte zu machen", sagt Vinales. "Ich habe auf die richtige Gelegenheit gewartet, um Nico zu überholen. Ich war mir sicher, dass ich ihn in der letzten Runde überholen könnte, aber ich wollte es woanders probieren."

"Das habe ich aber nicht geschafft. Der Sieg ist für das Team und mich sehr wichtig. Wir müssen uns aber weiterhin auf die Ziele konzentrieren, die wir uns vor Beginn der Saison gesetzt haben. Ich will bester Neuling werden, mich ständig verbessern und bei jedem Rennen lernen. Den Sieg widme ich dem Team und allen Leuten, die mir in meiner Karriere bisher geholfen haben."

Terol musste durch den Fehler in der letzten Runde seine weiße Weste abgeben, ansonsten wäre er in dieser Saison unbesiegt. "In den ersten Runden bin ich es ruhig angegangen, denn die Strecke war noch kühl und ich wollte keine Fehler machen. Der Vorderreifen hat sich auf der Bremse nicht angenehm angefühlt. Als ich mehr Gespür für den Vorderreifen hatte, habe ich härter attackiert", schildert Terol. "Ich dachte, dass ich Maverick abhängen kann."

"Er ist aber an mir drangeblieben. Ich habe ihn vorbeigelassen, aber er wollte nicht weiter angreifen. Drei Runden vor dem Ziel habe ich mein Manöver gesetzt und wollte wegfahren. Ich konnte ihn aber nicht abschütteln. In der letzten Runde musste ich meine Position verteidigen. Das ist mir bis zur letzten Kurvenkombination auch gelungen."

"Dort habe ich zu hart gebremst. Als ich das Gas wieder aufdrehen konnte, war er schon vorbei. Ich gratuliere ihm zu seinem Rennen. Mit der Arbeit des Teams an diesem Wochenende bin ich sehr glücklich. So knapp den Sieg zu verpassen hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ich habe 20 Punkte erobert. Wir müssen nun weiterarbeiten, denn unsere Rivalen kommen uns immer näher."

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