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Jonas Folger feierte beim 43. Grand-Prix-Start seinen ersten Sieg © Motorsport-Total.com

Jonas Folger rundet das aus deutscher Sicht perfekte Rennwochen in Silverstone mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg ab

Im regennassen und bitterkalten Silverstone hat Jonas Folger am Sonntagnachmittag seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Der 17 Jahre alte Aprilia-Pilot aus dem bayrischen Mühldorf gewann bei schwierigsten Bedingungen das 125er-Rennen vor seinem Ajo-Teamkollegen Johann Zarco und Aspar-Pilot Hector Faubel. Der WM-Führende Nicolas Terol begnügte sich mit Platz acht, einen Rang hinter Sandro Cortese.

Bereits unmittelbar nach dem Start schob sich Folger, der als Fünfter aus der zweiten Startreihe gestartet war, an die Spitze. Bereits am Ende der ersten Runde hatte Folger den in dieser Saison bislang überragenden Terol als Führenden abgelöst. Pole-Setter Maverick Vinales konnte seine gute Startposition dagegen nicht umsetzen und fiel bereits auf den ersten Metern zurück.

Schon in der zweiten Runde zeichnete sich ab, welche Fahrer am Sonntagnachmittag um die Plätze auf dem Siegertreppchen kämpfen würden. Während sich Folger zunächst mit einer neuen schnellsten Rennrunde an der Spitze leicht absetzen konnte, folgte Zarco mit 0,8 Sekunden Rückstand. Terol war hingegen 3,5 Sekunden langsamer als Folger und sollte fortan in der unteren Hälfte der Top 10 um Positionen kämpfen.

In den folgenden zehn Runden entwickelte sich an der Spitze zwischen Folger und Zarco ein spannender Zweikampf um den Sieg. Die beiden Ajo-Piloten hatten bislang noch nie einen Grand Prix gewinnen können. Während der Franzose über weite Strecken den etwas schnelleren Eindruck machte, zeigte er sich auch anfälliger für Fahrfehler. Zarco konnte seine wild rutschende Aprilia allerdings immer wieder rechtzeitig bändigen und setzte Folger stets unter Druck.

Zweikampf an der Spitze

Im Laufe des Rennens wechselten sich die beiden Kontrahenten immer wieder an der Spitze ab - jeder wollte mal dem anderen den Vortritt lassen, um die Linienwahl seines Konkurrenten studieren zu können. Diese taktische Fahrweise ging jedoch nicht auf Kosten der Geschwindigkeit, denn der lange Zeit drittplatzierte Vinales konnte den Speed des Führungsduos nicht mitgehen.

In der zwölften Runde leistete sich Vinales allerdings einen folgenschweren Fahrfehler und stürzte auf der glitschigen Rennstrecke ins Aus. Faubel übernahm Platz drei, während Folger eine Runde später den rennentscheidenden Angriff lancierte: Im Kurvengeschlängel vor der neuen Start-Ziel-Geraden bremste sich der Youngster innen an Zarco vorbei und übernahm erneut die Führung.

Grippegeschwächter Folger hatte auf Regen gehofft

Die letzten vier Runden entwickelten sich dann zu einer Demonstration von Folgers Stärke bei Regen. Seit Wochen von einer Grippe geschwächt, quält sich der 17-Jährige von Rennwochenende zu Rennwochenende und hoffte nach der Qualifikation am Samstagnachmittag inständig, dass es am Sonntag regnen würde. Nur im Regen rechnete sich Folger überhaupt Chancen aus, die komplette Renndistanz über 17 Runden körperlich durchstehen zu können.

Folger hatte Glück, der Wettergott tat ihm diesen Gefallen, und Folger ergriff die ihm sich bietende Chance mit beiden Händen. Bei seinem 43. Grand-Prix-Start gelang ihm der erste Sieg. In der Gesamtwertung der 125er-Weltmeisterschaft rückte Folger zudem auf den zweiten Platz vor und ist nun erster Verfolger von WM-Favorit Terol.

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