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Platz acht: Sandro Cortese haderte auf dem Sachsenring mit sich selbst © Motorsport-Total.com

Sandro Cortese wird beim Heim-Grand-Prix auf dem Sachsenring Achter und gibt anschließend zu, sich zu sehr unter Druck gesetzt zu haben

Nach einem verpatzten Qualifying am Samstag, bei dem für Sandro Cortese nach einem Sturz kurz vor Schluss nur der 15. Startplatz zu Buche stand, konnte der Pilot des Racing-Team-Germany im 125er-Rennen am Sonntag auf dem Sachsenring Schadensbegrenzung betreiben. Nach einem guten Start erreichte Cortese als Achter das Ziel, knapp hinter seinem Landsmann Jonas Folger.

"Es war ein sehr, sehr hartes Rennen und ein extrem hartes Wochenende für mich persönlich", gibt Cortese zu. "Nach dem Sturz am Samstag und dem 15. Startplatz, war das Wochenende für mich eigentlich schon gelaufen. Wir haben uns gestern Abend und auch heute Morgen noch einmal hingesetzt und gesagt: 'Wir haben nichts zu verlieren.' Ich habe einen richtig guten Start gehabt und bis Rennmitte gedacht, dass vorn mithalten kann."

"Aber von einer auf die andere Runde haben die vorne noch einmal eine halbe Sekunde draufgepackt", fährt der 21-Jährige fort. "Da habe ich dann, um ehrlich zu sein, einfach nicht mehr mithalten können. Mir fehlt es nach den zuletzt schwierigen Rennen auch ein bisschen am notwendigen Selbstbewusstsein."

Dennoch macht Cortese bei sich einen Aufwärtstrend aus. "Auch wenn es die Platzierung nicht unbedingt widerspiegelt, war das heute dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. Mein Renntempo ist gut gewesen und mein Gefühl für das Motorrad ist wieder da." Angesichts von noch acht ausstehenden Rennen - sieben, sollte der Japan-Grand-Prix abgesagt werden - rechnet sich Cortese noch gute Chancen in der Gesamtwertung aus.

WM-Chancen für Cortese noch intakt

"Es ist noch nichts verloren" ,findet der Aprilia-Pilot. "Als Fünfter fehlen mir zwar 60 Punkte auf Terol, aber mit Blick auf die Ränge zwei und drei liegt nach acht Rennen noch alles eng beieinander. Wir müssen uns jetzt einfach über die Sommerpause sammeln und versuchen, uns alles wieder so locker anzuschauen, wie wir das zu Saisonbeginn auch gemacht haben."

Die in der ersten Saisonhälfte gestiegene Erwartungshaltung beim Team und in der Öffentlichkeit, machen Cortese zu schaffen. "In den vergangenen Rennen wurde von uns extrem viel erwartet, speziell hier am Sachsenring. Deswegen habe ich an diesem Wochenende auch mit mir selbst gehadert. Ich wollte natürlich den Fans und auch mir selbst zeigen, dass wir ganz nach vorne gehören. Der Sturz gestern hat mich dann ein bisschen aus dem Konzept gebracht."

Vorfreude auf die Sommerpause

Cortese sehnt die Pause bis zum Rennwochenende in Brünn herbei. "Es wird guttun, jetzt einmal wieder für ein paar Wochen daheim zu sein. Ich nutze die Pause in erster Linie dazu, um ein wenig zu regenerieren und Kondition aufzubauen. Wenn man fünf Wochen lang permanent unterwegs ist, kann man einfach nicht so trainieren, wie man es zuhause tun würde."

Teamchef Dirk Heidolf pflichtet seinem Fahrer bei: "Es ist noch alles möglich, die Saison ist ultra-lang. Die Pause wird uns guttun, um einfach mal wieder einen Neustart zu machen. Denn wenn man permanent auf dem Motorrad sitzt, kann das auch kontraproduktiv sein, da man zusehens verkrampft."

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