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Endlich: Sandro Cortese feierte im 109. Grand Prix seinen ersten Sieg © Motorsport-Total.com

Sandro Cortese ringt beim Grand Prix von Tschechien Johann Zarco nieder und feiert seinen lang ersehnten ersten Sieg

Im 109. Versuch hat es für Sandro Cortese endlich geklappt - der 21 Jahre alte Berkheimer hat in Brünn seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Cortese setzte sich in einem spannenden Zweikampf gegen den Franzosen Johann Zarco durch, der sich mit Platz zwei begnügen musste und seinerseits weiterhin auf den ersten Sieg bei einem Grand-Prix-Rennen warten muss. WM-Leader Nicolas Terol schied in der neunten Runde mit technischen Problemen aus.

Dabei hatte das Rennen für den Aspar-Piloten so gut begonnen. Als Pole-Sitter entschied Terol den Start für sich, dahinter schoss sein Aspar-Teamkollege Hector Faubel aus der zweiten Reihe nach vorne und reihte sich noch vor der ersten Kurve als Zweiter ein. Einen noch besseren Start erwischte Sergio Gadea, der aus der dritten Reihe kam und zunächst Platz drei übernahm. Dahinter folgten Zarco und Cortese. Für Niklas Ajo war das Rennen bereits in der vierten Kurve nach einem Sturz beendet.

Faubel konnte sich aber nicht lange im Spitzenfeld des Rennens halten. Bereits in der zweiten Runde hatten sich Zarco, Terol und Cortese ganz vorne etabliert, während Faubel und Gadea die zweite Gruppe anführten, die jedoch schnell den Anschluss an das Führungstrio verlor. Adrian Martin und Danny Kent stürzten in der zweiten Runde und schieden aus.

In der sechsten Runde hatten sich Terol, Zarco und Cortese bereits vom Rest des Feldes deutlich abgesetzt. Besonders beeindruckend waren dabei Corteses Rundenzeiten: Bereits in der zweiten Runde war der Aprilia-Pilot schneller als im Qualifying. Unterdessen wechselten sich Terol und Zarco an der Spitze ab, während sich Cortese mit Platz drei begnügte.

Terol rollt aus

In der neunten Runde wurde aus dem Dreikampf um den Sieg plötzlich ein Zweikampf. Terol wurde immer langsamer und rollte schließlich am Streckenrand aus. Ein technischer Defekt zwang den an diesem Wochenende so dominierenden WM-Leader zur Aufgabe. Terols Ausfall bedeutete auch, dass die riesengroße Verfolgergruppe um mindestens einen Podiumsplatz kämpfen würde.

Maverick Vinales, Faubel, Gadea, Alberto Moncayo, Miguel Oliveira und Efren Vazquez balgten sich in teils hitzigen Positionskämpfen von Kurve zu Kurve um die Plätze. Das erste Opfer dieser beinharten Manöver war in der 14. Runde schließlich Vazquez, der das Tempo nicht mehr mitgehen konnte und stürzte.

Cortese greift in Runde 17 an

Zwei Runden vor dem Ziel ging an der Spitze Cortese zum ersten Mal an Zarco vorbei. Der Allgäuer schien vor allem im hinteren Streckenabschnitt des Brno Circuit etwas schneller als der Franzose fahren zu können. Zarco blickte sich nach Corteses Überholmanöver als erstes nach hinten um, um sich zu vergewissern, wie groß der Abstand auf die Verfolger war. Angesichts einer neun Sekunden großen Lücke war klar: Zarco und Cortese würden den Sieg unter sich ausmachen.

Zu Beginn der letzten Runde bremste sich Zarco am Ende der Start-Ziel-Geraden wieder an Cortese vorbei. Doch in der dritten Kurve konterte Cortese und presste sich wiederum am Derbi-Piloten vorbei. Zarco probierte es in den folgenden Kurven immer wieder, sich innen an Cortese vorbeizuschieben, doch der Racing-Team-Germany-Pilot war auf der Bremse sehr stark und behielt stets die Führung.

Showdown in der letzten Kurve

In der letzten Links-Rechts-Kombination vor dem Ziel kam es schließlich zum Showdown. Mit einem verzweifelten Bremsmanöver schob sich Zarco innen neben Cortese. Die beiden Kontrahenten berührten sich, als sie ihre Maschinen für die letzte Rechtskurve umlegten. Nun lag Cortese auf der günstigeren inneren Linie und gab nicht nach. Der linke Ellenbogen des Deutschen ging ein klein wenig raus und Zarco rutschte anschließend, allerdings ohne Einwirkung seines Gegners, etwas über das Vorderrad.

Somit war der Weg frei für Cortese, Zarco begnügte sich mit Platz zwei. Moncayo entschied den Kampf um Platz drei für sich, während Oliveira in der letzten Kurve stürzte. Faubel wurde Vierter vor Gadea und Vinales. Marcel Schrötter sammelte als 14. zwei WM-Punkte, Luca Grünwald kam als 18. ins Ziel.

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