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Jorge Lorenzo gratuliert Valentino Rossi zum Sieg in Jerez © Yamaha

Wie die Yamaha-Stimmung innerhalb eines Tages kippte: Valentino Rossi feiert seinen Sieg, Jorge Lorenzo leckt seine Wunden

Es war ein typisches Rossi-Geplänkel, welches sich nach dem Qualifying abspielte. Der Italiener hatte sich in der Zeitenjagd sieben Zehntelsekunden vom Teamkollegen Jorge Lorenzo aufbrummen lassen, durfte nur aus der zweiten Reihe starten und klagte: "So kann ich nicht gewinnen." Doch wer Rossi in den vergangenen Jahren beobachtet hat weiß genau, dass der Champion sonntags eine andere Platte auflegt. Und genauso kam es: Rossi siegte, Lorenzo strandete im heimischen Kies.

"Das ist ein wunderbarer Erfolg, weil wir gestern doch etwas irritiert waren", wiederholte der Yamaha-Star seine Aussage vom Vortag auch nach dem Rennen. "Wir haben dann das Bike nochmal umgebaut, damit ich es in den Kurven so bewegen kann wie ich es mag. Heute morgen habe ich sofort gespürt, dass es viel besser geht. Nach dem Warmup haben wir dann nur noch Kleinigkeiten geändert. Dadurch fühlten sich Motorrad und Reifen aber nochmal etwas besser an."

Er habe zu Beginn des Rennens hinter Lorenzo und danach hinter Stoner festgehangen, gab Rossi zu Protokoll: "Als ich dann vorbei war, konnte ich anfangs die Lücke zu Pedrosa nicht so schnell schließen. Aber dann gings besser. Ich konnte heran- und vorbeifahren. Es ist schön, gerade hier in Jerez wieder zu siegen", sagte der Superstar, der sich den Scherz erlaubte, in der Auslaufrunde auf ein Dixi-Klo am Streckenrand zu gehen. "Diesen Gag habe ich vor genau zehn Jahren schon einmal gemacht. Ich dachte, ich könnte es ruhig nochmal machen. Es hat Spaß gemacht."

Lorenzo: Speed war enttäuschender als der Unfall

Wenig Spaß hatte der Teamkollege. Jorge Lorenzo hatte sich mit der Pole-Position beste Voraussetzungen für einen Heimsieg geschaffen, doch im Rennen blieb der Spanier blass. "Ich bin traurig, weil ich das ganze Wochenende eigentlich schnell war", sagte der Mallorciner, der am Montag 22 Jahre alt wird. "Die Temperaturen sorgten dafür, dass mein Setup nicht mehr passte. Wir wissen selbst noch nicht genau, warum das passierte."

"Das ist eigentlich noch enttäuschender als der Crash", erklärte Lorenzo. "Der vierte Platz wäre gar nicht mal so schlecht gewesen, aber andererseits willst du vor heimischer Kulisse immer das Maximum holen. Ein Podestplatz wäre möglich gewesen, wenn ich im entscheidenden Moment etwas vorsichtiger gewesen wäre. Ich habe dann diesen Fehler gemacht und meine ganze gute Arbeit weggeworfen. Jetzt muss ich das schnell abhaken. Es tut mir einfach leid für die vielen Fans."

Rossis Teamchef Davide Brivio strahlte. Die Technikmannschaft um Jeremy Burgess hatte den Doktor mit dem passenden Werkzeug ausgestattet. "Wenn man Valentino ein Bike gibt, auf welchem er sich gut fühlt, dann liefert er eben solche Leistungen ab. Das war toll anzuschauen. So sollte es immer gehen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und natürlich ganz besonders auf Valentino." Lorenzos Chef Daniele Romagnoli kommentierte: "Wir müssen vermeiden, dass ein solches Problem nochmal auftritt. In Le Mans waren wir im vergangenen Jahr gut."

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