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Jonas Folger (r.) fuhr in Le Mans erst den zehnten Grand Prix seiner Karriere © imago

In LeMans fährt nur ein Spanier dem 15-jährigen Jonas Folger davon. Bradl fliegt vom Motorrad, Cortese rettet sich in die Punkte.

Le Mans - Ausnahmetalent Jonas Folger stand als jüngster deutscher Motorradrennfahrer aller Zeiten auf dem Podium, doch auf den Champagner zum Feiern musste der 15-Jährige verzichten.

Als der Shootingstar in Le Mans auf dem Siegerpodest schüchtern seinen zweiten Platz in der Klasse bis 125 ccm bejubelte, wurde ihm aus Altersgründen die obligatorische Magnum-Flasche vorenthalten. (88267DIASHOW: Die besten Bilder der Moto-GP)

"Ich wollte unbedingt Champagner haben. Aber sie haben sich 1000 Mal entschuldigt, ich bin einfach zu jung", meinte der Teenager. Doch Mutter Anka tröstete: "Den Champagner kriegt er als Belohnung zuhause. Wir haben eine Flasche im Keller."

In Jerez noch zu übermütig

Der Freude über den Sensations-Erfolg tat das Alkohol-Verbot ohnehin keinen Abbruch. Die Ziellinie passierte der Oberbayer mit in die Luft gereckten Fäusten, anschließend fasste er sich ungläubig an den Helm und fuhr winkend und sichtlich stolz eine Ehrenrunde.

Seine erste Pressekonferenz nach dem 10. Grand-Prix-Start meisterte er trotz sichtlicher Nervosität in perfektem Englisch.

"Ich kann es noch gar nicht glauben", meinte der Aprilia-Pilot, der beim letzten Rennen in Jerez schon eine sensationelle Fahrt vom letzten auf den 3. Platz hingelegt, sich damals im Übermut mit einem Sturz aber noch selbst gebremst hatte.

15 Jahre und 275 Tage alt

"Heute war es einfach ein unglaubliches Rennen", meinte Folger.

Als jüngster deutscher Fahrer, der je eine Podestplatzierung erreicht hat, schaffte der am Sonntag 15 Jahre und 275 Tage alte Folger auch den Hattrick.

Seit dem vergangenen Herbst steht er schon als jüngster deutscher WM-Starter aller Zeiten in den nationalen Geschichtsbüchern, zudem hatte er als jüngster Deutscher einen WM-Punkt eingefahren.

Bradl und Cortese im Schatten

Somit stellt der Youngster derzeit auch die schon etablierten Stefan Bradl und Sandro Cortese in Schatten. Zumal die als Titelkandidaten in die Saison gestarteten 19-Jährigen beim vierten Saisonrennen schmerzhafte Rückschläge hinnehmen mussten.

Bradl (Zahling/Aprilia) schied auf Platz drei liegend aus und fiel in der WM-Wertung auf Platz zwölf zurück. Nachdem er regelrecht von seinem Motorrad abgeworfen wurde, fuhr dies herrenlos noch einige Hundert Meter weiter - in die andere Richtung.

"Es ist ärgerlich, das Podium wäre heuteb drin gewesen", sagte Bradl.

Zwei Stürze, dennoch Punkte

Cortese (Berkheim/Derbi) musste nach einem Sturz im Qualifying mit Hüftschmerzen als 24. ins Rennen (Cortese schleppt die Rote Laterne), stürzte dort noch zweimal, rettete als Zwölfter aber vier WM-Punkte.

In der WM-Wertung ist er Sechster direkt hinter Folger. "Ich bin enttäuscht. Aber da viele vor mir gestürzt sind, habe ich nicht allzu viel verloren", meinte der Schwabe.

Die Führung in der Gesamtwertung übernahm der Spanier Julian Simon (Aprilia) durch seinen überlegenen Sieg.

Nullnummer von Rossi

Dasselbe gelang seinem Landsmann Jorge Lorenzo in der MotoGP. Der Honda-Pilot gewann mit mehr als 17 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Marco Melandri (Kawasaki).

Der Titelverteidiger und bisherige Spitzenreiter, Lorenzos Teamkollege Valentino Rossi (Italien), blieb nach einem Sturz als 16. ohne Punkt. Vize-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati) musste sich mit Rang fünf begnügen.

Bei den 250ern holte Titelverteidiger Marco Simoncelli (Italien/Gilera) seinen ersten Saisonsieg, der Spanier Alvaro Bautista (Aprilia) übernahm durch Rang vier die WM-Führung.

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