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Casey Stoner war bis dato der einzige Pilot, der überzeugte. © Bridgestone

Die Motorradschmiede aus Bologna arbeitet hinter den Kulissen an der Konkurrenzfähigkeit der feuerroten Maschinen und sortiert sich neu

Es sind zwar erst drei Rennen in der Motorradweltmeisterschaft absolviert, dennoch hat Ducati auf die bisherigen Ergebnisse reagiert und das Team umstrukturiert. Mit Ausnahme des Aushängeschilds Casey Stoner sind die Italiener mit der bisherigen Leistung des Teams alles andere als zufrieden.

"Nach dem Rennen in Jerez, bei dem Casey eine fantastische Leistung zeigen konnte und Nicky einige Schwierigkeiten hatte, haben wir eine Reihe von Meetings anberaumt, um unsere technische und organisatorische Struktur zu analysieren", erklärt Teamchef Livio Suppo. "Unser Ziel ist es, die Gesamtleistung unserer Fahrer zu steigern."

Es scheint fast so, als ob sich vier Fünftel des Ducati-Teams noch im Winterschlaf befänden. Diese Einschätzung deckt sich mit der des Ducati-Teamschefs: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass nicht alle Ducati-Piloten ihre Form aus den Wintertestfahrten bestätigen konnten." Aus der Analyse des Status Quo sahen sich die Ducati-Verantwortlichen dazu veranlasst, nun das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und Veränderungen zu forcieren.

"Es scheint der richtige Zeitpunkt zu sein, um ein paar neue technische Ideen und elektronische Hilfsmittel einzuführen, um unsere Präsenz auf der Strecke auszubauen und unseren Fahrern einen besseren Support zukommen zu lassen", erläutert Suppo. "Die GP9 ist noch immer eine sehr junge Maschine und wir stehen erstmals mit fünf Piloten in der Startaufstellung. Aus diesen beiden Gründen haben wir uns dazu entschlossen, unsere Daten besser zu koordinieren, damit wir eine optimalere Entwicklungsrichtung einschlagen können."

Um dies gewährleisten zu können, wurden die Aufgaben im Team neu verteilt. Juan Martinez wird als neuer Chef der Crew von Nicky Hayden inthronisiert. Dadurch hat Cristhian Pupulin - seit 2006 Teamchef von Loris Capirossi, Marco Melandri und Nicky Hayden - mehr Zeit zur Verfügung, um die technischen Daten der Desmosedici zu analysieren und sich auf die Koordination innerhalb des Teams zu konzentrieren. "Das ist für die Entwicklung der GP9 absolut notwendig", erklärt Suppo.

Bereits bei den jetzt anstehenden dreitägigen Tests mit dem Testfahrer Vittoriano Guareschi, der am heutigen Dienstag von Troy Bayliss unterstützt werden wird, wartet auf Cristhian Pupulin eine Menge Arbeit. Vor allem die Elektronik, die Konstanz und der leichtere Umgang der Fahrer mit der etwas widerspenstigen GP 9 stehen im Fokus der Bemühungen. Dass den Teams am Wochenende in Le Mans eine Viertelstunde mehr zum Testen zur Verfügung steht, kommt den Motorradbauern aus Bologna dabei zugute.

Vor allem der bisher beinahe auf ganzer Linie enttäuschende Hayden hofft nun endlich, den Gordischen Knoten zerschlagen zu können: "Da Cristhian als Crewchief jetzt weitaus weniger Aufgaben übernehmen muss als bisher, kann er sich viel besser den Problemen widmen, die ich mit dem Bike habe."

Verständigungsschwierigkeiten wird der Ex-Weltmeister mit seinem neuen Crewchef Juan Martinez nicht haben, denn dieser spricht sowohl Englisch als auch Italienisch. "Das passt optimal", sagte Hayden und ergänzt: "Ich kann also nicht sagen, dass ich nicht genug Manpower hinter mir wissen würde. Es ist sehr ermutigend, dass Ducati alles dafür tut, um mich in eine Situation zu bringen, dass ich Farbe bekennen kann."

Für das Farbebekennen wird es beim "Kentucky Kid" auch langsam Zeit. Hayden weiß das nur zu genau und meint daher: "Letztendlich liegt es an den Fahrern, die Leistung auch umzusetzen und den Unterschied auszumachen. Ich hoffe, dass ich schon bald meinen Beitrag dazu leisten kann." Sollte er diesen nicht zu leisten in der Lage sein, steht zu befürchten, dass beim nächsten Umbau des Ducati-Teams auch die Besetzung der Fahrer zur Disposition steht.

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