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Harald Bartol war von der Legalität seines KERS immer überzeugt © Kirn F.

Die FIM hat sich still und heimlich bei KTM dafür entschuldigt, das KERS der Österreicher zunächst als nicht regelkonform angesehen zu haben

Bereits im Februar wurde bekannt, dass das 125er-Team von KTM an einem System zur Energierückgewinnung arbeitet. Bei den offiziellen Testfahrten in Jerez, kurz vor Saisonbeginn, entschied die Teamvereinigung IRTA offenbar, dass das KERS von KTM nicht regelkonform sei. KTM verzichtete daraufhin auf den Einsatz des neuartigen Systems.

Nun scheint sich die Sicht der Regelhüter aber geändert zu haben, denn wie die 'Motor Cycle News' berichten, hat der Weltverband FIM in einem als "vertraulich" eingestuften Brief an KTM zugegeben, dass das besagte System zur Energierückgewinnung durchaus im Einklang mit den Regeln sei. KTMs KERS hätte eine zusätzliche Leistung von zwei Kilowatt für mehrere Sekunden pro Runde freigesetzt.

KTM-Technikchef Harald Bartol: "Ich würde niemals etwas einbauen, das nicht den Regeln entspricht. Also habe ich ihnen [der FIM, Anm. d. Red.] geschrieben und vor zwei Wochen haben sie geantwortet und gesagt, 'ja, sorry, es entspricht den Regeln, alles ist ok'."

Dennoch ist Bartol ist dennoch unzufrieden, denn die FIM habe ihm geraten, zur Sicherheit trotzdem bei der MotoGP-Kommission um Erlaubnis zu fragen. "Dann kann ich das Reglement auch gleich wegwerfen. Wozu brauchen wir es dann noch", fragt sich Bartol.

FIM ist laut Bartol ahnungslos

Inzwischen habe KTM die Weiterentwicklung der Technologie ohnehin ausgesetzt. Denn wenn es nicht durch das Reglement verboten würde, wäre es früher oder später durch die neue Kultur der Kosteneinsparungen verbannt worden, ist sich Bartol sicher. "Sie versuchen dem Rennsport ein neues, grünes Image zu geben und dann verbieten sie die Technologie, die dafür steht", so Bartol.

Der KTM-Technikchef glaubt offenbar ohnehin nicht, dass die Regelhüter besonders viel Ahnung von der Materie haben: "Sie haben nie gefragt wie es funktioniert. Nach dem Rennen in Jerez kamen sie zu uns, um zu kontrollieren, ob wir KERS einsetzen. Da habe ich zu ihnen gesagt, dass sie doch sowieso nicht wüssten, wo sie danach suchen müssen."

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