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Marco Melandri wurde für einen harten Winter heute mit einem Podium belohnt © Kawasaki

Marco Melandri landete im Rennen in Le Mans dank einer tollen Vorstellung auf Platz zwei und zeigte anschließend große Emotionen

Viele Experten dachten nach zwei Top-6-Resultaten in den ersten drei Rennen, dass Marco Melandri und Hayate das Ende der Fahnenstange schon erreicht hätten, weil beim Kawasaki-Nachfolgeteam kein Geld für Weiterentwicklung vorhanden ist. Aber heute bewies der Italiener, dass dank seiner fahrerischen Extraklasse weiterhin alles möglich ist.

Melandri, 2008 als Teamkollege von Casey Stoner bei Ducati noch schwer gedemütigt, lieferte in Le Mans bei Mischverhältnissen eine Galavorstellung ab. Der Schlüssel zu Platz zwei waren seine konstant schnellen Rundenzeiten mit Trockenreifen auf feuchter Strecke, denn obwohl er zu den ersten Piloten gehörte, die an die Box kamen, büßte er in dieser kritischen Phase weniger Boden ein als die meisten Konkurrenten, die eine ähnlich progressive Strategie verfolgten.

"Im Nassen hatte ich ein gutes Gefühl", bilanzierte der 26-Jährige. "Als Valentino zum Wechseln kam, hielt ich das für zu früh. Ich kam eine Runde später rein, aber ich hätte noch länger warten sollen, denn die ersten Runden auf Slicks waren sehr, sehr schwierig. Ein paar Mal wäre ich beinahe zu Sturz gekommen, aber ich blieb ruhig, hielt die Reifen sauber und wartete auf bessere Verhältnisse. Als ich dann P2 auf meiner Boxentafel sah, konnte ich es gar nicht glauben!"

Nach den Boxenstopps hatte Melandri sieben Sekunden Rückstand auf Jorge Lorenzo. In der Runde darauf nahm er dem Yamaha-Piloten drei Sekunden ab, doch anschließend wuchs der Abstand sukzessive auf 17,710 Sekunden nach 28 Runden an. Also konzentrierte er sich darauf, den zweiten Platz nicht mehr aufs Spiel zu setzen: "Ich habe nur versucht, den Abstand nach hinten zu kontrollieren", sagte der Routinier im Hinblick auf die beiden Repsol-Honda-Piloten.

Bei der Siegerehrung war die Freude groß: "Es ist erstaunlich, hier zu sein", jubelte Melandri. "Vor fünf oder sechs Monaten habe ich noch geglaubt, dass ich die Rennen im Fernsehen schauen muss. Ich möchte mich bei Carmelo Ezpeleta bedanken, denn er hat hart dafür gearbeitet, mir ein Motorrad zu verschaffen, und auch bei meinem Team, das einen sehr guten Job macht. Es ist sehr schön, hier zu sitzen. Ich freue mich über dieses Podium mehr als über jedes andere meiner Karriere!"

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