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Jonas Folger liegt mit 33 Punkten auf Platz fünf der Fahrer-WM © imago

Motorrad-Pilot Jonas Folger spricht über seinen sensationellen zweiten Platz in Le Mans, Ziele und die Anfänge seiner Karriere.

Von Marc Ellerich

München - Nicht erst seit seinem sensationellen zweiten Platz beim Regen-Grand-Prix von Le Mans staunt die Motorrad-Szene über Jonas Folger. Der erst 15-jährige Motorrad-Pilot aus Schwindegg in Oberbayern fährt seinen Konkurrenten in der 125er-Klasse gewaltig um die Ohren.

Auch die Organisatoren des französischen Grand Prix scheinen auf die Erfolge des deutschen Youngsters nicht vorbereitet gewesen zu sein. Nach seinem Podiumsplatz wurde dem Minderjährigen der eigentlich obligatorische Champagner verwehrt - alkoholfreie Alternativen waren Fehlanzeige (Kein Schampus für Folgers Podestplatz) .

Für den Rennfahrer der Stunde war der Mini-Eklat im Nachhinein auch kein Problem. "Es werden noch genügend Gelegenheiten kommen", sagt er.

Im Sport1.de-Interview der Woche spricht Jonas Folger über seine hervorragende Form in diesem Jahr, über die Anfänge seiner Karriere und eine lästige Pflicht.

Sport1.de: Haben Sie Ihr Gläschen Champagner denn inzwischen getrunken? Auf dem Podium in Le Mans war Ihnen der Alkohol ja verwehrt worden, weil Sie mit 15 Jahren noch zu jung seien.

Jonas Folger: Ich bin nach dem Rennen ziemlich erschöpft nach Hause gekommen, weil wir die Nacht durchgefahren sind. Da haben wir nichts mehr getrunken. Das muss ja nicht sein. Dass sie mir den Schampus auf dem Podium verweigert haben, fand ich auch nicht weiter schlimm. Hauptsache Podium. Es werden noch genügend Gelegenheiten kommen.

Sport1.de: Sie brechen ja einen Rekord nach dem nächsten: Jüngster deutscher WM-Starter, jüngster deutscher Pilot, der WM-Punkte erobert. Wollen Sie nun jüngster deutscher Grand-Prix-Sieger werden?

Folger: Natürlich möchte ich. Aber das ist mit Sicherheit noch nicht drin, weil ich noch nicht die Erfahrung habe. Das Wichtigste ist für mich jetzt erst einmal, die Strecken genauer kennen zu lernen, das Ziel genauer kennen zu lernen, einfach mehr Erfahrung zu sammeln, damit ich dann nächstes Jahr gleich richtig anfangen kann.

Sport1.de: Aber wenn es passieren würde, hätten Sie nichts dagegen.

Folger: Nein, sicher nicht. Dagegen hätte keiner etwas.

Sport1.de: Hätten Sie damit gerechnet, dass Ihre erste Saison gleich so erfolgreich beginnen würde?

Folger: Nein zu Beginn ganz sicher nicht. Erst nach den ersten Tests habe ich gemerkt, dass ich schnell bin mit der Aprilia. Ich dachte mir, dass ich konstant in die Punkte fahren konnte. Dann kamen die ersten Rennen: Top Ten, Top sechs, Top fünf, und jetzt eben das Podium.

Sport1.de: Es könnte Ihnen ja fast schon ein bisschen schwindelig werden, so schnell geht es nach oben.

Folger: Letztes Jahr musste ich zusehen, dass ich wenigstens einen Punkte erobere. Deshalb ist es schon eine Riesenfreude. So einen Erfolg in diesem Jahr, das habe ich mir nicht vorgestellt. Aber ich lasse mich dadurch nicht verrückt machen nach dem Motto: Du musst jetzt wieder aufs Podium. Ich gebe jedes Rennen mein Bestes und sehe zu, dass ich mich gut vorbereite. Dann sieht man das Ergebnis.

Sport1.de: Was fehlt Ihnen denn noch zum ersten Sieg?

Folger: Mit Sicherheit viel, da muss alles passen. Vielleicht steigere ich mich ja noch. Aber ich lasse das alles auf mich zukommen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Sport1.de: Offenbar sind Sie ein richtiger Regenkünstler. Am Wochenende sind Sie bei Nässe von Platz 16 bis auf den zweiten Platz vorgerast. Liegen Ihnen Regenrennen?

Folger: Ich mag Regen nicht unbedingt. Ich glaube das gute Ergebnis liegt einfach daran, dass ich mich verbessert habe, gewachsen und stärker geworden bin und einfach besser mit dem Motorrad umgehen kann. Ein neuer Regengott bin ich sicher nicht. Vielleicht wäre ich das, wenn ich gewonnen hätte. Hier geht's zum zweiten Teil

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