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Jonas Folger fing im Alter von vier Jahren mit dem Motorradfahren an © imago

Im zweiten Teil des Interviews spricht Jonas Folger über den Respekt seiner Kollegen und nennt die Gründe seines Erfolgs.

Sport1.de: Gehen die deutschen Kollegen mit Ihnen nun anders um, wo Sie Ihnen so um die Ohren gefahren sind? Sind die vielleicht neidisch?

Folger: Nein, Neid ist sicher keiner da. Mit Sandro (Cortese, d. Red.) bin ich ziemlich gut befreundet (88267DIASHOW: Die besten Bilder der Moto-GP). Die freuen sich eher für mich. Aber natürlich ist auch Respekt da, wenn man konstant vorne fährt. Es könnte ja auch keiner bringen, einen im Fahrerlager komisch anzumachen. Und auf der Strecke? Was soll er da machen?

Sport1.de: Schon beim Rennen in Jerez waren Sie ja weit vorne, Dritter, ehe Sie gestürzt sind. Erklären Sie doch einmal: Woher kommen die tollen Erfolge? Ist es Glück, Unbekümmertheit, Talent?

Folger: Ich glaube, das liegt am Team, am Motorrad, sicher auch an mir. Ich habe im Winter sehr gut trainiert, bin körperlich fit. Ich kann einfach viel besser mit dem Motorrad arbeiten und dem Team Auskunft geben, was das Motorrad macht. Das Team motiviert mich. Im Moment stimmt einfach alles.

Sport1.de: War Ihnen eigentlich immer schon klar, dass Sie Rennfahrer werden wollen?

Folger: Mit Sicherheit. Seitdem ich auf dem Motorrad sitze und meine ersten Rennen gefahren bin, wollte ich schon immer ganz nach oben.

Sport1.de: Ist Ihre Karriere also geplant gewesen?

Folger: Tja geplant. Das nimmt einfach seinen Lauf, wenn die Erfolge da sind. Ich habe mit vier Jahren mit einer kleinen MotoCross im Garten angefangen, war später auf dem Mini-Bike drei Mal deutscher Meister und bin dann in die Red-Bull-Akademie gekommen und habe dort gelernt.

Sport1.de: Haben Sie Ihre Eltern genervt: Papa, ich will fahren, ich will fahren? Oder war das anders herum?

Folger: Nein, mein Vater hat den Anstoß gegeben. 2003 las er in einer Zeitschrift das der ADAC den MiniBike-Cup ins Leben rief und fragte mich ob ich da teilnehmen wollte. Natürlich wollte ich. Da er selber früher Rennen fuhr, machte es ihm nichts aus viele Wochenenden mit mir zu den Rennen zu fahren. Es ist eine Leidenschaft von ihm, die er an mich weitergab. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Sport1.de: Und wo geht es hin? Was sind die Ziele? Die MotoGP?

Folger: Ja, ich glaube, das ist das Ziel jedes Rennfahrers. Im Moment bin ich auf einem guten Weg. Wie lange es bis dahin dauert, kann ich nicht sagen. Das ist bei jedem Fahrer anders. Der eine steigt auf, der andere steigt ab. Ich setze mir keine zu großen Ziele. Lieber in kleinen Schritten vorwärts gehen.

Sport1.de: Sie sind erst 15. Bezeichnen Sie sich eigentlich als Profi?

Folger: Ich weiß es nicht. Für mich ist das einfach mein Leben. Ohne Motorradfahren könnte ich nicht sein. Alles andere langweilt mich. Ich bin einfach gut in dieser Sache, habe meinen Spaß dabei und kann immer ans Limit gehen. Das ist mein Traumberuf.

Sport1.de: Und die Schule?

Folger: Ich bin noch schulpflichtig und versuche auch hier das Bestmögliche zu geben. Aber nach diesem Jahr konzentriere ich mich ganz aufs Motorradfahren. Ich schaue, dass ich das Ding mit dem Motorradfahren durchziehe und so erfolgreich wie möglich werde. Hier geht es zum ersten Teil

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