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Harald Bartol kündigt für die nächsten Rennen weitere Verbesserungen an © Kirn F.

Trotz angezogener Budgetbremse arbeitet man bei Red-Bull-KTM fieberhaft, um am Materialsektor mit der Konkurrenz gleichziehen zu können

Den enttäuschenden Rennsonntag von Le Mans hat Red-Bull-KTM-Teamchef Harald Bartol längst abgehakt und vergessen, als seine drei Piloten jeweils in aussichtsreicher Position durch Sturz ausgeschieden waren: "Über solche Dinge darf man im Nachhinein nicht allzu lange nachdenken. Das kann im Rennsport eben passieren", lautete das kurze Resümee Bartols.

Ergänzend meinte er: "Alle drei sind bis zu ihren Sturz ein gutes Rennen gefahren. Natürlich ist es schade, dass Marc (Marquez; Anm. d. Red.) nicht mehr aus der Pole-Position machen konnte. Drauf hatte er es jedenfalls!" Von der Art und Weise, wie der 16-jährige Spanier zum ersten Mal in seiner jungen Karriere den besten Startplatz erobert hatte, war Bartol stark beeindruckt: "In diesen Training zeigte Marc, wie ausgereift er mittlerweile ist. Dank seiner Cleverness hat er die Gunst der Stunde perfekt genutzt."

Lob für Youngster Marquez

"Der zieht sein Ding durch", fuhr Bartol fort. "Mir gefällt auch, dass es keinerlei Einflüsse aus seinem Umfeld gibt, die ihn ablenken, und wie er auch von seinen Entscheidungen überzeugt ist. Andererseits weiß er aber auch Einwände von uns zu akzeptieren."

Für die anstehenden Grands Prix auf den Highspeed-Rennstrecken in Mugello und Barcelona arbeitet man bei Red-Bull-KTM fieberhaft an einem Update für den Motor: "Schon in Le Mans sind bei Marc leistungssteigernde Komponenten zum Einsatz gekommen. Das Feedback war auch sehr gut, jedoch sind noch Verbesserungen notwendig", sagte der erfahrene Techniker aus Straßwalchen, der in der Woche vor dem Frankreich-Grand-Prix seinen 62. Geburtstag gefeiert hatte.

Auch am Fahrwerkssektor ist man nicht untätig: "Um mit der Konkurrenz gleichziehen zu können, müssen wir uns ständig in allen Bereichen verbessern. Wir müssen so gut wie unser Fahrer werden, der ja auch laufend besser wird. Daher entsteht bereits ein neues Fahrwerk", weiß Bartol zu berichten. Schon in der Woche nach dem Rennen in Barcelona möchte man damit auf einer Rennstrecke erstmals testen.

Beaubier glimpflich davongekommen

Anders als berichtet hat sich Teamneuling Cameron Beaubier bei seinem Sturz in Le Mans nicht das Handgelenk gebrochen, sondern ist mit einem Haarriss an einem der Knochen mehr oder weniger glimpflich davongekommen. Der 16 Jahre alte US-Teenager wird es in einer Woche in Mugello auf jeden Fall probieren.

"Cameron ist sehr hart im Nehmen. Das hat er uns schon beim Auftakt in Katar gezeigt, als er sich beim letzten Test zuvor die Schulter ausgekugelt hatte", ist Bartol nicht nur vom Einsatzwillen seines Schützlings angetan, sondern lobt auch dessen Fortschritte: "So wie Marc oder auch Jonas Folger, der ja ganz gewaltig überrascht, gehört auch Cameron zu den Aufsteigern dieser Saison. Er steigert sich laufend und lässt dabei arrivierte 125er-Fahrer ziemlich alt aussehen."

Neben den zwei Stammfahrern hat sich in Le Mans auch Red-Bull-Rookie Sturla Fagerhaug in Bartols Herz gefahren: "Von Sturlas Leistungen bin ich positiv überrascht. Vielleicht hat er sich selbst etwas zu viel Druck auferlegt und ist deswegen gestürzt, aber in jeden Fall ist er eine positive Erscheinung." Den 17-jährigen Norweger wird man dieses Jahr noch gewiss wieder im Starterfeld eines Grand Prix sehen, sofern kein Lauf zum Red-Bull-MotoGP-Rookies-Cup auf dem Programm steht.

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