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Jonas Folger fuhr beim vorletzten Rennen in Le Mans erstmals aufs Podium © imago

Angeführt vom starken Jonas Folger landen die deutschen 125er-Piloten in Barcelona weit vorne. Valentino Rossi siegt spektakulär.

Barcelona - In der Gluthitze von Barcelona hat sich Jonas Folger kaltschnäuzig und nervenstark in der Motorrad-Weltspitze etabliert.

Bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius raste der 15-Jährige beim Großen Preis von Katalonien auf den sechsten Platz und lieferte den Titelanwärtern in der 125er-Klasse einen heißen Fight.

Stefan Bradl als Siebter und Sandro Cortese auf Platz neun rundeten das deutsche Ergebnis ab.

"Das war auf alle Fälle mein schwerstes Rennen. Heute war es wirklich so heiß. Ich bin happy, dass ich das durchgestanden habe", sagte Folger, der im Straßenverkehr noch nicht mal ein Mofa fahren dürfte. In der WM nimmt der Schüler es bei 250 km/h aber mit den ganz Großen auf.

Lob vom Vater

"Es wäre sogar noch mehr drin gewesen, aber auf der Geraden fehlen uns ein paar PS. Trotzdem bin ich mit Platz sechs bei diesen Bedingungen sehr glücklich", sagte Folger.

Nach dem Start durfte er sogar kurz vom Podium träumen, aber der fehlende Topspeed ließ nicht mehr zu.

Von Vater und Förderer Jakob bekam der jüngste Deutsche, der jemals in der WM aufs Podium fuhr, dafür ein Lob. "Perfekt. Er ist hier absolut clever gefahren. Wenn es so weitergeht, ist vielleicht irgendwann ein Sieg drin."

Bradl verpatzt den Start

An Stefan Bradl (Aprilia) ist Folger auch in der WM-Gesamtwertung schon vorbeigezogen. Bradl verpatzte den Start am Sonntag völlig.

"Ich glaube, der Motor hat ausgesetzt. Die Drehzahl war total im Keller", sagte Bradl. Immerhin kämpfte er sich von Rang 20 wieder nach vorne und holte neun WM-Punkte. "Das ist okay. Man kann den Erfolg nicht mit Gewalt erzwingen", sagte der 19-Jährige.

Cortese musste sich mit sechs WM-Punkten begnügen. "Rang neun ist immer noch viel besser als alle Trainings und die Qualifikation zusammen", sagte er: "Ich habe hier das Beste herausgeholt."

Simon "verjubelt" den Sieg

Von Julian Simon konnte man dies nicht behaupten. Der Spanier "verjubelte" den Heimsieg buchstäblich. Simon fuhr nach 21 Runden in Siegerpose über die Ziellinie, ging komplett vom Gas und wollte sich feiern lassen.

Erst als seine Mechaniker hektisch gestikulierend darauf hinwiesen, dass noch eine Runde zu fahren war, nahm er das Rennen wieder auf.

"Ich habe verloren, weil ich das Schild falsch gedeutet habe", sagte der Unglücksrabe. Dann wurde er von den Rennkommissaren per Videobeweis von Platz drei auf vier zurückgestuft. Simons Rückstand auf Rang drei: eine Tausendstelsekunde.

Immerhin übernahm er beim Sieg von Folgers Teamkollege Andrea Iannone (Italien/Aprilia) die Führung in der Gesamtwertung.

Rossi mit spektakulärem Erfolg

In der Königsklasse schlug Valentino Rossi zurück. Nach einem packenden Duell mit dem Spanier Jorge Lorenzo sicherte sich der Titelverteidiger und achtmalige Weltmeister in der MotoGP den Sieg.

Nach zahlreichen Führungswechseln ging Rossi in der letzten urve vor dem Ziel an Lorenzo vorbei.

Nach seinem zweiten Saisonerfolg liegt der italienische Yamaha-Pilot in der WM-Wertung mit 106 Punkten gleichauf mit dem zweimaligen 250er-Champion Lorenzo (Yamaha) und Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati).

Heimsieg für Bautista

Für einen Heimsieg sorgte Alvaro Bautista in der 250er-Klasse.

Der Aprilia-Pilot baute den Vorsprung auf Hiroshi Aoyama (Japan/Honda), der Zweiter wurde, in der Gesamtwertung auf zwölf Punkte aus (108:96).

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