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Ruben Xaus lag in Misano zwischenzeitlich in Führung © BMW

BMW Werksfahrer Ruben Xaus erlebte im Regenpoker von Misano erst Licht, dann Schatten - Troy Corser bei erneutem Sturz ohne weitere Verletzungen

Beim ersten Rennen der Superbike-WM in Misano mussten die Fahrer auf nasser Strecke zunächst auf Regenreifen ausrücken. Angesichts der sehr wechselhaften Wetterbedingungen und in Erwartung des ersten Flag-to-Flag-Rennens in der Geschichte der Superbike-Weltmeisterschaft hatten die Teams für den Fall, dass es abtrocknen würde, jedoch bereits die Ersatzmaschinen in der Boxengasse bereitgestellt.

Ruben Xaus, Fahrer des Teams BMW Motorrad Motorsport, zog aus den heiklen Wetterbedingungen einen Vorteil, arbeitete sich vom 18. Startplatz bis an die Spitze des Feldes vor und behielt die Führung bis sieben Runden vor Schluss. Aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse beim Wechsel des Motorrads erhielt Xaus jedoch eine Durchfahrtsstrafe. Er gab dennoch nicht auf und wurde am Ende noch 14. Troy Corsers Rennen war indes vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte. Aufgrund eines Elektronikproblems hatte er in der Warm Up Runde einen Highsider und stürzte, verletzte sich aber glücklicherweise nicht weiter an seiner ohnedies lädierten Schulter.

Bei trockenem Wetter wurde der zweite Durchgang gestartet und abgesehen von ein paar leichten Schauern blieb die Strecke auch trocken. Ruben Xaus beendete das Rennen mit Platz 16 zwar außerhalb der Punkte, fuhr gegen Rennende aber annähernd dieselben Rundenzeiten wie die Spitze. Troy Corser kämpfte auf seiner S 1000 RR mit nicht genau auszumachenden Problemen, fuhr aber dennoch so schnell es ging und wurde 19.

"Es fühlte sich natürlich großartig an, das Rennen anzuführen, wohl wissend, dass ich all die anderen Jungs, die allesamt auf denselben Reifen wie ich unterwegs waren, geschlagen hatte. Ich habe mich bei den nassen Bedingungen wohl gefühlt, und wäre die Strecke feucht geblieben, wäre uns möglicherweise etwas gelungen, das alle überrascht hätte", erklärte Xaus. "Doch unglücklicherweise trocknete die Strecke ab, und wir mussten alle hereinkommen, um die Motorräder zu wechseln - und nun mit Slicks fahren. Da unsere Box ziemlich nahe bei der Boxenausfahrt liegt, glaube ich eigentlich nicht, dass ich zu schnell gefahren bin, habe aber eine Durchfahrtsstrafe bekommen, was am Ende eine Top-Platzierung kostete."

Es ist immer schwer zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Motorrad zu tauschen, doch für uns alle war es das erste Mal, und wir müssen uns erst damit zurechtfinden", fuhr Xaus fort. "Im zweiten Rennen versuchte ich, meinen Fahrstil ans Motorrad anzupassen, und ich muss sagen, dass ich in diesem Rennen viel gelernt habe und unterm Strich auch sehr zufrieden bin, denn meine Zeiten waren gegen Rennende genauso schnell, wie die an der Spitze."

"Das war für mich ein Tag zum Vergessen", seufzte Teamkollege Corser. "Insgesamt war es schade, denn am Freitag lief alles so gut, und ich dachte, dass wir etwas bewegen würden. In der Warm-Up-Runde hatte ich einen Highsider und wir wissen noch nicht warum. Doch wir glauben, dass es ein Elektronikproblem war. Ich habe das Gas gar nicht übermäßig aufgezogen, doch auf einmal beschleunigte das Motorrad und warf mich ab. Glücklicherweise verletzte ich mich nicht noch mehr an meiner kaputten Schulter, aber das Rennen war natürlich vorbei."

"Im zweiten Durchgang fühlte sich das Motorrad irgendwie merkwürdig an und ich wusste eingangs und ausgangs der Kurven einfach nicht so recht, was ich tun sollte", erklärte Corser weiter. "Ich hätte an die Box fahren können, doch ich fuhr weiter, denn jede Runde liefert dem Team wichtige Informationen, mit denen es arbeiten kann. Für mich und das Team war es ein frustrierender Tag, doch ich bin sicher, dass wir in Donington ein besseres Wochenende erleben werden."

"Nach dem positiven Beginn am Freitag und all den Änderungen hofften wir natürlich auf bessere Ergebnisse - speziell weil es aus technischer Sicht in die richtige Richtung geht", fasste Berti Hauser, der Leiter BMW Motorrad Motorsport, zusammen. "Unsere Superpole war nicht so erfolgreich, und im ersten Rennen kamen wir etwas durcheinander. Für Troys Sturz müssen wir die Ursache ergründen, und wir werden sie auch finden. Es war toll und aufregend, als Ruben in Führung lag, doch vielleicht haben wir einen taktischen Fehler gemacht und das Motorrad etwas zu spät gewechselt. Es war Pech, dass Ruben wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse eine Durchfahrtsstrafe erhielt, denn dies hat wahrscheinlich ein gutes Ergebnis zunichte gemacht."

"Das zweite Rennen war zwar enttäuschend, doch gegen Rennende konnten wir sehen, dass Ruben dieselben Zeiten wie die Spitze fuhr", so Hauser. "Wir wissen noch nicht, warum Troy mit dem Fahrverhalten seines Motorrads nicht klar kam, aber wir werden uns die Daten anschauen und die notwendigen Änderungen vornehmen, um dies zu verbessern."

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