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Vor Valentino Rossi errreichte nur Giacomo Agostini 100 Siege © getty

Nach seinem 100. Sieg will Valentino Rossi nun den Rekord von Agostini. Sandro Cortese hadert nach seinem Sturz mit dem Motorrad.

Assen - Als Superstar Valentino Rossi in der "Kathedrale des Motorradsports" Geschichte schrieb, hatte sich Unglücksrabe Sandro Cortese längst völlig frustriert in seinem Teamtruck verkrochen.

Während "Doctor" Rossi in Assen als zweiter Fahrer nach Giacomo Agostini die 100-Siege-Marke erreichte, vergab Cortese mit einem spektakulären Sturz die Chance, von der Pole Position zu seinem ersten Erfolg zu fahren. (Rennbericht: Rossi schreibt Geschichte - Cortese stürzt)

Für ein gutes deutsches Ergebnis bei den 125ern sorgten dennoch Stefan Bradl als Sechster und Senkrechtstarter Jonas Folger als Siebter.

Rossi den Tränen nahe

Rossi allerdings verzauberte in der Königsklasse MotoGP 96.152 Motorrad-Fans und kämpfte anschließend mit den Tränen.

"Niemals werde ich diesen Tag vergessen. Das war mein schönster Sieg. Ich bin so glücklich. Danke an meinen Vater, dass er mich schon mit drei auf ein Minibike gesetzt hat. Danke, danke, danke", sagte Rossi.

Seine Fans entrollten vor einer Tribüne ein 25-Meter-Plakat mit den Fotos seiner Siege, der Italiener fuhr die Ehrenrunde im Stehen mit einer 100-Flagge. Luftballons stiegen in den Himmel über Holland.

Cortese weiter ohne Sieg

Und während der Multi-Millionär seine blaue Yamaha mit der neongelben Nummer 46 küsste, hätte Cortese seiner Derbi am liebsten einen kräftigen Tritt verpasst.

Erstmals von der Pole gestartet (Historische Pole für Cortese), rutschte der 19-Jährige aus Berkheim nach fünf Runden weg und hatte Glück, dass er nicht auch noch von seiner unkontrolliert herumfliegenden Maschine getroffen wurde.

Auch nach dem 73. WM-Start steht er bei null Siegen.

"Seltsamer Sturz"

"Das ist extrem ärgerlich. Plötzlich ist das Vorderrad eingeklappt. Zum Glück bin ich unverletzt. Die Stürze sehen ja immer schlimmer aus, als sie eigentlich sind", sagte Cortese, der noch einen spektakulären Salto hinlegte.

Das Verhalten seines Motorrads ließ ihn rätseln: "Was da passiert ist? Keine Ahnung." Sein Teamchef Daniel Epp sprach von einem "seltsamen Sturz in einem dummen Moment. Aber für Stürze wird nicht kritisiert - die passieren."

Bradl leidet mit

Selbst Corteses Konkurrenten Bradl (Zahling/Aprilia) und Folger (Schwindegg/Aprilia) litten mit.

"Das ist richtig bitter. Die Pole war auch ein Riesen-Motivationsschub für uns, denn sie hat gezeigt, dass wir ganz vorn fahren können", sagte Bradl. "Im Moment sind wir aber etwas zu weit von der Spitze weg."

Das Rennen gewann der Spanier Sergio Gadea, bei den 250ern siegte der Japaner Hiroshi Aoyama.

Rossi bringt Cortese kein Glück

Am Sachsenring hoffen die deutschen Piloten auf mehr als Statistenrollen.

Folger, der das Feld vom 18. Platz aufrollte, zeigte sich selbstbewusst. "In Assen war es super. Aber dort muss ich das Podium angreifen", sagte der 15-Jährige.

Cortese war sich sicher, dass er schon beim 79. Grand Prix der Niederlande "locker unter die besten Sechs" hätte fahren können.

Doch dem Schwaben mit italienischen Wurzeln half auch der Zuspruch des Großmeisters nicht. "Cortese ist ein guter Typ. Ich drücke ihm die Daumen", hatte Rossi kurz vor dem Start gesagt.

Rossi will noch mehr

Es brachte nur ihm selbst Glück. "Eine wunderbare Nummer 100, Vale!", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Der 30-jährige Rossi, der die "46" einst von seinem Vater Graziano übernommen hatte, jagt weiter seinen Landsmann Agostini, der 122 Siege feierte.

Doch "Rossifumi" hat noch lange nicht genug: "Ich will weitere Siege. Ich habe ja noch einige Jahre Zeit."

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