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Für KTM wird das IDM-Heimspiel in Österreich ganz besonders wichtig © KTM

Neben dem Grand-Prix-Engagement in der 125er-Weltmeisterschaft wird bei KTM auch ein ehrgeiziges Projekt mit einem seriennahen Superbike vorangetrieben

Bereits in den Jahren 2004, 2005 und 2006 war die oberösterreichische Motorradschmiede KTM mit dem Red Bull KTM Junior Team in der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) äußerst erfolgreich unterwegs. Den Anfang machte im ersten Jahr der Oberösterreicher Michi Ranseder, bevor man in den darauffolgenden Jahren mit den beiden Deutschen Stefan Bradl und Robin Lässer die Meisterkrone erfolgreich verteidigen konnte.

2009 kehrt KTM mit dem Superbike 1190 RC8 R in die IDM zurück. Die heißumkämpfte und hochklassige IDM Superbike-Kategorie soll für das Flaggschiff der RC8-Modellpallette aus Mattighofen als Schaufenster dienen, in der alle Motorradhersteller mit Importeurs-Teams vertreten sind und zudem auch namhafte Piloten in der Starterliste zu finden sind. Wie bekannt geht auch unter anderem der siebenfache F1-Weltmeister Michael Schumacher in der IDM Superbike seiner neuen Leidenschaft, dem Motorradrennsport, nach.

Anders als im Grand-Prix-Sport kommen bei den Superbikes keine Prototypen zum Einsatz, die ausschließlich für den Rennsport gebaut werden, sondern seriennahe, großvolumige Sportmotorräder. Auch bei der Fahrerbesetzung trifft man in dieser Klasse auf Piloten reiferen Alters. KTM hat für das Lehrjahr 2009 mit Stefan Nebel (28 Jahre/GER) und Didier Van Keymeulen (26 Jahre/BEL) zwei alteingesessene und erfahrene Superbiker verpflichtet.

Das KTM Superbike Team Germany hat als Neueinsteiger granatenartig eingeschlagen. Mit den zwei Piloten Didier van Keymeulen und dem dreifachen deutschen SBK-Meister Stefan Nebel standen zwei KTM RC8 R bei der ersten Veranstaltung am Eurospeedway in der Lausitz (Berlin/Brandenburg) auf den Startplätzen eins und zwei!

Schrammte man damals noch knapp am Podium vorbei, so stehen mittlerweile drei Podiumsplatzierungen von den beiden pfeilschnellen Superbikern zu Buche. Darüber hinaus liegt nach acht Rennen Nebel, der als hauseigener Testpilot maßgeblichen Anteil am schnellen Erfolg der RC8 R hat, auf dem hervorragenden zweiten Rang in der IDM-Zwischenwertung. Dementsprechend euphorisch reist der Rennstall zum Heimrennen an den Salzburgring an diesem Wochenende.

"Sicher sind wir etwas nervöser als sonst, denn die Erwartungen von einem Heimrennen sind etwas höher anzusetzen", sagt Teamchef Konrad Hefele. "Es kommt auch hinzu, dass wir uns auf Strecken, wo wir noch nicht testen konnten, etwas schwer tun. Im Falle des Salzburgrings trifft dies aber auf alle Teams zu. Keiner konnte heuer schon mit den diesjährigen Motorrädern dort fahren. Daher besteht durchaus Chancengleichheit; vielleicht ergibt sich somit für uns die Möglichkeit ums Podium kämpfen zu können. Aber realistisch betrachtet, bleibt Top fünf unser Ziel."

Der Teamchef, der mit KTM nach einem Abstecher in die Grand-Prix-Szene nun wieder in der IDM sein Betätigungsfeld hat, fügte hinzu: "Eigentlich hatte ich erhofft hier weniger Stress zu haben. Aber mit diesem noch sehr jungen Projekt war dies von vornherein auszuschließen. Mich verwundert wie viel Elektronik bereits bei diesen seriennahen Superbikes zum Einsatz kommt."

Bei KTM ist man von der bisherigen Performance weniger überrascht. "Sagen wir es mal so: Wir hatten gehofft, dass wenn alles passt wir ungefähr da stehen, wo wir jetzt angelangt sind", sagt Thomas Kuttruf, PR-Manager von KTM. "Es gibt aber noch Bereiche wo wir uns verbessern müssen und einiges dazu lernen, während wir aber auch in anderen Dingen sehr gut im Plan liegen. Unser Teamchef Konrad Hefele hat als Zielsetzung vorgegeben, beide Fahrer in die Top fünf zu bringen. Dies gilt auch für die Heimrennen am Salzburgring, wo natürlich ein Podiumsplatz um so schöner wäre", meint der KTM-Mann weiter.

Der IDM-Lauf am Salzburgring gilt mittlerweile als größte und bedeutendste Veranstaltung im Motorradrennsport in Österreich. Die Superbike-Klasse ist schlechthin das Aushängeschild der IDM und wird auch am kommenden Wochenende das Highlight im Nesselgraben sein, wenn die 190 PS starken Geschosse mit knapp 300 km/h Topspeed die Gegengerade zur Fahrerlagerkurve hinauf preschen werden.

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