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Casey Stoner weiß nicht, ob er das ganze Rennwochenende durchstehen wird © Ducati

Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Casey Stoner dominierten das erste Training in Laguna Seca - Stoners Gesundheitszustand nach wie vor schlecht

Vor einem Jahr kam es in Laguna Seca zu einer epischen Schlacht zwischen Valentino Rossi und Casey Stoner, die am Ende Rossi für sich entscheiden konnte. Diese Saison dürfte aus dem Zwei- ein Dreikampf werden, denn wie auch in der Weltmeisterschaft mischte Jorge Lorenzo im gestrigen ersten Freien Training ganz vorne mit.

Schnellster aus dem favorisierten Trio war Rossi mit einer Bestzeit von 1:21.981 Minuten - 0,112 Sekunden vor seinem Yamaha-Teamkollegen Lorenzo und 0,189 Sekunden vor Stoner auf der Werks-Ducati. Letzterer kam aber genau wie 2008 einmal von der Strecke ab und kämpfte vor allem mit seinem schlechten Gesundheitszustand, der ihn nun schon seit einigen Wochen verfolgt. Dabei wurde er von seinen Ärzten auf eine neue Medikation gesetzt.

Stoner weiterhin angeschlagen

"Zwischen Barcelona und Assen war genug Zeit zum Erholen, aber ich hatte trotzdem die gleichen Probleme, daher ist es keine Überraschung, dass ich hier nach nur sechs Tagen Pause zu kämpfen habe", meinte ein platter Stoner nach der Session. "Das Gefühl der Müdigkeit und Krankheit begann hier früher als an den anderen Wochenenden, was kein gutes Zeichen ist. Das Setup ist gut, aber ich wünschte, ich könnte es besser ausschöpfen."

Seinen Ärzten macht er keine Vorwürfe, obwohl sie im Dunkeln tappen: "Es ist schwierig für sie, denn ich habe abgesehen von der Müdigkeit keine Symptome. Ich bin einfach von einer Minute auf die andere völlig hinüber. Sie können mir nicht einfach Antibiotika geben, solange wir nicht wissen, was es ist. Jetzt habe ich aber neue Medikamente bekommen, mit denen ich hoffentlich das Rennen bestreiten kann. Sollte es klappen, wäre ich dankbar", sagte Stoner.

Zwischen den beiden Yamaha-Piloten gab es bis in die letzten Sekunden hinein einen heißen Schlagabtausch um den ersten Platz - und im finalen Run schob sich Rossi noch an Lorenzo vorbei. Der Spanier hatte seine schnellste Zeit bereits im 29. von 38 Umläufen absolviert und war damit der fleißigste Mann des ersten Trainings in Kalifornien: "Ich war heute schnell. Ich fühle mich wohl im kalifornischen Sonnenschein", grinste er.

"Laguna Seca ist eine sehr komplizierte Strecke. Man braucht mehrere Runden, um sich darauf einzuschießen, aber ich kenne sie ja aus dem Vorjahr schon und fühle mich daher großartig", gab Lorenzo zu Protokoll. "Ich hatte auf dem Motorrad viel Spaß und konnte eine Renndistanz mit recht konstanten Zeiten zurücklegen. Jetzt werden wir am Setup weiterarbeiten. Hoffentlich geht es morgen in der gleichen Tonart weiter."

Neuer Renningenieur für Lorenzo

Der 22-Jährige, der in Assen zum 50. Mal auf einem Grand-Prix-Podium stand, arbeitet an diesem Wochenende übrigens nicht mit seinem angestammten Renningenieur Daniele Romagnoli zusammen, sondern mit Ramón Forcada - Romagnolis Vater geht es schlecht, weshalb der Yamaha-Techniker die lange Reise nach Übersee nicht antrat, um zu Hause in Italien bleiben zu können. "Wir wünschen ihm alles Gute", sagte Forcada.

Rossi, in der Weltmeisterschaft fünf Punkte vor Lorenzo und neun vor Stoner in Führung, zeigte sich "zufrieden" mit der gestrigen Session: "Es war eine gute Leistung und am Ende mit den harten Reifen bekam ich es besonders gut hin. Eine bessere Rundenzeit war nicht drin", teilte der 100-fache Grand-Prix-Sieger mit. Allerdings weiß er, dass es nicht einfach wird, am Sonntag den 101. Erfolg in der Motorrad-WM einzufahren.

"Wir müssen die Front noch verbessern, denn in ein, zwei Kurven könnte das Motorrad vom Handling her besser sein. Auch die Elektronik werden wir unter die Lupe nehmen, um die Wheelies in den Griff zu kriegen, denn hier gibt es viele Bodenwellen und kleine Sprünge", analysierte Rossi und kündigte an: "Ich, Lorenzo und Stoner liegen sehr eng beisammen. Es wird wieder ein spannendes Wochenende, aber ich bin optimistisch, dass die M1 gut funktionieren wird."

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