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Marco Melandri möchte seiner Karriere noch einmal Leben einhauchen © Bridgestone

Kawasaki hat für Marco Melandri Priorität, sollte er aber nicht beim Hayate-Team bleiben, dann würde er am liebsten zu einem großen Werk wechseln

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Marco Melandri als potenzieller MotoGP-Weltmeister gehandelt wurde, doch unter dem desaströsen Ducati-Jahr 2008 hat seine Reputation massiv gelitten. Das Kawasaki-Werksteam ging kurz nach seinem Wechsel dorthin pleite - und wird heute als Privatrennstall unter dem Namen Hayate mit nur noch einem Motorrad weitergeführt.

Doch ob Hayate von Kawasaki weiterhin eine Ninja ZX-RR zur Verfügung gestellt bekommt, steht in den Sternen - genau wie Melandris Zukunft, über die er bis August Klarheit haben will. Derzeit hat er sich noch nicht festgelegt: "Ich weiß noch nicht, ob ich bei Kawasaki bleiben oder mir ein anderes Team suchen werde", erklärte der Italiener gegenüber 'MotoGPMatters.com'. Und er fügte an: "Die Entscheidung für 2010 wird nicht einfach."

"Ich denke, dass Kawasaki bis zum Sachsenring in zwei Wochen eine Entscheidung treffen wird", sagte Melandri in Bezug auf das weitere MotoGP-Engagement der Japaner. "Es gibt derzeit einige Gerüchte, weil Kawasaki die großen Dinge verkauft, die wir ohnehin nicht verwenden, zum Beispiel die Hospitality. Ich bin ja der einzige Fahrer und es gibt viele Dinge, die nicht mehr gebraucht werden. Dafür wollen sie kein Geld verschwenden."

Sollte nichts aus einem Verbleib bei Hayate werden, könnte Melandri zu seinem alten Chef Fausto Gresini zurückkehren, der ihn mit offenen Armen empfangen würde: "Es wäre perfekt, ein Werksmotorrad zu bekommen, gewinnen zu können", so der 26-Jährige. "Ich habe eine Siegermentalität. 2005 und 2006 war das möglich. Nach meinem ersten Jahr bei Honda wollte ich zu HRC gehen, um meinen zweiten WM-Platz zu verbessern, aber dazu kam es nie."

Seine erste Chance in einem Werksteam bekam Melandri 2008 bei Ducati, doch an der Seite von Überflieger Casey Stoner ging er sank- und klanglos unter - wie Loris Capirossi vor und Nicky Hayden nach ihm. Es folgte ein denkbar schwieriger Winter mit dem werksseitigen Rückzug von Kawasaki und der notdürftigen Gründung des Nachfolgeteams Hayate, für das er seither sogar schon einmal auf das Podium gefahren ist.

Nun ist Melandri wieder in aller Munde - und er hat sein Selbstvertrauen wiederentdeckt: "Nach dem Winter wussten wir, dass es eine schwierige Saison werden könnte, aber dann hatten wir einige sehr gute Rennen, mit denen niemand gerechnet hätte - auch ich nicht. Ich hatte schon ein paar gute Rennen erwartet, aber nicht so gut, wie sie letztendlich zustande gekommen sind. Ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Saison."

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