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Dani is back: Pedrosa lieferte in Laguna Seca eine tolle Performance ab © Honda

Dani Pedrosa beendete in Laguna Seca Hondas längste MotoGP-Durststrecke aller Zeiten, während Andrea Dovizioso an vierter Stelle liegend ausschied

Sie haben es also doch noch nicht verlernt, die Japaner von HRC: 392 Tage nach dem letzten Sieg in Barcelona 2008 bescherte Dani Pedrosa Repsol-Honda gestern in Laguna Seca endlich wieder einen Triumph in der Königsklasse und beendete damit die längste Durststrecke in der MotoGP-Geschichte des stolzen Honda-Werksteams.

Für Pedrosa selbst war es sowieso eine Sternstunde, denn nach einer ganzen Reihe an Verletzungen meldete er sich auf diese Weise eindrucksvoll zurück. Seine Pechsträhne hatte mit dem Sturz am Sachsenring den Anfang genommen, nach dem er sich einer Operation unterziehen musste - ebenso wie auch nach einem weiteren Crash auf Phillip Island. Bei einem neuerlichen Unfall während der Wintertestfahrten brachen die alten Verletzungen wieder auf.

Siebenter Sieg in der Königsklasse

Aber gestern fuhr Pedrosa wie zu seinen besten Zeiten und sicherte sich den 30. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Darüber freute er sich ungewohnt ausgelassen: "Die Performance war sehr gut, ich war wirklich beeindruckt. Nicht einmal im Training konnte ich so einen Rhythmus gehen. Ich fühlte mich sehr wohl und drehte unter anderem auch die schnellste Runde im Rennen", gab er selbstbewusst zu Protokoll.

Dabei hätte er beinahe zu viel Tempo rausgenommen, als er mit eineinhalb Sekunden Vorsprung auf Valentino Rossi in die letzte Runde ging: "Stimmt, da war ich wahrscheinlich schon ein bisschen zu relaxt", räumte der Spanier ein. "Ich hatte fast zwei Sekunden Vorsprung, als die letzte Runde begann, aber in der letzten Runde sah ich Valentino auf einmal hinter mir! Ich dachte: 'Oh, jetzt war ich zu langsam!' Zum Glück hat es aber zum Sieg gereicht."

Für Honda ist dieser Triumph Gold wert, auch wenn der WM-Zug wahrscheinlich trotzdem schon abgefahren ist. Doch nach dem Ausstieg aus der Formel 1 hätte eine sieglose Saison nicht gerade dazu beigetragen, den Vorstand dazu zu veranlassen, die Budgetkürzungen wieder aufzuheben. Jetzt kann man aufatmen: "Das Repsol-Honda-Werksteam ist immer noch eine ernstzunehmende Macht. Heute ist nur der Anfang", strahlte Teamchef Kazuhiko Yamano.

Dovizioso: Zweiter Ausfall en suite

Da tat es auch nicht weiter weh, dass Andrea Dovizioso schon in der sechsten Runde an aussichtsreicher vierter Position liegend ausschied: "Ich bin sehr enttäuscht", seufzte der Italiener, "denn wir waren heute in guter Form, ich fand einen schnellen Rhythmus und ich bin sicher, dass ein gutes Ergebnis möglich gewesen wäre. Leider habe ich einen Fehler gemacht und diese Chance aus Eigenverschulden weggeworfen."

Der Sturz hatte sich bereits zuvor angekündigt, denn im Windschatten von Rossi ratterte Dovizioso unabsichtlich über die Plastikpoller zwischen Strecke und Boxengasse, wodurch sein Kupplungshebel kaputt ging. "Von da an konnte ich die Motorbremse nicht mehr kontrollieren", erklärte der Vierte von Laguna Seca 2008. "Es war mein eigener Fehler, aber ich konnte dann halt die Gänge nicht mehr richtig wechseln. Trotzdem versuchte ich, den Anschluss zu halten."

"Dann verlor ich aber die Front und ich kam nach ein paar Warnsignalen endgültig zu Sturz", so Dovizioso. "Ich bin enttäuscht, denn wir kommen der Spitze immer näher und es wäre einiges möglich gewesen. Dennoch glaube ich an mich selbst, an die Maschine und an mein Team. Ich hoffe, dass ich bald ein gutes Ergebnis einfahren werde." In der Weltmeisterschaft fiel er vorerst hinter Pedrosa auf den fünften Platz zurück.

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